Altglas

Pentaka 8 und Sonnar 40/2.8

Historische Kino-Objektive

Der DDR-Markt für 8-Millimeter-Schmalfilmkameras zeigt aus heutiger Sicht exotische Blüten, die westlich der Zonengrenze kaum Bedeutung erlangten. Während die AK 8 nur eine Minimallösung war, bietet die Pentaka 8 von 1956 mit Zeiss-Wechselobjektiven heute interessanteres Altglas: Das Sonnar 40/2.8 ist ein kleines Juwel und muss nicht mehr als 20 Euro kosten.

1954 flutete die AK 8 mit fest montiertem Fixfokus-Objektiv Triotar 10/2.8 die Geschäfte und war für den Filmamateur das, „was der Trabant drei Jahre später für den Autofahrer dieses kleinen Landes darstellte: eine wohldurchdachte Minimallösung.“ So formulierte es Marco Kröger.

Pentaka 8 und Sonnar 40/2.8
Zur Pentaka 8 waren drei Zeiss-Wechselobjektive erhältlich.

Ein echtes Highlight ist das Sonnar 40/2.8, das nicht mehr als 20 Euro kosten muss. Unklar bleibt, ob der Aufbau im klassischen Design oder bereits aus Einzellinsen erfolgte. Letzteres war 1956 technisch machbar, doch die Einsparungen spielten für diese kleine Optik möglicherweise keine Rolle. Der Bildlook des Winzlings ist so oder so überzeugend.

Pentaka 8 und Sonnar 40/2.8
So hatte Ludwig Bertele 1954 sein Sonnar im 4/3-Design gestaltet. Möglicherweise nutzte Zeiss es auch im Pentaka-8-Objektiv.

Zum Pentaka-Bajonett gibt es keine Informationen; das Auflagemaß misst grob geschätzt circa 20 Millimeter. Die Adaption an MFT-Kameras stellt keine große Hürde dar. Mit der Olympus OM-D E-M1 gelingt das Fokussieren sehr gut. Die Schärfe springt förmlich ins Auge, und die Aufnahmen zeigen nur eine minimale Vignettierung. Der Fokusbereich einer einfachen Adaption reicht von circa 30 bis 700 Zentimetern.

Pentaka 8 und Sonnar 40/2.8
Quick-and-Dirty-Adaption: Sie erfordert drei Schnipsel einer Gutta-Hobbycolor-Platte aus dem Baumarkt, ein Cutter-Messer und Heißkleber. Dieser hält zuverlässig, lässt sich aber auch problemlos und rückstandsfrei wieder entfernen.
Pentaka 8 und Sonnar 40/2.8
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Pentaka 8 und Sonnar 40/2.8
Sonnar 40/2.8: Hans-Jürgen Diener bietet handwerklich perfekt angepasste MFT-Adaptionen einschließlich Unendlich-Fokussierung.
Pentaka 8 und Sonnar 40/2.8
Der Bildkreis des Sonnar 40/2.8 fällt großzügig aus. Die sonst typischen Randverzeichnungen von Schmalfilmobjektiven treten kaum auf.
Pentaka 8 und Sonnar 40/2.8
Auch im Gegenlicht kann das kleine Sonnar 40/2.8 bestehen.
Pentaka 8 und Sonnar 40/2.8
Das Sonnar-Design bietet ein ausgewogenes Verhältnis von zentraler Schärfe und weichem Bokeh. Am MFT-Sensor erreicht das winzige Zeiss-Objektiv eine äquivalente Brennweite von 80 Millimetern.
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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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