Adobe Firefly KI-Assitent als Betaversion am Start

Vor zwei Wochen hatte Adobe den Firefly KI-Assistenten angekündigt, ohne einen Zeitrahmen für die Umsetzung zu nennen. Um so überraschender ist es, dass der KI-Assistent ab sofort als öffentliche Betaversion für Kunden mit Creative Cloud Pro oder kostenpflichtigen Firefly-Tarifen (Pro, Pro Plus und Premium) bereitsteht. Der KI-Assistent ergänzt Firefly um eine dialogbasierte Steuerung für Bild-, Video- und Layoutaufgaben. Statt Werkzeuge in Photoshop, Premiere Pro oder Illustrator einzeln aufzurufen, beschreibt der Anwender das gewünschte Ergebnis in natürlicher Sprache. Firefly übernimmt anschließend mehrere Arbeitsschritte automatisch im Hintergrund.
Adobe nennt typische Beispiele aus dem Produktionsalltag: Der KI-Assistent schneidet ein Motiv gleichzeitig für Instagram, TikTok und klassische Webformate zu, erweitert Bildränder per „Generativ Erweitern“, bearbeitet Dateien stapelweise, passt Dateigrößen an und speichert Varianten direkt in der Creative Cloud. Auch aus einem einzelnen Foto soll sich so eine kurze Kamerafahrt oder eine animierte Szene ableiten lassen. Der Anwender kann jederzeit eingreifen, Änderungen stoppen oder einzelne Schritte korrigieren.

Technisch erinnert das Konzept an einen Produktionsassistenten. Der Fotograf oder Designer formuliert eine Anweisung wie „Verwandle die Abendaufnahme in eine regnerische Straßenszene der 1950er Jahre und liefere zusätzlich ein Hochformat für Social Media“. Firefly verteilt die Aufgabe anschließend auf mehrere Adobe-Anwendungen. Genannt werden Photoshop, Lightroom, Premiere Pro, Illustrator, Express und Frame.io. Dabei werden jedoch nicht alle Dateiformate unterstützt.
Der „Firefly AI Assistant“ geht aus „Project Moonlight“ hervor, das Adobe bereits 2025 als Technologievorschau präsentierte. Laut Adobe soll der Assistent künftig auch persönliche Arbeitsweisen berücksichtigen, etwa bevorzugte Werkzeuge, typische Farbpaletten oder wiederkehrende Bearbeitungsschritte. Gerade professionelle Retuscheure und Fotografen dürften allerdings genau beobachten, wie präzise die KI komplexe Composings oder anspruchsvolle Bildkorrekturen tatsächlich interpretiert.

Weitere Neuerungen für Firefly
Gleichzeitig erweitert Adobe Firefly um neue Bild- und Videofunktionen. Dazu zählt unter anderem „Präzisionsfluss (Beta)“. Damit erzeugt Firefly zahlreiche Varianten eines Motivs mit unterschiedlich starker Abweichung vom Ausgangsbild. Der Effekt ähnelt einer Serie leicht variierter Belichtungen oder Objektivwechsel derselben Szene: Mal verändert sich nur die Lichtstimmung, mal wandelt sich die gesamte Bildanmutung.
Hinzu kommt „AI Markup“. Dabei markiert der Anwender direkt im Bild jene Bereiche, die verändert werden sollen. Ein Kreis um eine störende Straßenlaterne oder eine grob gezeichnete Kontur soll genügen, damit Firefly dort Objekte entfernt, ergänzt oder Lichtstimmungen verändert.
Auch die Videofunktionen baut Adobe aus. Firefly erhält zusätzliche Audiowerkzeuge, neue Farbkorrekturen und eine direkte Verbindung zu Adobe Stock. Inhalte aus der Bilddatenbank stehen dadurch unmittelbar innerhalb der Firefly-Oberfläche bereit.
Außerdem integriert Adobe weitere KI-Modelle externer Anbieter. Dazu zählen „Kling 3.0“, „Kling 3.0 Omni“, Googles „Veo 3.1“ sowie „Nano Banana 2“. Laut Adobe umfasst Firefly inzwischen mehr als 30 KI-Modelle. Anwender können damit je nach Motiv und Stil zwischen unterschiedlichen Bild- und Videogeneratoren wechseln.
Mehr über die Neuerungen lesen Sie im Blog-Beitrag von Adobe. Alle neuen Funktionen im Detail sind auf den Firefly-Hilfeseiten beschrieben. Die Beta-Version des KI-Assistenten können Sie hier ausprobieren.





