Christoph Künne

Christoph Künne, von Haus aus Kulturwissenschaftler, forscht seit 1991 unabhängig zur Theorie und Praxis der Post-Photography. Er gründete 2002 das Kreativ-Magazin DOCMA zusammen mit Doc Baumann und hat neben unzähligen Artikeln in europäischen Fachmagazinen rund um die Themen Bildbearbeitung, Fotografie und Generative KI über 20 Bücher veröffentlicht.
  • Die EU plant, das Urheberrecht für das KI-Zeitalter grundlegend zu überarbeiten. Für Kreative stehen damit neue Chancen, aber auch Unsicherheiten im Raum – von Vergütungsmodellen bis zur Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Bilder. Milliarden Fotos, Illustrationen und Bildbearbeitungen haben KI-Modelle groß gemacht. Doch die Urheber haben dabei bisher oft nichts verdient, nichtsMehr

  • Wer heute ein Foto macht, weiß nie so genau, wer da eigentlich abdrückt: der Mensch, die Maschine – oder beide gemeinsam? Willkommen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz, wo die Zukunft der Bildkunst zwischen Authentizität, Algorithmus und dem leisen Seufzer echter Emotionen balanciert. Es gibt Momente, da fühlt sich die GegenwartMehr

  • Kürzlich hatte Michael Hußmann hier von einem Retro-Prototyp mit Lichtschachtsucher berichtet, den Canon auf der CP+ präsentiert hat – technisch limitiert aber dafür ästhetisch aufgeladen. Doch statt echter Innovation bleibt es beim Lifestyle-Accessoire. Die Frage drängt sich auf: Warum wagt Canon nicht den Sprung ins Mittelformat sondern überlässt die ZukunftMehr

  • Die digitale Bildbearbeitung hat uns gelehrt, dass Kontrolle alles ist. Doch was, wenn ein Farbfilm analog plötzlich die Regeln diktiert und Blau in Orange, Gelb in Türkis und Rot ins Violette kippt – ganz ohne Mausklick, sondern chemisch, unwiderruflich, im Moment der Belichtung? Harman Switch Azure 125 ist kein GimmickMehr

  • Wer glaubt, man hätte mit der Anschaffung eines der neu vorgestellten Apple-M5-MacBooks das letzte Wort in Sachen mobiler Kreativpower gesprochen, könnte beim Blick auf die Preisliste ernüchtern. Doch was steckt wirklich hinter den beeindruckenden Zahlen – und für wen lohnt sich der Sprung auf die neue Generation? Die zwei SeitenMehr

  • Die Bilderflut ist zur Sintflut geworden. Wir schreiben das Jahr 2026, und die visuelle Kultur ertrinkt in ihrer eigenen, perfekten Reproduzierbarkeit. KI-Modelle wie Midjourney V7 oder Googles Nano Banana generieren aus wenigen Worten fotorealistische Szenen, die von einer Kameraaufnahme nicht mehr zu unterscheiden sind. Was also bleibt für uns Bildschaffende,Mehr

  • Es ist eine Verheißung, die so alt ist wie die digitale Bildbearbeitung selbst: das perfekte Bild auf dem perfekten Schirm. Einst beugten wir uns mit dem Fadenzähler über Kontaktabzüge und Leuchttische, um im Korn die letzte Nuance an Zeichnung zu finden. Heute verspricht uns die Industrie mit OLED-Monitoren das ParadiesMehr

  • Es gibt Momente, die den kreativen Prozess definieren: die blitzartige Eingebung in den frühen Morgenstunden, das beharrliche Ringen um die perfekte Komposition, der plötzliche Durchbruch nach Tagen der Stagnation. Diese zutiefst menschlichen Erfahrungen aus Intuition, Zufall und hartnäckiger Arbeit schienen stets die letzte, uneinnehmbare Bastion gegenüber der kalten Logik derMehr

  • Mit dem flächendeckenden Einsatz von KI-Algorithmen stehen wir an der Schwelle einer Epoche, in der die Grenze zwischen dem, was wir wahrnehmen, und dem, was uns vermittelt wird, endgültig zerfließt. Was einst die Fotografie für das visuelle Gedächtnis des Industriezeitalters war – eine technische Prothese zur Fixierung der Wirklichkeit –,Mehr

  • Wir haben bald ein Speichermedium, das die Zivilisation überdauern kann. Doch was nützt es, wenn wir vergessen, wie man es liest? Es ist der Albtraum jedes Kreativen und jedes Archivars: der digitale GAU. Jener Moment, in dem die Festplatte nur noch klackert, das Archivband einen Lesefehler meldet oder sich einMehr

