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Die Diesel-Lüge – nachgerechnet

Die Diesel-Lüge
Die Diesel-Lüge – Verkehrsminister Scheuer: Mit falschen Berechnungen Konzern-Profite steigern statt Hardware-Nachrüstung durchsetzen / Ausgangsfoto: Studio Weichselbaumer/Wikimedia / Montage: Doc Baumann

Die Autoindustrie, allen voran VW, hat Millionen Käufer von Diesel-Autos betrogen und dafür gesorgt, dass die Umwelt und die Gesundheit der Menschen weiter geschädigt werden. Als Strafe für diese gezielten Täuschungen hat Verkehrsminister Scheuer nun vorgeschlagen, dass die Autobauer – statt für Hardware-Nachrüstung aufzukommen – Millionen Neuwagen verkaufen dürfen. Zum Schutz der Umwelt? Nein, meint Doc Baumann: Die Diesel-Lüge geht weiter.

Diesel-Autos, deren Schadstoffausstoß nicht der gesetzlichen Norm entspricht, nicht den Anforderungen des Umweltschutzes und auch nicht den Zusagen, die ihren Besitzern beim Kauf gemacht wurden, sollen nach den Vorstellungen von Verkehrsminister Scheuer nicht mit Hardware nachgerüstet werden. Ein solcher Einbau würde die notleidenden Autobauer an den Rand des Ruins bringen. Stattdessen sollen ihre Fahrer gefälligst Neuwagen kaufen und so die Profite der Automobilhersteller weiter in die Höhe treiben. Ein paar Euro sollen die zur Motivationssteigerung als Umstiegsangebot locker machen.

Ich will es mal positiv ausdrücken: Verkehrsminister Andreas Scheuer ist ja noch jung und hat in seinem Amt wenig Erfahrung. Da er aber auch Wirtschaftswissenschaften studiert hat, kann sein bedenklicher Umgang mit Zahlen nicht nur am Alter liegen. Womöglich spielt da auch schon ein bisschen Zukunftsplanung im Dienste der Industrie mit, wie man das von anderen wechselwilligen Politikern zur Genüge kennt. Entlastend kommt hinzu, dass er CSU-Mitglied ist, da hat man bekanntlich, wie sein Noch-Vorsitzender gerade vorführt, eine etwas andere Sicht auf die Welt und auf das, was gut und richtig, „christlich“ und „sozial“ ist.

Man könnte es so ausdrücken: „Es liegen keine Belege dafür vor, dass sich der Minister mit seiner Entscheidung nicht für einen gut dotierten Posten in der Auto-Industrie ins Gespräch bringen will … Nach meiner vorsichtigen Bewertung sprechen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Maßnahme handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von den Betrügereien der Automobilbauer abzulenken.“ Eine Unterstellung? Na klar! Wenn ich damit recht haben sollte, bleibe ich Journalist. Erweist sich die Unterstellung dagegen als falsch, habe ich beste Chancen, als Staatssekretär [nach aktuellen Stand: nur noch Abteilungsleiter mit Besoldungsgruppe B9 – das lohnt ja kaum noch] ins Bundesinnenministerium zu wechseln. Zur Erinnerung: Die Sätze in Anführungen sind die kaum veränderten Worte von Ex-Verfassungsschutzpräsident Maaßen, der als Strafmaßnahme für seine nachweislich falschen Behauptungen über die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz auf diesen hohen Posten befördert wurde. Aber vielleicht reicht es ja nicht aus, nur unbewiesene und falsche Behauptungen zu verbreiten – vielleicht müssen die auch noch mit Propaganda und Verharmlosungen im Interesse von Rechtsradikalen verbunden werden. (Da die Parteispitzen inzwischen wohl gemerkt haben, dass diese Entscheidung drei Vierteln der Bundesbürger nicht nachvollziehbar ist und das Vertrauen in diese Regierung rapide sinkt, soll über Maaßens Zukunft erneut verhandelt werden. Wenn Sie diesen Text lesen, kann also alles Mögliche entschieden worden sein.)


