Objektive

Zwei neue Zoom-Sondenobjektive von Laowa

Venus Optics erweitert die Laowa-Cine-Reihe um zwei makrotaugliche Probe-Zooms für Vollformatkameras: das „Laowa Probe Zoom 15–24 mm T8“ und das „Laowa Probe Zoom 15–35 mm T12“. Beide Objektive kombinieren einen extremen Weitwinkel mit einem langen, schlanken Tubus, der tief in Setaufbauten hineinragt – etwa zwischen Produkte, durch Modelleisenbahnen oder knapp über Wasserflächen hinweg. Dadurch entstehen Bilder mit sehr niedrigem Kamerastandpunkt oder „Tunnelblick“-Effekt, die sonst nur mit großem Aufwand erreichbar wären.

Das 15–24 mm T8 deckt einen Bildwinkel von 84,1 bis 110,5 Grad ab und bietet eine Lichtstärke von T8 bis T32. Der kleinere Zoombereich von 1,6‑fach liegt näher an einem klassischen Weitwinkel-Makro und eignet sich, wenn der Bildwinkel nur moderat variiert werden soll. Das 15–35 mm T12 bietet mit 63,4 bis 110,5 Grad einen größeren Brennweitenbereich und einen Zoomfaktor von 2,3‑fach, wofür man allerdings die geringere Lichtstärke von T12 bis T40 in Kauf nehmen muss. In der Praxis erlaubt dieses Zoom starke Perspektivwechsel in einer Einstellung – etwa vom extremen Close-up auf eine Verpackung hin zur Totale eines Tabletop-Sets.

Beide Objektive sind als Vollformat-Makrozooms ausgelegt und erreichen bei einem minimalen Arbeitsabstand von fünf Millimetern eine Vergrößerung von bis zu 1,6‑fach (15–24 mm) beziehungsweise 2,3‑fach (15–35 mm). Die lange, rund 54 Zentimeter messende Tubusbauform ist teilweise wasserdicht ausgeführt und für Drehs in beengten oder feuchten Umgebungen vorgesehen – etwa in Aquarien, Food-Sets mit Flüssigkeiten oder zwischen dicht stehenden Objekten, wo herkömmliche Cinezooms ausscheiden.

Optisch bauen die Probe-Zooms auf ein aufwendiges System mit 37 Linsenelementen in 26 Gruppen; beide nutzen eine Neun-Lamellen-Iris und belichten einen Bildkreis von 43,2 Millimetern. Fokus, Blende und Zoom sind mit Zahnringen im 0,8‑Mod-Standard für Follow-Focus-Systeme ausgestattet.

Laowa bietet die Zooms in vier Tubus-Konfigurationen an: „Direct View“ (gerader Tubus), 35‑Grad‑Version, 90‑Grad‑Version sowie eine Periskop-Variante. Dadurch lässt sich der Blickwinkel des Objektivs unabhängig von der Kameraposition wählen – etwa seitlich versetzt oder rechtwinklig um die Ecke, vergleichbar mit einem Periskop, das aus einer Tischplatte „auftaucht“. Die Frontsektionen lassen sich jeweils um 360 Grad drehen, was die Bildkomposition bei niedrigen oder schwer zugänglichen Kamerapositionen erleichtert.

Als Anschluss nutzt die Serie standardmäßig ARRI‑PL; über wechselbare Bajonette stehen zudem EF-, RF-, E-, Z- und L-Mount zur Verfügung. Die Objektive sind einzeln oder in Sets erhältlich, die unterschiedliche Tubus-Varianten kombinieren – bis hin zu einem Acht-Linsen-Bundle, das beide Brennweitenbereiche und alle vier Modulversionen umfasst. Die Preise liegen je nach Konfiguration zwischen rund 3.500 und über 22.000 US‑Dollar. Weitere Informationen finden Sie auf der Laowa-Website.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"