Altglas

Optiken im Vintage-Objektiv-Buch I

Visite im Altglas-Container

Gelegentlich kommt die Frage, warum bestimmte Objektive nicht im Vintage-Objektiv-Buch vorgestellt werden. Dafür gibt es zwei simple Gründe. Ein Buch kann kaum die Vollständigkeit des Angebots abbilden, eine datenbankgestützte Website wäre dazu geeigneter. Der zweite Grund geht auf den Verlauf meiner Altglasvirus-Infektion zurück.

Da ich meine ersten Altglaserfahrungen mit Nikon Spiegelreflexkameras sammelte, waren Optiken mit deutlich geringerem Auflagemaß ungeeignet. Canon FD-, Konica AR- und Minolta-Objektive schieden aus. So kamen zunächst drei M42-Normalbrennweiten ins Haus. Anfangs empfand ich die auf circa zwei Meter begrenzte Fokusentfernung dieser Kombination als Behinderung. Letztlich ermöglichten mir diese Grenzen eine der wichtigsten Lernerfahrungen für meine Fotografie. Motive zu finden, die in dieser Entfernung interessant und groß genug sind, um aus meinen ersten Ideen halbwegs brauchbare Bilder zu gestalten, erwies sich zunächst als schwierig. Robert Capas kluger Satz: „Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran“ gewann plötzlich an Bedeutung. Über die Kombination von Nikon-Kameras mit M42-Objektiven wurde hier berichtet.

Rote Ampel. Optiken im Vintage-Objektiv-Buch I
Nicht ganz einfach: Der Hand des Radfahrers mit Normalbrennweite und Vollformatkamera so nahe zu kommen, ihm dabei zuzureden, die Hand nicht wegzuziehen und gleichzeitig zu fokussieren (Helios 44 an Nikon D700).
Trioplan. Optiken im Vintage-Objektiv-Buch I
„Geh näher ran“ verhilft auch der Trioplan-Fotografie zu interessanteren Perspektiven. Über das beste Trioplan wurde hier philosophiert (Domiplan 50/2.8 an Nikon D300S).
Tessar Nikon D700. Optiken im Vintage-Objektiv-Buch I
Mit Muße und ausreichendem Umgebungslicht lässt sich das Tessar 50/2.8 an der Nikon D700 besonders gut fokussieren.

Infektionsverlauf

Als spiegellose Kameras ins Haus kamen, gab es genug Objektive, die zum Ausprobieren erst mal Adapter benötigten. Trotzdem kamen weitere dazu. Einige sind mir „zugelaufen“, wie die kleine Minolta-Sammlung als Geschenk einer Freundin aus dem Nachlass ihres Vaters, oder meine wenigen Flohmarktfunde.

Minolta Trio
Minolta-Objektive wurden erst mit spiegellosen Kameras interessant. Das 50/1.2 ist ein vergleichsweise modernes 7/6-Design der späten 70er Jahre. Wissenswertes über die Gattung der „Lichtriesen“ wurde hier zusammengestellt.

Aussicht auf Heilung

Die Frage des amerikanischen Fineart-Fotografen George Barr „Was erreiche ich mit dem neuen Objektiv, was mir jetzt noch nicht gelingt?“ drang nur langsam in mein Bewusstsein. In den Kamera-Schrank waren inzwischen über 100 Objektive eingedrungen. Hilfreich war auch der Austausch mit anderen Altglas-Enthusiasten. Acht von ihnen berichten über ihre Erfahrungen im Vintage-Objektiv-Buch. Einige ihrer Bilder zeigen sie hier im Blog.

Altglas Protagonisten
Mit Gunnar Asmus und Roland Günter teilen zwei weitere Altglas-Enthusiasten ihre Erfahrungen im aktuellen Vintage-Objektiv-Buch.

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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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3 Kommentare

  1. Lieber Bernd,

    ich habe eine ältere Auflage von Deinem Buch, wo kann ich nachlesen, was sich zwischen den Auflagen so verändert hat?

    So dass ich entscheiden kann, ob sich ein Neukauf lohnt.

    LG Bernhard

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