Kassel

Bildkritik

Unterm Horizont geht’s weiter

Nachdem Doc Baumann gerade sein dickes Buch über Herkules abgeschlossen hatte, freute er sich, in der Kasseler Regionalpresse gleich zwei Auto-Anzeigen zu entdecken, auf denen das UNESCO-Welterbe-Monument mit dem antiken Helden zu sehen ist. Die Freude war auch deswegen groß, weil er damit gleich zwei schöne Beispiele gefunden hatte, die die völlige Unkenntnis von Perspektive  bei Bildmontagen belegten: Unterm Horizont geht’s weiter! BMW präsentiert sich mit dieser Anfänger-Montage, bei der die abgestellten Autos gleich von der Parkfläche in den Bergpark rutschen. Wir wissen es ja seit Jahren: Die großen Automobil-Konzerne nagen am Hungertuch und müssen für ihre Werbung die letzten Cents aus der Portokasse zusammenkratzen, um Bildbearbeitungsanfänger auf Minijob-Basis beschäftigen zu können. Jedenfalls fallen mir keine anderen Erklärungen für diese…

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Vortrag von Doc Baumann

Am Montag, dem 2. März 2020 hält Doc Baumann für die AWO Kassel einen Vortrag zum Thema: „Kann man Fotos noch trauen?“ In der Werbung, aber auch in der Politik ist längst nicht alles fotografiert, was am Ende wie ein harmloses Foto aussieht. Doc Baumann wird in einem Vortrag für normales Publikum (also ohne Bildbearbeitungskenntnisse) zeigen, wie Fotos manipuliert werden und woran man das mitunter erkennen kann. Die Veranstaltung läuft von 15.00 Uhr bis ca. 16.30 Uhr im Bistro, Erdgeschoss rechts im AWO-Haus, Wilhelmshöher Allee 32a in Kassel. Es werden Getränke und Snacks gereicht. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Veranstalter freuen sich über eine Spende.

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In der falschen Ecke

Es kann leicht passieren, dass man mit einer Meinungsäußerung plötzlich in der falschen Ecke steht – oder jedenfalls zu stehen scheint. So erging es Doc Baumann vor wenigen Tagen, als er sich in einer öffentlichen Diskussion skeptisch über ein Kunstobjekt äußerte, das nach der letzten documenta-Ausstellung eventuell in Kassel verbleiben soll. Der Beifall für seine Kritik kam aus einer unerwünschten Richtung – ausgerechnet von der AfD. Den von Olu Oguibe für die documenta geschaffenen Obelisken fand ich ehrlich gesagt schon ästhetisch gründlich misslungen, als ich ihn im letzten Jahr zum ersten Mal aus der Ferne auf dem Kasseler Königsplatz stehen sah. Egal, was der Künstler damit ausdrücken will: Sein Objekt ist ein bewusstes Zitat antiker Obelisken. Und die weisen alle…

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Mein Rückblick auf 1968

Die deutschen Medien erinnern in diesem Jahr 2018 immer wieder daran, dass das symbolträchtige 1968 inzwischen ein glattes halbes Jahrhundert zurückliegt. Doc Baumann nimmt ein Fernsehinterview mit ihm, das in der kommenden Woche gesendet wird, zum Anlass, seine eigenen Erinnerungen an jene Zeit zu sortieren. So ist „Mein Rückblick auf 1968“ ein Text über Aufbruch und Hoffnung – aber auch über Scheitern und Selbstkritik. Wie unfassbar weit zurück geschichtliche Ereignisse zu liegen scheinen, die man selbst nicht erlebt hat, wurde mir 2003 klar. Da saß ich mit einer Tante zusammen; auch ihre Tochter und Enkelin waren zu Besuch. Die Enkelin bereitete sich gerade auf das Abitur vor und erzählte, dass ihr Projektthema „1968“ sei – Studentenproteste, Demonstrationen gegen Vietnam-Krieg und…

