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Lesermeinung: Bildkritik und Techtalk Heft 59

­Lothar Kimmeringer über schlechte Wischeffekte und die Sinnlosigkeit des alten Microsoft-General Motors-Vergleichs.

Hallo, zu DOCMA 59 „Doc Baumanns Bildkritik“: Die Verwischungsrichtung der Bentley-­Werbung mag für einen Mitzieheffekt seltsam aussehen. Wie sähe der Effekt aber aus, wenn das Foto von einem zweiten Fahrzeug aus gemacht worden wäre, das auf der Gegenspur mit gleicher Geschwindigkeit wie der Bentley unterwegs war? In der Praxis macht man solche Fotos allerdings so, dass man die Kamera über eine Teleskopstange mit dem Auto verbindet und dann relativ lange belichtet, während es ein paar Meter geschoben wird (das Ganze wird so lange wiederholt, bis die Aufnahme passt). Am Ende retuschiert man die Stange aus dem Bild. Normalerweise kann man schlechte Nachbauten in Photoshop an den nicht verwischten Spiegelungen beim Auto erkennen.

DOCMA 59 Techtalk „Auf ewig“: Den Vergleich mit General Motors fand ich schon dämlich, als es noch cool war, über Microsoft zu lästern. Würde man Autos wie Software behandeln, wäre es selbstverständlich, dass Motor, Getriebe und andere Kernkomponenten beliebig ausgetauscht werden könnten. Ebenso würde ein Auto auf eine Art und Weise betrieben werden, die vom Hersteller nie vorgesehen waren. Wie das in die Hose gehen kann, hat BMW in Japan lernen müssen. Dort lassen Chauffeure von Luxusautos den ganzen Tag den Motor laufen, damit die Klimaanlage arbeitet. Da die Motoren so vorzeitig den Geist auf­gaben, hat BMW lange Zeit mit dem Image der Unzuverlässigkeit in Japan kämpfen müssen.

Grüße, ­Lothar Kimmeringer

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