Die Diesel-Lüge klingt zunächst ja ganz plausibel: Ein sofortiger Umstieg auf Wagen, die die aktuellen Abgasnormen einhalten (tatsächlich – glaubt das jemand? Derzeit überschreiten die die Höchstwerte erheblich), schont die Umwelt umgehend. Diese Aussage ist aus mehreren Gründen erstaunlich: Zum einen bedeutet sie, dass die Industrie zwar auf die Schnelle Millionen von Diesel-Neuwagen produzieren und an den Mann (und selbstverständlich die Frau) bringen könnte – aber nicht die kleinen Aggregate, die zur Behandlung der Abgase nötig wären.

Zum zweiten vermittelt der Minister mit dieser Forderung den Eindruck, die einzige Schadstoffbelastung der Umwelt sei jene, die beim Betrieb von (Diesel-)Autos anfällt. Eine weitere Diesel-Lüge. Denn er verschweigt dabei – oder weiß er es einfach nicht? –, dass ein gewaltiger Berg an Schadstoffen plus Ressourcenverbrauch bereits anfällt, wenn ein Auto hergestellt wird.

Es gibt im Web einen schönen Rechner bei Spiegel Online, mit dem Sie mit wenigen Eingaben herausfinden können, ab wann der Neukauf eines Autos mit besseren Verbrauchs- und Abgaswerten die Umweltbelastung durch seine Produktion ausgleicht. Nehmen wir an, Sie fahren einen Pkw mit Dieselmotor, der dem Durchschnittsverbrauch von knapp 7 Litern auf 100 km entspricht. Gehen wir von einer jährlichen Fahrstrecke von 10.000 km aus. Lohnt es sich, einen Diesel-Mittelklassewagen mit der neuesten Technologie zu kaufen? Oder genauer: Nach welcher Zeit werden der Umwelt mehr Schadstoffe erspart, als die Produktion dieses Wagens nach sich zieht? Was schätzen Sie? Es sind 13 Jahre! Fahren Sie Ihren Wagen so lange?

(Meinen Benziner nutze ich seit 20 Jahren und er verbraucht rund 10 Liter auf 100 km. Wenn ich einen Mittelklassewagen mit Elektromotor kaufen würde – wann hätte der sich umweltmäßig amortisiert? Nach 16 Jahren!)

Die ministerielle Diesel-Lüge würde aber nicht nur der Autoindustrie einen gewaltigen Profit-Schub geben; sie würde auch Millionen Kfz-Besitzer finanziell in die Röhre gucken lassen. Für ihren alten Wagen kriegen sie nicht mehr viel (obwohl die im Export tätigen Gebrauchtwagenhändler bereits das große Geschäft wittern, weil sich die Autos im weniger umweltsensiblen Ausland noch immer prima verkloppen lassen). Also, ein paar Tausend für den Alten, ein paar Tausend Umstiegsprämie – und da soll die Rechnung für einen Wagen, den man eigentlich sehr viel länger fahren wollte, aufgehen?


Hoffnung kann man noch auf die Justiz setzen, wenn die demnächst über Sammelklagen betrogener Käufer urteilen wird. Gerichte haben ja nun auch die ersten Fahrverbote für ältere Diesel-Modelle in bestimmten hochbelasteten Regionen ausgesprochen. Darunter leiden werden allerdings zunächst nicht die betrügerischen Konzerne, sondern allein die Besitzer, die in gutem Glauben einen Diesel erworben hatten. Vielleicht muss die Industrie irgendwann für ihre Diesel-Lüge ja doch noch Millionen Autofahrer angemessen entschädigen. Und Strafzahlungen leisten wie in den USA. Auch wenn Verkehrsminister und Bundesregierung derzeit noch ihre schützende Hand über die Konzerne halten. Ob die Verantwortlichen wohl irgendwann ihre Zeit im Knast absitzen, so wie jeder kleine Versicherungsbetrüger, der einen Auffahrunfall inszeniert? Wo kommt wohl diese ganze Politikverdrossenheit her und der Zulauf zu rechten Sprücheklopfern ohne wirkliche Lösungsvorschläge? (Bestimmt sind am Diesel-Skandal irgendwie auch wieder die Flüchtlinge und der Islam schuld.)

