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Das geht auch: Nikon Spiegelreflexkameras und M42-Objektive

Nikon Spiegelreflexkameras und M42-Objektive

M42-Objektive lassen sich ebenfalls an Nikon Spiegelreflexkameras adaptieren, nur der Fokusbereich ist aufgrund der unterschiedlichen Auflagemaße begrenzt. Eine echte Einschränkung ist es nicht, innerhalb der Grenzen lassen sich echte Hingucker kreieren. Ein 50-mm-Objektiv lässt sich auf maximal zwei Meter scharf stellen und der passende Adapter muss nicht mehr als fünf Euro kosten. Mit einer 135er Brennweite erschließen sich fast zehn Meter und eröffnen weitere Möglichkeiten. Beides reicht auch für typische Trioplan-Aufnahmen.

Tessar mit Zeit. Nikon Spiegelreflexkameras und M42-Objektive
Mit Muße lässt sich das M42-Tessar 50/2.8 an der Nikon D700 besonders gut fokussieren.
Helios 44 Nikon AFS. Nikon Spiegelreflexkameras und M42-Objektive
In Bezug aufs Bokeh kann das alte Helios 44 sich durchaus mit einem professionellen Nikkor-Zoom messen (Nikon D700, links Helios 44-M 58/2.0, rechts Nikon AF-S 24-70/2.8).

M42-Adapter

Der M42-Adapter für Nikon Spiegelreflexkameras ist nur einen Millimeter dick, er wirkt dennoch wie ein Zwischenring und begrenzt den fokussierbaren Bereich. Wer es ganz genau wissen will, findet bei Wikipedia die exakten Auflagemaße. Mit einem 50er und Vollformatkamera musste man sich schon immer stärker um Komposition und Bildinhalte bemühen. „Geh näher ran“ wird zum wichtigen Gestaltungsprinzip. Doch es kann Überwindung kosten, Menschen auf die Pelle zu rücken und zum Verbleib im Bild zu animieren. Aber es lohnt sich. Immer. Am Nikon DX-Sensor ergibt sich die Bildwirkung einer 75er Brennweite – die Schritte können hier etwas kleiner ausfallen.

M42-Adapter. Nikon Spiegelreflexkameras und M42-Objektive
M42-Adapter für Nikon ohne Kragen (links) haben einen größeren Innendurchmesser und passen beispielsweise auch auf das alte Zeiss Tessar 50/3.5. Mit Kragen (rechts) sorgen sie dafür, dass ein am M42-Objektiv vorhandener Blendenstift eingedrückt wird.

Ein M42-Trioplan für 20 Euro?

Das Trioplan war über Jahrzehnte ein Standard-Objektiv für viele verschiedene Kameras. Heute ist sein einzigartiges Kringel-Bokeh gefragt. Die Auswahl an Objektiven für den typischen Trioplan-Bildlook beschränkt sich keineswegs auf die Klassiker aus der Manufaktur Hugo Meyer in Görlitz. Welches Trioplan ist das Beste? Darüber wurde hier im Blog berichtet.

Trioplan Domiplan. Nikon Spiegelreflexkameras und M42-Objektive
Unschärfekreise mit leuchtenden Kanten im Bokeh erzeugen Aufnahmen mit Trioplan-Objektiven, zu denen auch das Domiplan 50/2.8 zählt (Nikon D300S).

Vorsorge

Bauartbedingt erreichen Objektive mit Entfernungseinstellungen im Nahbereich ihre größte Baulänge, weil sie nach vorne ausfahren. Rückseitige Teile des Objektivs können dann nicht den Spiegel gefährden. Allerdings sollte man in Unendlich-Einstellung unbedingt vermeiden, den Auslöser zu betätigen. Wer ganz sicher gehen möchte, vergleicht das zu adaptierende Objektiv mit einen Nikon Originalobjektiv.

Vorsorge Spiegel
Das adaptierte Objektiv (links) wird mit Adapter an einem Originalobjektiv ausgerichtet (grüner Balken), beide Objektive sind in Unendlichstellung. Das linke Objektiv ragt hinten weiter heraus (roter Balken) als das Originalobjektiv. Das wird den Spiegel behindern.

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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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