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Kreativer Unfug … Früher wurde darüber gelacht!

Kreativer Unfug
Nur Querdenker erzeugen neue Ideen – auch wenn diese vielleicht zunächst belächelt werden. Basis-Stockfoto: Eric Simard – Adobe Stock

Kreativer Unfug … Unsere Gegenwart in der Science-fiction

Ähnliches kennen Sie vielleicht aus den ersten Star Trek-Serien (TOS und Next Generation): die Tablets. Während in der Serie mit Kirk noch im Hintergrund die Relais klackerten, die Lämpchen flackerten und die Computerstimme extrem künstlich klang, nutzte man in der „fernen Zukunft“ schon das, was wir heute als Smartphones und Tablets kennen. Bei Erstaustrahlung – das war vor Zeiten des Internets! – hinterfragte man als Zuschauer sicher die Sinnhaftigkeit dieser Dinger. Denn ein „echter Rechner“ braucht doch ordentlich Rechenleistung und muss einen mehr oder weniger großen Raum füllen.

Witzig ist ja, dass selbst in Star Trek Voyager zur Informationsübermittlung immer noch direkt die Tablets mit den entsprechenden Daten darauf übergeben wurden, statt die einfach per Mail oder Direktnachricht zu übermitteln.

Kreativer Unfug … Schräge Denkweisen in der Gegenwart

Wie schräg das aus heutiger Sicht wirkt, und dass man rückblickend darüber schmunzeln kann, wurde mir wieder bewusst, als ich kürzlich über einen Beitrag bei Facebook stolperte, der angesichts der vielen Tränen-lach-Smileys im Beitrag als auch unter dem Beitrag wohl für allgemeine Belustigung sorgte. Und ja, auf den ersten Blick ist die Situation und die Denkweise des/der Hilfesuchenden zum Lachen:

Geschildert wird (in ermüdend langatmiger Form, die ich Ihnen hier ersparen möchte) ein echter oder (wahrscheinlich!) erfundener Anruf beim IT-Support:

Anrufer: Ich brauche Ihre Hilfe, meine Zwischenablage funktioniert nicht.

Support: Was genau möchten Sie denn machen?

A: Eine Datei kopieren. Hab die Datei mit der rechten Maustaste angeklickt und „Kopieren“ gewählt.

S: Und dann?

A: Dann habe ich die Maus am anderen PC angeschlossen, aber dort gibt es das „Einfügen“ nicht. Aber ich bin mir sicher, dass ich die Datei auf die Maus kopiert habe.

Das ist im Prinzip der lustige Kern des geteilten Inhalts. Und wer Bescheid weiß, wie unsere derzeitige Hardware („richtig“) funktioniert, fasst sich hier an den Kopf und muss zumindest mal schmunzeln.

Kreativer Unfug … Wenn die Wirklichkeit den Lacher und die Sci-Fi überholt

Aber mal Hand aufs (kreative!) Herz: Ist diese Denkweise denn so abwegig? Wer ausschließlich so denkt, wie es bestehende Abläufe und vorhandene Technik vorgeben, wird kaum neue, kreative Lösungen schaffen können. Ich fand daher den Facebook-Beitrag weniger lustig, sondern eher interessant im Hinblick auf das Außerhalb-der-Box-Denkens.

Ja, die Maus ist/war nur ein Zeigegerät. Aber warum sollte die keinen Speicher enthalten können?

Jeder kennt und nutzt heute USB-Sticks – es wäre doch kein Aufwand, das mit dem Mauskonzept zu verbinden. Erfordert eine direkte Verbindung per Stecker oder Kabel, aber immerhin. Wobei das Konzept auf dem selben lustigen Niveau wäre, wie das Weitergeben der iPads in Star Trek.

Viel einfacher wäre es doch, auf dem einen Gerät einfach zu kopieren und die Zwischenablage auf einem anderen Gerät direkt wieder einfügen zu können, oder?

Lustig? Spinnerei? Quatsch?

Nee, mit einem aktuellen MaciPhoneiPad ist das jetzt schon Realität (Stichwort: „Hand-off“)! Und ich nutze diese Funktionalität inzwischen tatsächlich erstaunlich oft, um nahtlos mit meinen verschiedenen Geräten arbeiten zu können. Mal eben einen Text vom Desktop in einen auf dem Handy angefangenen Beitrag einfügen, ein Bild vom iPhone auf das iPad kopieren, eine Datei übertragen, ohne erst aufwendig Airdrop-Fensterchen öffnen zu müssen … und vieles mehr.

Selbst Photoshop 2020 unterstützt diese Funktion schon direkt über »Datei > Von iPhone/iPad importieren«. Nach dem Aufruf kann man direkt mit dem Mobilgerät ein Foto oder einen Scan anfertigen, der ohne weiteres Zutun direkt in Photoshop landet.

Also echt: Ich fand den Facebook-Lacher weniger lustig – sondern eher ziemlich inspirierend im Hinblick darauf, außerhalb der gewohnten Bahnen zu denken. SO funktioniert Kreativität.

Und hier muss ich mal den Schlusssatz von DOCMA-Kollege Christoph Künne klauen, weil er so gut passt:

Munter bleiben! 😉

Euer Olaf

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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