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist übrigens, dass ausgerechnet die Grünen, die das Bundesland Hessen zusammen mit der CDU regieren, nun eine Klage gegen das anstehende Diesel-Fahrverbot in Frankfurt unterstützen. Und gleichzeitig bei der anstehenden Landtagswahl mit Umweltthemen anzutreten wagen. Keine Frage: Für Diesel-Besitzer ist das Fahrverbot eine Katastrophe, für die sie nichts können. Die Lösung kann aber nicht sein, mit den Schadstoffschleudern weiterzufahren, sondern umgehend die Verursacher zur Verantwortung zu ziehen und zur Hardware-Nachrüstung zu verpflichten.

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Hans D. Baumann

Doc Baumann befasst sich vor allem mit Montagen (und ihrer Kritik) sowie mit der Entlarvung von Bildfälschungen, außerdem mit digitalen grafischen und malerischen Arbeitstechniken. Der in den Medien immer wieder als „Photoshop-Papst“ Titulierte widmet sich seit 1984 der digitalen Bildbearbeitung und schreibt seit 1988 darüber.

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21 Kommentare

  1. Auch wenn mir Herr Maaßen extrem unsympathisch ist, nicht er sondern der Sprecher der Bundesregierung und die öffentlich-rechtlichen Medien berichteten von Hetzjagden, als es dafür noch kein belastbaren Beweise und Hinweise gab. Einige namhafte Journalisten, darunter z.B. Henryk M. Broder (der sicher unverdächtig sein dürfte rechte Hetze zur betreiben) haben bei der Bundesregierung schon vor Herrn Maaßen nachgefragt, worauf sich die Bundesregierung in Ihren Einlassungen stützt. Die Antworten darauf sind beschämend. Siehe: https://www.achgut.com/artikel/chemnitz_die_regierung_leistet_einen_offenbarungseid).

    Zu den Diesel-Nachrüstungen gibt es auch durchaus Meinungen, die das nicht ideologisch, sondern nüchtern aus technischer Sicht betrachten.
    Siehe:
    https://www.focus.de/auto/news/abgas-skandal/abgas-skandal-insider-packt-aus-nachruestung-von-diesel-autos-insider-sagt-was-das-wirklich-bedeuten-wuerde_id_8650026.html
    ab ca. 2 Minuten)

    Was bisher ebenfalls in die Diskussion sehr kurz kommt. Die Luft bei uns ist ja so gut wie noch nie. Waren die Grenzwerte einfach nicht realistisch und die Autobauer haben deswegen betrogen? Nicht realistische Gebäudestandards, ausgeufertes Gutachtertum und daraus entstandene völlig unsinnige technische Details und Auswüchse sind ja momentan auch einer der Hauptgründe dafür, dass die Gebäudepreise explodieren und „günstige“ Wohnungen schlicht gar nicht mehr möglich sind.

    Vielleicht haben die Städte beim Städtebau (fehlende Grüngürtel) schlicht versagt und begünstigen so die „hohen“ Messwerte?
    Wenn das journalistische Schaffen nur darin besteht das übliche abzuschreiben, dann kann es Journalist auch gleich bleiben lassen. Wenn Journalismus nicht über einen Sachverhalt berichtet, sondern Meinungsmache betreibt, dann ist Journalismus entbehrlich.

    Grüße
    Hans Glück

  2. Auch wenn ich den Ärger über diese Politik unserer Regierung, speziell unseres aktuellen Verkehrsministers und dessen Vorgängers, durchaus teile bin ich doch der Ansicht dass solche Kommentare in der DOCMA nichts zu suchen haben. Oder benutzt Doc Baumann eine dieselbetriebene EURO 5 – Version von Photoshop?
    Gruß
    Martin Hofacker

  3. Das Vorwort von Docma ist ja traditionell auch immer mehr oder weniger politisch. Manchmal sehr politisch. Von daher passt das schon.

    Der Autor bezeichnet sich im Artikel selbst als Journalist. Ich zitiere mal den „Leitsatz des Journalismus“ den Hanns Joachim Friedrichs kurz vor seinem Tod formuliert hat:

    Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein.

    Der Leitsatz wurde denn vielfach auch in abgewandelter Form bekannt:

    Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazugehört
    Dieses „nicht gemein machen mit einer Sache“ vermisse ich bei den politischen Einlassungen bei Docma!