  • Erinnern Sie sich noch an die hitzigen Debatten, Photoshop würde die Glaubwürdigkeit der Fotografie untergraben? Wie rührend naiv uns das heute vorkommt. Damals ging es um die manuelle Manipulation einzelner Pixel, um eine eher handwerkliche Kunst der Täuschung, die Können und Zeit erforderte. Heute stehen wir vor einer gänzlich neuenMehr

  • Die Logik, die heute Netflix-Serien für abgelenkte Smartphone-Nutzer optimiert, erobert mit stiller Gewalt die Welt der Bilder. Was für Film und Fernsehen gilt, sickert unaufhaltsam in die Bildagenturen und Kreativabteilungen durch. Der entscheidende Augenblick, einst die heilige Kuh der Fotografie, wird dabei ersetzt durch das algorithmisch montierte Mosaik. Wir erlebenMehr

  • Die Vorstellung hat etwas zutiefst Beunruhigendes: Ein digitaler Doppelgänger, der mit Ihrer Stimme am Telefon Ihre Bankdaten abfragt. Ein täuschend echtes Video, in dem Ihr Gesicht für Dinge herhält, die Sie nie gesagt oder getan haben. Seit künstliche Intelligenz aus wenigen Fotos und Stimmproben realistische Klone anfertigen kann, wächst dieMehr

  • Es sind jene Momente, die das Vertrauen in die mediale Wirklichkeitsabbildung fundamental erschüttern. Mitten im seriösen Nachrichtenflaggschiff des ZDF, dem heute journal, flimmerten Bilder über den Schirm, die einen Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE zeigten: eine Frau, zwei Kinder, Beamte in martialischer Pose. Die Szenen wirkten beunruhigend echt, doch sie sindMehr

  • Man muss es gesehen haben, um die Kritik zu verstehen: George Washington marschiert durch eine Szenerie, die aussieht, als hätte ein fiebernder Träumer sie gemalt. Seine Hände wirken, als wären sie aus Knetmasse, seine Mitstreiter tragen mitunter zwei Hüte übereinander, und die Stimmen klingen, als hätte man einen Geschichtsprofessor durchMehr

  • Wenn Algorithmen im Sekundentakt visuelle Bilderfluten produzieren, wirkt das leise Surren einer Sofortbildkamera wie ein subversiver Akt. Aus dem dunklen Schlund des Apparats gleitet ein weisses Kärtchen, auf dem sich, wie von Geisterhand, langsam eine Szene aus der eben noch gelebten Wirklichkeit materialisiert. Das Sofortbild, dieses kleine, chemische Wunder istMehr

  • Brad Pitt schlägt auf Tom Cruise ein. Auf einem Dach, in einer dramatischen Auseinandersetzung, die sich um die brisanten Epstein-Akten dreht. Was klingt wie das Drehbuch zu einem fiebrigen Hollywood-Thriller, ist in Wahrheit das Ergebnis einer simplen Texteingabe Die Szene, die vor wenigen Tagen viral ging, wurde mit Seedance 2.0Mehr

  • Kürzlich las ich am Rande eines Interviews mit einem führenden KI-Forscher den Satz, die aktuellen Systeme seien vor allem „Meister der kontextfreien Synthese“. Dabei fiel mir eine eigene Erfahrung wieder ein: Für einen Auftrag versuchte ich, die Mannaz-Rune zu generieren. Dieses Zeichen steht nicht nur für den Buchstaben „M“, sondernMehr

  • Warum das Plus bei den Stückzahlen die eigentliche Krise der Branche verschleiert und der Absturz eines Giganten wie Nikon alles sagt. Die Sektkorken dürften in den Konzernzentralen der Kameraindustrie nur sehr verhalten geknallt haben. Auf den ersten Blick verkünden die CIPA-Zahlen für den Kameramarkt 2025 eine Erfolgsgeschichte: 9,44 Millionen weltweitMehr

  • Es ist ein Paradoxon unserer Zeit: Nie zuvor wurde mehr fotografiert, und selten schien das einzelne Bild weniger zu bedeuten. Im endlosen Strom der digitalen Feeds verliert die Fotografie ihre Kontur, ihre Fähigkeit, innezuhalten und zu wirken. Wer in diesen Tagen die Ausstellung »In Love with Photography« des Stern-Fotografen VolkerMehr

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