Die erste Spiegelreflexkamera für das Kleinbildformat wurde 1936 auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt. Karl Nüchterlein entwickelte die wegweisende Kine-Exakta in Dresden bei Ihagee, einem vom Niederländer Johann Steenbergen 1912 gegründeten Unternehmen. Bald stand ein umfangreiches Zubehörprogramm zur Verfügung. Doch der heute übliche Prismensucher war erst 1950 verfügbar.

Gegenüber den populären Sucherkameras Leica und Contax bot die Exakta unschlagbare Vorteile: Ihr Lichtschachtsucher zeigte exakt das Bild, das später auf dem Film zu sehen war, und ließ auch die Schärfentiefe vor der Aufnahme erkennen. Hilfssucher, Naheinstellgeräte oder Schärfentiefe-Tabellen wurden nicht mehr benötigt, und Ihagee konnte das „Ende der Blindfotografie verkünden“.


Von der Kine-Exakta produzierte Ihagee bis Ende 1943 rund 38.000 Stück. Unter DDR-Regie wurden von 1945 bis 1950 rund 70.000 Kameras produziert; sie spülten Devisen ins Land. Die Website von Horst Neuhaus lädt zum Schwelgen in Details und kuriosen Geschichten ein. Sie bietet auch zahlreiche Abbildungen von Kameras und Objektiven, ergänzt durch alte Werbung.

Die größte Innovation erfuhr die Kamera 1950. Vermarktet als Exakta Varex war sie die weltweit erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera mit wechselbarem Suchersystem. Neben dem Lichtschacht gab es endlich einen Prismensucher, der die intuitive Wahl des Bildausschnitts deutlich erleichterte.