    Gruß
    Hans Glück

    1. Die Hanns Joachim Friedrichs oft zugeschriebene Aussage, „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache“ hat er nie so gemacht. Sie gibt auch nicht wieder, wie er darüber gedacht hat. Hanns Joachim Friedrichs hat sich keineswegs dafür ausgesprochen, dass ein Journalist ein politischer Eunuch sein sollte, und das wäre auch ein schlechter Rat. (Siehe https://falschzitate.blogspot.com/2017/11/einen-guten-journalisten-erkennt-man.html)

      1. Vielen Dank für den Link. Daher hab ich auch geschrieben:

        Der Leitsatz wurde denn vielfach auch in abgewandelter Form bekannt …
        Das Originalzitat habe ich zudem gleich noch vorangestellt.

        Ich habe nichts dagegen wenn jemand die Meinung vertritt, wie im obigen Artikel. Aus meiner Sicht ist das ein sog. Meinungsbeitrag und das ist auch völlig legitim. Das wurde „früher“ mal gekennzeichnet als z.B. Kommentar, Leitartikel, Glosse, Kolumne oder wie auch immer. Heute verschwimmt das leider, so dass in verschiedenen Medien sogar Werbung wie journalistische Artikel verpackt ist. Das ist aber aus meiner Sicht einer der Gründe dafür warum Journalismus bei vielen Leuten in Verruf geraten ist. Ein Weg dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken wäre aus meiner Sicht Meinungsbeiträge auch wieder als solche zu kennzeichnen (so wie zum Beispiel das Docma-Vorwort). Dabei will ich es aber jetzt auch bewenden lassen. So „wichtig“ ist, bei allem Respekt, der Artikel ja nun auch nicht.

        Grüße
        Hans Glück

  4. Doc Baumann ist Journalist mit einer eigenen Meinung.
    Weshalb soll er sie nicht als Herausgeber eines Magazins publizieren dürfen?

    Persönlich finde ich es ganz erfrischend, wie der/die Köpfe hinter einem Magazin, Zeitung, Buch etc. so ticken. Insofern finde ich es eher interessant, mal eine Meinung abseits vom Mainstream zu lesen!

  5. Naja, der Artikel ist ja gerade Mainstream-Meinung, das war ja die ursprüngliche Kritik. Der Text und die interessanten Links sind ja leider nicht mehr zu sehen (warum eigentlich), diese waren mit „Nicht-Mainstream-Journalismus“ verknüpft (zumindest der Link zu Henryk M. Broder).

    1. „Mainstream“ ist so ein politischer Kampfbegriff, mit dem vor allem die Rechten gerne diskreditieren, was ihnen nicht behagt. Was soll man damit anfangen? Entweder stimmt etwas, oder es stimmt nicht; ob es nach irgendjemandes Meinung zum „Mainstream“ gehört, ist irrelevant.

      1. Ich habe mein docma-Abo kürzlich gekündigt, weil ich auf ein digitales Abo umsteigen wollte. Aber wenn ich hier von einem redaktionell Verantwortlichen in die rechte Ecke gestellt werde, dann haben Sie jetzt einen langjährigen Leser weniger. Meine Account kündige ich nach dieser Unverschämtheit ebenfalls.

  6. Ich lese Ihre Stellungnahmen zu aktuellen Themen immer wieder gerne, bitte behalten Sie diese Marotte bei ;-)! Es freut mich, das neben dem BWL-optimierten Tagesgeschäft noch Zeit und Platz für Blicke über den Fotografischen Tellerrand gespendet wird. Letztlich gehören solche Dinge zum Beruf des Fotografen dazu, im vorliegenden Fall erinnert es den Fotografen daran, sich Gedanken darüber zu machen, mit welchem Verkehrsmittel er seine Termine wahrnimmt. Und wählen geht er hoffentlich auch.

  7. Warum sollte Doc Baumann sich nur über fotografische Themen auslassen? Ich fände das jammerschade, weil ich seine scharfsinnigen Betrachtungen mit Vernügen lese. Egal, über welches Thema er schreibt.

  8. Wie sagte doch schon der gute Georg Christoph Lichtenberg vor langer Zeit: „Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen.“
    Dass Doc Baumann als bekennender Bartträger reinsten Wassers sich dies aber dennoch nicht nehmen lässt, ist ihm hoch anzurechnen.

