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Einladung zu Herkules

Herkules

links: Kopf des Herkules Farnese aus einem Stich von Francesco Piranesi 1782 / rechts: Herkules bezwingt den Höllenhund Cerberos von Bernard de Montfaucon 1719

 

Planen Sie, in diesem Sommer zur documenta nach Kassel zu fahren? Dann versäumen Sie es nicht, wenn Sie schon einmal dort sind, sich auch eine der Veranstaltungen zum 300. Jubiläum des Herkules-Monuments anzuschauen. Und wenn Sie Glück haben, läuft Ihnen dort vielleicht sogar Doc Baumann als einer der Mitveranstalter über den Weg.

 

Regelmäßige DOCMA-Leser/innen wissen, dass ich seit vielen Jahren (genau genommen seit 1991) an einem Roman arbeite. Darin geht es – natürlich – auch um digitale Bildfälschungen, vor allem aber um eine Verschwörung, deren Anfänge zur Zeit des Herodianischen Tempels in Jerusalem liegen und von dort aus bis in unsere Gegenwart reichen. Herkules spielt darin ebenso eine wichtige Rolle; sowohl die mythologische Gestalt als auch ihr monumentales Standbild auf der Wilhelmshöhe über Kassel.


Doc Baumanns Roman-Projekt: Was lange währt …


Es wäre ideal gewesen, wenn ich es geschafft hätte, den Roman in diesem Jahr 2017 erscheinen zu lassen. Denn neben der Kolossalstatue des Helden, die 1717 errichtet wurde, gab es in jenem Jahr etliche andere Ereignisse, die damals ihren Ursprung nahmen und bedeutsam für die Handlung sind:

  • Am 24. Juni 1717 schlossen sich in London mehrere Freimaurer-Logen zur ersten Großloge zusammen, was den Beginn des Wirkens dieser Gesellschaft markiert.
  • Im November 1717 führte der undurchsichtige Erfinder Orffyreus dem Landgrafen Carl (Auftraggeber des Herkules) in Kassel ein Perpetuum mobile vor, das sich wochenlang in einem versiegelten Raum drehte und das unverdossen noch immer tat, als die Tür später wieder geöffnet wurde.
  • Und am 9. Dezember 1717 wurde in Stendal Johann Joachim Winckelmann geboren, der Begründer der Kunstgeschichte (der dann 1768 in Triest ermordet wurde – niemand weiß, warum – ich werde das Geheimnis lüften).

Alle diese Ereignisse werden im Roman vorkommen. Doch leider habe ich es nicht mal ansatzweise geschafft, ihn zu diesem Termin fertigzustellen. Aber nach einem Vierteljahrhundert täglicher Arbeit an diesem Projekt kommt es auf ein paar Jahre mehr oder weniger auch nicht mehr an. (Wenn ich auch dauernd DOCMA-Tutorials schreiben muss …)


Herkules in Kassel


Anfang April 2017 wurde im Schloss Wilhelmshöhe eine Ausstellung zu Herkules 300 eröffnet; dort gibt es unter anderem auch ein paar Kupferstiche zu sehen, die ich im Laufe der Jahre als Illustrationen für mein Buch gesammelt habe.

Wenn alles klappt wie geplant, organisiere ich im Sommer zusammen mit einem Kasseler Kino-Center eine Filmreihe mit alten Herkules-Filmen. Zu jedem gibt es einen kurzen Einführungsvortrag, der darauf eingeht, welche Elemente der klassischen Mythologie dort jeweils verwurstet werden (oder auch nicht), und anschließend eine Diskussion mit dem Publikum. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an diese sogenannten Peplum-Filme aus den 60ern (im Deutschen „Sandalenfilme“ genannt; „Peplum“ darum, weil das zur Römerzeit ein kurzes Kleidungsstück für Frauen war, in dem die vom Helden geretteten jungen Damen oft durch Felslandschaften und Pappmachépaläste eilten).

Ich hoffe, mit diesem Medium auch jüngere Besucher/innen zu erreichen, und darüber zu sprechen, warum diese Gestalt nach zweieinhalb Jahrtausenden immer noch so aktuell und populär ist.

Für das Jahresende schließlich bereite ich eine große Ausstellung vor, in der es dann sehr viel mehr alte Kupferstiche von Herkules und seinen legendären zwölf Arbeiten zu sehen gibt – das Ganze gegenübergestellt mit Szenen aus Comics, welche dieselben Handlungssequenzen in Grafik umsetzen. Zeitgleich wird noch ein wissenschaftlicher Sammelband erscheinen, in dem es um den Kasseler Herkules, seine Geschichte und Wirkung geht. Mein Beitrag darin präsentiert eine neue Hypothese, die vieles von dem in Frage stellt, was man bisher über die Entstehung dieses Monuments (und die Gründe für seine Errichtung) zu wissen glaubte.

 

Und da landen wir wieder bei meinem Roman. Denn die Ideen zu dieser Hypothese stammen von dort und wurden nicht in Kassel entwickelt, sondern enden dort. Begonnen haben sie auf dem Aventinhügel im Rom. Aber bis ich diese Zusammenhänge verrate, werden Sie schon auf das Erscheinen des Buches warten müssen. Die genannten Veranstaltungen rund um Herkules dagegen können Sie bereits in diesem Jahr in Kassel erleben; viele davon, wenn dort auch die documenta läuft und wieder Hunderttausende in die nordhessische Stadt an der Fulda bringen wird.

 

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