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Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“

Am Samstag, den 18.7.2017, war ich in Berlin, um beim Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“ einen Eindruck vom praktischen Teil zu gewinnen. Hier ein Einblick und meine Eindrücke.

Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“

Foto: Adobe


Der Adobe Stock-Workshop


Persönlich war ich nur einen Tag vor Ort, aber tatsächlich handelte es sich um einen zweitägigen Workshop, der vom Adobe Stock-Team in einem Kreuzberger Loft veranstaltet wurde, um Nachwuchsfotografinnen und -fotografen Hintergründe, Arbeitsweisen (Planning, Shooting, Postproduction), Möglichkeiten und aktuelle Trends der professionellen Stockfotografie näher zu bringen.

Gastgeber Murat Erimel, seines Zeichens Head of Marketing bei Adobe Stock für den zentraleuropäischen Raum, moderierte beide Workshop-Tage und erklärte den Teilnehmern Adobes Vision von Adobe Stock als kreativen Marktplatz.

Murat Erimel, Adobe Stock Head of Marketing, führt die Teilnehmer in die großen Pläne der zwei Workshoptage ein. Foto: Mat Hayward – Adobe Stock

Zu diesem Workshop konnten die Teilnehmer sich nicht einfach ein Ticket kaufen, sondern es wurden aus der Vielzahl der Bewerber nur 20 durch den Veranstalter ausgewählt. Das war vielleicht auch ein Grund für das hohe Engagement aller Workshop-Teilnehmer und für die wirklich beeindruckenden Bildergebnisse, die am Ende des Tages präsentiert wurden. Respekt!

Eine Auswahl von Bildergebnissen der Teilnehmer, die es bereits am Ende des zweiten Tages bei Adobe Stock zu kaufen gab. Klicken Sie auf das Bild, um mehr und eine größere Ansicht zu sehen.

Thematisch ging es im weitesten Sinne um Frauen vor der Kamera in den Bereichen Lifestyle, Fashion und Beauty – jenseits der gängigen Stereotypen der Stockfotos –, wobei laut Veranstalter im Sinne der „Body-Positivity“-Bewegung zwei Plus-Size-Models gebucht wurden.

An vier Stationen wurden den Teilnehmern thematisch gebündelt verschiedene Aspekte vermittelt. Die Fotografie-Coaches waren Alina Schessler und Felix Rachor – die durch ihre ziemlich gegensätzliche Arbeitsweise eine ideale Kombination für den Workshop waren.


Station 1: Modern Lifestyle/Homestory


Instagram-Shooting Star und Modemarken-Ambassador Alina Schessler vermittelte den Teilnehmern ihr lockeres Vorgehen bei der Ideenfindung und die richtige Kommunikation mit dem Modell, um in einer gegebenen Location eine Vielzahl an modern und ungezwungen wirkenden Fotos zu erzielen.

Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“

Alina Schessler (Mitte) erläutert ihre intuitive Herangehensweise zum Finden eines lebendig-authentisch wirkenden Stockfotos. Foto: Olaf Giermann

 

Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“

Für jedes Motiv gibt es zig verschiedene Blickwinkel! Foto: Olaf Giermann

Interessant: Die Nachbearbeitung beschränkt sich bei Alina meist auf das Anwenden von Presets in Lightroom, die dann aber je nach Bild und Geschmack optimiert werden.


Station 2: Beauty und Lookentwicklung


Der vor allem für seine detailliert ausgearbeiteten Beautyaufnahmen bekannte Fotografen Felix Rachor vermittelte seine eigene, planvolle Vorgehensweise am Set, um mittels gezielter Lichtsetzung und fotografischer Effekte das gewünschte Look & Feel zu bekommen. Und dafür muss man sich nicht in technischen Details verlieren, sondern sich schrittweise dem gewünschten Ergebnis annähern – wofür man sich oft zu wenig Zeit nimmt.

Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“

Felix Rachor nimmt sich viel Zeit, um das richtige Licht und die passende Aufnahmeperspektive zu finden. Foto: Olaf Giermann

Im Nachbearbeitungsteil ging es dann natürlich um Retusche und Dodge & Burn in Photoshop, wobei nach den fotografischen Vorbereitungen aber doch weniger als vermutet zu tun verblieb.

Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“

Heute schreibt doch keiner mehr mit! Da wird die Übersicht per Smartphone-Foto festgehalten! 😉 Foto: Olaf Giermann


Station 3: „Stock School“


Verena Heinrich und David Pena vom Adobe Stock Contributor Relations Team vermittelten hier in interaktiver Weise, worauf beim Upload zu Stock Portalen zu achten ist. Es ist teilweise erstaunlich, wie genau da auf die Details geachtet wird. Da wird schon mal ein Foto abgelehnt, weil im Hintergrund ein kleines Markensymbol zu sehen ist. Aber bei den heutigen Bildgrößen, könnte genau dieser Bildausschnitt ja vielleicht in einem unschönen Zusammenhang verwendet werden. Und das und vieles mehr ist „not acceptable“. Fotos mit erkennbaren Menschen benötigen in der Regel ein „Model Release“, manche Bilder ein „Property release“. Interessant fand ich, dass auch Stock-Agenturen unter Spam leiden: die gleiche Szene zig-fach hochgeladen, nur wenig variiert, sogar nur gespiegelt … Verständlich, dass solche redundanten Motive, die jeder Stock-Anwender selbst in Sekunden mit Photoshop erzeugen könnte.