    Weder als Fotograf noch als sonstiger Photoshop-Anwender lebt man im luftleeren Raum, sondern stets in seiner Gesellschaft und ist Teil derselben. Es gehört m.E. zur vornehmsten Bürgerpflicht, den Mund aufzumachen und in angemessener Weise auf wahrgenommene Misstände bzw. eklatante Lügen und offenbar bewusste Irreführungen hinzuweisen – erst recht, wenn man so wie unser Doc hier über ein Sprachrohr verfügt, welches hilft, eine große Zahl von Menschen zu erreichen, die sich möglicherweise in ihrem bewussten(?) Rückzug ins private oder berufliche Photoshoppen solcher politischen Gedanken und/oder Reden enthalten.

    Und ja: auch über Herrn Friedrichs immer wieder einmal gern kolportiertes Zitat lässt sich natürlich durchaus streiten. Auch als Journalist hat man m.E. eine moralisch-ethische Verantwortung, die einen sehr wohl dazu bringen kann eine angeblich „wertfreie“ Distanz aufzugeben und sich ggf. mit für sich erkannten „Guten“ gemein zu machen – wie immer man dies auch definieren will.

    Wenn das Berichten von – ansonsten gern verschwiegenen – Fakten die versuchten Manipulationen der öffentlichen Meinung durch Lügner und Demagogen als solche offensichtlich macht, kann ich daran auch beim besten Willen nichts sehen, was dies zu einem möglicherweise verwerfliches „Gemeinmachen“ mit einer fremden Meinung(!) machen sollte.

    Lieber Doc, mach bitte weiter den Mund auf – Photoshop ist definitiv nicht das ganze Leben und Tellerränder sind dazu da, dass man über sie hinaus blickt!

  9. Ist doch immer wieder komisch in Deutschland. Am Stammtisch, in der Arbeit usw., überall regen sich die Leute über den Diesel-Skandal auf und diskutieren. Nennt aber jemand auf einer Plattform die durchaus bekannt ist das Kind beim Namen, wird gegen diesen „Aufbegehrer“ geschossen, anstatt gegen die Betrüger in Industrie und Politik.
    Ja, auch die Betrüger der Politik, denn die Politiker sind jahrelang ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen und das wird auch einer der Gründe sein, weshalb man nun mit der Industrie so nachsichtig ist. Außerdem ist es für die feigen Politiker viel einfacher den Bürger zu gängeln, als gegen die mächtige Großindustrie zu schießen.

    Fakt ist, in anderen Ländern steht der Staat in solchen Fällen hinter seinen Bürgern und sorgt dafür dass die Betrüger merken was sie da getan haben, siehe USA. In Deutschland sind es IMMER DIE BÜRGER, welche die Scheiße ausbaden, die andere verursacht haben.
    Das war doch bei dem Bankenskandal auch nicht anders, falls sich jemand erinnert. Wir alle haben die Zeche bezahlt und bezahlen noch.

    Es reicht einfach!!!! Nun muss mal Schluss sein mit dieser Heuchelei.
    Die Industrie hat für ihren Betrug gerade zu stehen, denn die haben auch die Milliarden daran verdient.

    Und wenn unsere Politiker einen Arsch in der Hose hätten, würden Sie der Industrie dies auch klar machen und Entlassungen verbieten. Es kann nämlich auch nicht sein, dass die Millionäre und Milliardäre welche an diesen Machenschaften verdient haben, die Refinanzierung einer eventuellen Haftung auf die Mitarbeiter abschieben.

    Bravo Doc – Bitte mach weiter den Mund auf und schreie noch lauter, wenn es geht. Diese Politiker müssen wieder lernen dass sie NUR UNSERE ANGESTELLTEN sind, die für gewisse administrative Arbeiten eine Zeit lang von UNS angestellt und bezahlt werden. Wir sind nicht die Lakaien der Politiker und schon gar nicht der Industrie, die man nach belieben betrügen, belügen und ungestraft hin und her schieben kann. Wir müssen uns endlich wehren!!!
    Stammtischgespräche nützen da nichts.

