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Scharfes Glas aus Jena: Zeiss Pancolar 50/1.8

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Das Zeiss Pancolar 50/1.8 gilt als eines der besten Objektive seiner Zeit. Es wurde von 1964 bis in die 80er Jahre mit M42-Anschluss in Jena gefertigt und seine Linsen dürften mit einem der ersten Computer bei Zeiss berechnet worden sein. Wenige Jahre nach seinem Erscheinen wurde das ursprüngliche 6/4-Linsendesign auf 6/5 geändert und erhielt eine Multicoating-Vergütung. Für hohe Detailauflösung und Schärfe ist das Pancolar 50/1.8 MC eine gute Wahl.

Scharfes Glas aus Jena
Pancolar. Scharfes Glas aus Jena: Zeiss Pancolar 50/1.8
Links ein älteres Pancolar im Zebra-Design mit acht Blendenlamellen und thoriumhaltigen Linsen. Rechts die moderne Version mit Multicoating und sechs Blendenlamellen. Neben diesen Bauformen gibt es zahlreiche andere.
pancolar 6-4. Scharfes Glas aus Jena: Zeiss Pancolar 50/1.8
Das ältere Zeiss Pancolar wurde für sechs Linsen in vier Gruppen (6/4) berechnet.
Pancolar 8 Lamellen.
Geht es ums Bokeh, sind die älteren Versionen mit acht Blendenlamellen im 6/4-Design möglicherweise attraktiver (Pancolar 50/1.8 an Sony A7II).
pancolar 8 bei f2.8.
Abgeblendet auf f/2.8 wirken die Lichter im Bokeh beim älteren Pancolar mit acht Blendenlamellen noch weitgehend rund. Auch die Schärfe auf den Blättern kann überzeugen.
pancolar 1967
1967 erschien ein neu berechnetes Pancolar im 6/5-Design. Die zuvor verkittete hintere Linsengruppe wurde in zwei einzelne Linsen geteilt.
pancolar 6
Abgeblendet auf f/2.8 werden die Lichter im Bokeh mit dem neueren Pancolar bereits sechseckig. Bei stark ausgeprägten Spitzlichtern fällt es noch deutlicher auf.
pancolar6 mod
Das Pancolar MC ist auch ein beliebtes Modding-Objektiv und erzeugt bizarre Licht-Effekte. Dieser Beitrag beschreibt, wie es gemacht wird (Pancolar 50/1.8 MC an Fuji X-T10).

Bauformen

Kenntnisse über die verschiedenen Bauformen helfen bei der Kaufentscheidung und erleichtern auch die Bestimmung des ungefähren Baujahres. Eine brauchbare Gesamtübersicht zum Pancolar findet sich hier, nur die Informationen zum optischen Design sind nicht korrekt. Wer mehr Details über die Entwicklung des Pancolar sucht, wird hier fündig. Die eingangs erwähnte Umstellung des optischen Designs von 6/4 auf 6/5 wird nicht erklärt. Aber die Vermutung liegt nah, dass die Einführung der ersten Computer im Objektivbau diese Änderung forcierte, beziehungsweise Neuberechnung überhaupt erst ermöglichte. Über die DDR-Rechenanlage Oprema und ihr Beitrag zur Objektiventwicklung wurde hier berichtet.

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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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2 Kommentare

  1. Erfahrungswerte finden sich in spezialisierten Foren zur Canon R. Da ich bei anderen Adaptern (Nikon F/Z, Fuji X und MFT) bisher keine Ausreißer oder Auffälligkeiten feststellen konnte, gehe ich davon aus, dass diese Erfahrungen auf Canon-Adapter übertragbar sind. Welche Kamera-Funktionen mit Altglas anders als mit Originalobjektiven agieren, lässt sich nur im direkten Vergleich beantworten. Pauschal formuliert sind im Fuji X-System die wenigsten Abweichungen festzustellen, bei Sony A die meisten. Die Bedienung von Nikon Z-Kameras orientiert sich sehr deutlich an den Spiegelreflexmodellen. Canon hat mit der R5 und R6 inzwischen den gleichen Weg eingeschlagen und sich von Touchbar & Co verabschiedet.

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