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Das hat doch nichts mehr mit Fotografie zu tun!

Stimmt – Sehr vieles hat mit Fotografie nichts zu tun. 😉 Einen schönen Dienstagmorgen!

Heute gibt es nur einen kurzen Gedanken zu der auf mich oft sehr befremdlich wirkenden Einstellung nicht weniger (Hobby-) Fotografen, die sich insbesondere in öffentlichen Foren und Kommentarplattformen offenbart – vor allem natürlich anonym.

Olaf Giermann Fotografie
Olaf Giermann

Da lädt jemand ein bearbeitetes Bild hoch, in einem Online-Magazin wird ein Künstler und seine Bilder vorgestellt und es dauert nicht lange bis die ersten Kommentare à la carte kommen: „Das hat doch mit Fotografie nichts mehr zu tun!“, „Das ist doch nur mit Photoshop entstanden!“ – Aussagen, wie man sie in Fotografie-Foren immer wieder (und immer noch) von manchen „Fotografen“ hört, die vor allem Wert darauf legen, die Fotos aus der Kamera möglichst wenig zu verändern, die Fotos „der Realität“ möchten. Dass es ganz so einfach mit der Realität nicht ist, will ich hier gar nicht in aller Länge ausbreiten (denn Realität ist zum Beispiel, dass lange Texte im Internet heute eh niemand liest 😉 ).

Doch der vermeintliche Realitätsanspruch (der vielleicht auch eine Art Verbitterung gegenüber der ach so komplizierten Bildbearbeitung an sich enthält?) ist das eine, die eigenen Vorlieben über die von anderen zu stellen, das andere. Warum muss man verteufeln, was man selbst nicht mag? Bei manchen Malern waren früher die ersten Impressionisten verpönt, heute mögen viele Fotografen nicht das, was man mit digitalen Mitteln aus Bildern machen kann. Wenn man zu einem künstlerischen/ künstlichen/ gemalten/ stilisierten etc. Ergebnis kommen will, ist es doch heutzutage legitim, sich der modernen Möglichkeiten zu bedienen, die heute die digitale Bildbearbeitung bietet.

Dem einen reichen „normale“ Fotos – sowohl vom Motiv als auch von der Bearbeitung her gesehen – nicht aus, der andere kann mit übersteigerten Kontrasten nichts anfangen. Ja und? Gerade die Vielfalt von Fotografie, Bildbearbeitung und CGI macht doch die Welt der Bild-Erschaffung so extrem spannend und interessant.

Und nein, man muss deshalb nicht jedes kräftig totgemappte getonemappte HDR mit grauen Himmeln und starken Säumen schön reden, die sich auch immer noch bei vielen Menschen einer großen Beliebtheit erfreuen. Aber wenn jemand ganz besonders auf diese Art Bilder steht, dann sollte man ihm den Spaß doch gönnen. Denn darum geht es doch, oder? Deshalb: Leben und leben lassen. Und vor allem, verlieren Sie nicht den Spaß an dem, was Sie tun.

In diesem Sinne,

Ihr Olaf Giermann

Olaf Giermann Fotografie
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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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