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Zufälle beim Romanschreiben

DOCMA-Autoren sind nicht nur als Tutorial-Verfasser tätig, sondern auch künstlerisch im Bereich der Bilder. Doc Baumann arbeitet zudem seit 26 Jahren an einem Roman. Hier berichtet er darüber, welch merkwürdige Zufälle mitunter beim Romanschreiben bei seinen Recherchen vorkommen und wie sich gewisse Kreise nach vielen Jahren unerwartet schließen. Vor 300 Jahren setzte im Kasseler Schloss Weißenstein (heute Wilhelmshöhe) ein Mann namens Orffyreus ein übermannsgroßes Rad in Bewegung, das sich daraufhin laut klappernd munter weiterdrehte. Der Raum wurde abgeschlossen und versiegelt. Im Februar 1718, als das Zimmer erneut geöffnet wurde, drehte sich das Rad noch immer. Landgraf Karl bestätigte dem Erfinder wenig später schriftlich, dass seine Perpetuum-mobile-Maschine ohne Zuführung äußerer Energie während dieses langen Zeitraums rotiert sei. Das Ereignis ist historisch…

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documenta 14: Kunst mit kleinen Fehlern

Seit vielen Jahren widmet sich Doc Baumann neben Montage-Tutorials auch der Bildkritik. Gute – eher schlechte – Beispiele dafür findet er überwiegend in der Werbung und in aktuellen Medien. Aber auch in den Kunstwerken großer Meister entdeckt er immer mal wieder Unstimmigkeiten. Nun ist ihm auf der documenta 14 in Kassel eine großformatige Bildmontage von Panos Kokkinias aufgefallen, die genau jene Fehler zeigt, die er sonst in seiner Bildkritik aufspießt. Wer die Werke der großen Meister genauer unter die Lupe nimmt, findet dort immer wieder Kunst mit kleinen Fehlern. Man muss nur vorurteilsfrei an die Sache herangehen – und das bedeutet in diesem Fall: Mängel auch dann erkennen, wenn sie von anerkannten Künstlern stammen. Nehmen wir als Beispiel nur einmal…

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March for Science

Am 22. April 2017 gingen weltweit Menschen auf die Straße, um gegen die Bedrohung der Wissenschaft zu demonstrieren – ein Thema, das vor Kurzem noch so brisant gewesen wäre wie die Bedrohung von Toastern oder Raufasertapeten. Doc Baumann war beim March for Science in Kassel dabei. Es tut mir ja leid, Leute – schon wieder ein Beitrag von mir ohne Bezug zu Photoshop und Bildbearbeitung. Aber es gibt Wichtigeres auf der Welt. Manche Menschen ärgert das ja, wie letzte Woche der Kommentar von „Dreamer_56“ zeigt: „Ich würde es schätzen, wenn Docma und ihre Schreiber einfach Wissen vermitteln würde und das Philosophieren bleiben lassen, denn dafür habe ich das Magazin nicht gekauft.“ (wörtlich zitiert, für die Fehler bin ich nicht verantwortlich)…

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Einladung zu Herkules

  Planen Sie, in diesem Sommer zur documenta nach Kassel zu fahren? Dann versäumen Sie es nicht, wenn Sie schon einmal dort sind, sich auch eine der Veranstaltungen zum 300. Jubiläum des Herkules-Monuments anzuschauen. Und wenn Sie Glück haben, läuft Ihnen dort vielleicht sogar Doc Baumann als einer der Mitveranstalter über den Weg.   Regelmäßige DOCMA-Leser/innen wissen, dass ich seit vielen Jahren (genau genommen seit 1991) an einem Roman arbeite. Darin geht es – natürlich – auch um digitale Bildfälschungen, vor allem aber um eine Verschwörung, deren Anfänge zur Zeit des Herodianischen Tempels in Jerusalem liegen und von dort aus bis in unsere Gegenwart reichen. Herkules spielt darin ebenso eine wichtige Rolle; sowohl die mythologische Gestalt als auch ihr monumentales…

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