  10. Ah verstehe, mein erster Kommentar wurde für alle außer für mich unsichtbar geschaltet. Alter Trick um ungebetene Meinungen ins Leere laufen zu lassen. Ich vertage es, wenn man mir einfach sagt: Dein Kommentar gefällt mir nicht, der wird gelöscht weil Docma hier Hausrecht hat. Da kann ich mit leben, auch wenn ich mir als langjähriger Docma-Leser einen anderen Umgang für einen aus meiner Sicht harmlosen und nicht unhöflichen Kommentar gewünscht hätte. Ich dachte irrtümlich die Komentarfunktion wäre zum Meinungsaustausch, mein Fehler.

    Wie der Zufall es will ein aktueller Artikel zum Thema „nicht gemein machen mit einer Sache“.:
    https://www.achgut.com/artikel/sie_haetten_claus_kleber_auch_gemocht

    Ich hoffe der ist erträglich.

    Gruß
    Hans Glück

    1. Ich finde Bodo Ramelow ja oft ganz sympathisch, aber in dem Gespräch mit Claus Kleber, um das es in dem verlinkten Artikel geht, hat ihm Claus Kleber keine Ausflüchte und keine Beschönigungen durchgehen lassen, und das hat Kleber richtig gemacht. Ich mag keine Journalisten, die nur als Stichwortgeber für Politiker agieren.

      1. Oh Herr Hußmann. Weil viele Menschen in Ostdeutschland nicht so gewählt haben wir es sich wünshcen würde, bezeichent er pauschal alale Ostdeutschen als undemokratisch. Da heißt wenn das demokratische rech zu wählen wahrgenommen wird ist das undemokratisch? Ich denke hier hat ein Jourmalist demonstriert, dass es richtig ist den Medien zu misstrauen. Mich interessiert weder AFD noch Linke noch CDU usw. Aber ich nehme mein demokratisches recht wahr meine Meinung zu sagen. Wem das nicht passt nennt mich halt undemokratisch. Na ja wenn er sonnst keine Argumente hat…

        1. Eine Partei, die auf dem Wege einer demokratischen Wahl in ein Parlament eingezogen ist, kann dennoch antidemokratische Ziele verfolgen. Das war seinerzeit bei der NSDAP so, die durch demokratische Wahlen in den Reichstag kam, und viele Menschen gehen davon aus, dass auch die AfD nicht beabsichtigt, sich auf alle Zeiten an die Spielregeln eines demokratischen Rechtsstaats zu halten. Einzelne AfD-Politiker haben sich ja bereits in Gedankenspielen darüber geübt, was passieren wird, wenn sie erst einmal die Macht ergriffen haben. Übrigens ist es auch nicht so, als ob demokratische Entscheidungen nicht kritisiert werden dürften; ganz im Gegenteil ist eine kritische Begleitung notwendig – eben deshalb ist ja eine Opposition so wichtig. Ein kritischer Journalist sollte keine Partei schonen, nur weil sich mehr als 5 Prozent der Wähler für sie ausgesprochen haben, oder weil sie, wie die Partei des Ministerpräsidenten Ramelow, die stärkste Regierungsfraktion stellt. Und ein Wähler hat zwar gegenüber einem Nichtwähler schon mal etwas richtig gemacht, aber auch er ist nicht vor Kritik befreit. Im heute-journal werden alle hart angegangen, ob von Kleber oder von Slomka; deshalb ist es ja eine so gute Sendung.

      2. Und um Ausflüchte und Beschönigungen nicht durchgehen zu lassen ist das beste Mittel sich nicht gemein zu machen mit einer Sache. Nur so kann man als Jorunalist Ausflüchten und Beschönigungen von allen politischen Gruppierungen glaubhaft entgegenstehen.

  11. Jeder, der die Möglichkeit sich zu wehren, soll es tun. Also Doc, weiter so.
    In Bozen dürfen schon seit geraumer Zeit keine Dieselfahrzeuge (Euro 1–4) durch die Stadt fahren. Um „regulär“ ins Sarntal zu kommen muss also ein Umweg von mehreren Kilometern gemacht werden; das verursacht ein Vielfaches an Schadstoffen, aber halt anderswo. Jene, die das befürworten oder beschließen haben kein Problem, sie fahren ja alle die neuesten Modelle.

    Nun macht man denselben Fehler in Hamburg, Stuttgart und Berlin, andere Städte folgen. Idioten sind einfach nicht kleinzukriegen.

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