Um solche Dinge und viele andere Aspekte ging es an dieser Station, und was sich zunächst als trockenes Thema darstellte, war für mich dann trotzdem sehr interessant. Denn beispielsweise Fotos von Personen des öffentlichen Rechts, die man journalistisch bedenkenlos verwenden könnte, sind als Stock-Foto tabu.

Bemerkenswert fand ich persönlich hier übrigens die Offenheit und Transparenz mit der darüber gesprochen wurde, wie und was man durch die Fotografie für Adobe Stock/Fotolia denn verdienen kann. Wenn Sie nur ab und zu mal ein Bild hochladen, können Sie sich vielleicht mal einen Eisbecher finanzieren – Umsätze in größerem Maße generiert man jedoch nur bei regelmäßigem Hochladen. Und um davon leben zu können, müssen Sie die Stockfotografie schon als Vollzeit-Job mit entsprechendem Aufwand durchführen.

Dabei geht es zunehmend darum, entsprechende „Content gaps“ zu füllen – also möglichst klischeefreie (beispielsweise bloß keine Anzugträger mehr, die sich plakativ die Hände schütteln!), moderne, authentische Fotos zu liefern.

(sorry, ich hab hier nur zugehört und völlig vergessen, Fotos zu machen 😉 )


Station 4: Still Life und Stock-Workflow


Am letzten (oder ersten Set, je nachdem, wo man anfängt zu zählen 😉 ) erläuterte Sven Doelle (Customer Advocate & Principal Business Development Manager) wie man Lightroom CC und Lightroom CC Classic produktiv einsetzen kann. Bei den Berufsbeschreibungen amerikanischer Unternehmen wie eben auch von Adobe muss ich immer schmunzeln, aber Sven hatte hier viele Tipps parat, wie die Lightroom-Apps dem Stockfotografen helfen können.

Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“

Sven Doelle erläutert den produktiven Einsatz von Lightroom CC und Lightroom CC Classic mit einigen derzeit noch notwendigen Kniffen, um beide Programme mit Raws in Originalgröße synchron zu halten. Foto: Olaf Giermann

Derzeit kann man nur aus Lightroom CC Classic (oder Adobe Bridge) direkt zu Adobe Stock hochladen, wie Sven Doelle erläuterte. Online erfolgt dabei automatisch eine Verschlagwortung durch Adobes KI „Adobe Sensei“ – deren Ergebnis man jedoch nachträglich anpassen kann. Adobe Sensei bietet darüber hinaus die Möglichkeit bei der Suche auch nach Kriterien zu suchen, die man für gewöhnlich nicht verschlagwortet, also beispielsweise nach Farben oder „Schärfentiefe“ (Adobe nutzt hier den Begriff „Tiefenschärfe“, aber den mag ich persönlich gar nicht; ein anderes Thema! 😉 )


Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“: Mein Fazit


Alles in allem war es für mich als freier Teilnehmer aus meiner „docmatischen“ (vor allem) Bildbearbeiter-Sicht ein sehr interessanter Tag. Die Referenten machten Spaß. Für die Teilnehmer gab es nicht nur viele Infos, sondern am Ende des Tages auch viele absolut „industry-ready“ high-end-Ergebnisse.

Adobe Stock-Workshop „Frauen/Bilder“

Kurz nach dem Upload und der Besprechung der Bildergebnisse gab es auch schon die ersten zwei Bildverkäufe auf Adobe Stock. Der Verdienst hält sich in Grenzen, aber der Workshop zeigt: So geht es! Foto: Olaf Giermann

Aber auch: Für mich persönlich ist die Stock-Fotografie eher nichts. Ich beschränke mich da lieber auf die Anwendung von Adobe Stock-Fotos und den flexiblen, neuen Workflow in Photoshop CC, wie ich ihn beispielsweise bei meinem Blade Runner-Motiv im aktuellen Jubiläumsheft (15 Jahre!) Nr. 80 des DOCMA-Magazins eingesetzt habe:

Für dieses Bild habe ich größtenteils Fotos von Adobe Stock eingesetzt. Damit war ich bis fast zur Finalisierung völlig flexibel und habe die Einzelfotos erst kurz vor Fertigstellung lizensiert. Warum, wieso und wie erkläre ich in DOCMA 80. Montage: Olaf Giermann

Ist jetzt doch mehr Text geworden, als beabsichtigt. Sorry. 😉

Beste Grüße,

Olaf

Olaf Giermann

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