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Wie der M42-Anschluss vom Markt verschwand II

Altglas-Report

Mit Pentax verabschiedete sich der letzte große japanische Hersteller vom M42-Anschluss. Das 1976 eingeführte PK-Bajonett wird heute noch an digitalen Pentax Spiegelreflexkameras genutzt. Neben den etablierten Anschlüssen von Canon, Konica, Leica, Minolta, Nikon und anderen konnten sich nur Zeiss und Yashica mit dem C/Y-Bajonett längere Zeit behaupten. Alle anderen Versuche scheiterten kläglich. Spätestens nach der letzten verzweifelten Rolle rückwärts.

Yashica M42 und ML. M42-Anschluss
Yashica hatte bereits 1974 den M42-Schraubanschluss zugunsten des Contax-Bajonetts aufgegeben, auch als C/Y abgekürzt. Über beide Objektiv-Serien informiert „Digital fotografieren mit alten Objektiven – Band 2“ ausführlich.
Topcon. Wie der M42-Anschluss vom Markt verschwand II
1979 war das Topcon-Bajonett bei Neckermann als Restposten im Ausverkauf und von Cosina-Modellen mit Pentax-PK-Anschluss abgelöst worden. Den seit Mitte der 1970er Jahre drohenden Konkurs konnte auch die Fusion mit Karstadt nicht abwenden.

Rolle rückwärts: Icarex TM, Exakta und Prakticar B

Als eine der letzten westdeutschen Spiegelreflexkameras kam 1966 die Icarex 35 von Zeiss Ikon auf den Markt, zunächst nur mit dem proprietären BM-Mount. Bajonett war inzwischen angesagt, egal wie exotisch es war. Notgedrungen ließ man sich später doch auf den verschmähten, aber weit verbreiteten „Ostanschluss“ ein. Die TM-Baureihe entstand. TM stand für Thread Mount, sprich M42. Was dem Gebrauchtmarkt heute das begehrte Zeiss Ultron 50/1.8 mit konkaver Frontlinse und Universalanschluss beschert. Zum Erfolg führte die Rolle rückwärts nicht mehr, 1972 wurde die Produktion eingestellt. Vergleichbar scheiterte Ihagee mit der Tradionsmarke Exakta und M42-Anschluss. Nach dem Verkauf der Markenrechte nutzte Neckermann den bekannten Namen für einen letzten M42-Marketing-Coup. Auch zur 1979 eingeführten DDR-Kamera Prakticar B (B wie Bajonett) bot der VEB Penatcon einen M42-Adapter an – ähnlich wie Pentax, doch ohne nennenswerten Erfolg. Der Anschluss kam ein Jahrzehnt zu spät. Inzwischen dominierten japanische Anbieter den Markt – mit innovativen Kameras, exzellenten Objektiven und proprietären Bajonetten.

Altglas-Report Teil II. M42-Anschluss
Exatar-Objektive haben nichts mit der Traditionsmarke Exakta zu tun, sind aber einen Blick wert. Über das Exaktar 55/1.8 im Vergleich zum Pentax-Takumar 55/1.8 und den letzten Neckermann Marketing-Coup berichtet der Altglas-Report (Teil I) ausführlich.
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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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