Cambo-Optiken als Vorsatz vor einer Normalbrennweite erzeugen faszinierende Bildüberlagerungen. In Kombination mit einem gemoddeten Zeiss Pancolar entstehen ungewöhnliche Abstraktionen und malerische Effekte direkt in der Kamera – ohne Doppelbelichtungen oder zusätzliche Hilfsmittel. Nur in Ausnahmefällen kommt ein Stativ zum Einsatz.
Der bewährte Modding-Klassiker Pancolar bietet bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen die größte Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten – deutlich mehr als ein Helios 44. Die Kombination mit Cambo-Optiken eröffnet zusätzliche Optionen, die Martin J. Kunz beim Experimentieren entdeckte.
Die Kombination von Modding-Objektiven (Cambo + Pancolar) erschließt neues Gestaltungspotenzial – bis hin zur vollständigen Verfremdung.Vom gleichen Standpunkt aus mit dem gemoddeten Pancolar aufgenommen: eine unspektakuläre Szene. Seine Stärken spielt das Objektiv in anderen Settings aus.Die Cambo 40 kam 1966 auf den Markt, nutzte Polaroids Sofortbildtechnik und erstellte pro Aufnahme vier Passfotos gleichzeitig.Das Pancolar erlaubt einen Mid-Mod. Dazu eignen sich die Typen „auto 50/1.8 MC“ oder „electric 50/1.8 MC“. Ein Objektivschlüssel erleichtert das Entnehmen und Umdrehen der Linse.Jahrmärkte bieten für das gemoddete Pancolar unzählige Möglichkeiten. Typisch für den Pancolar-Look sind die dreieckigen Verzeichnungen der Lichter. Im weichen Licht entsteht ein verträumter Look, der an piktoralistische Traditionen erinnert.Cambo-Optiken finden über einen drehbaren Filter Anschluss an das Frontgewinde. Mit M42-Objektiven bietet ein Helicoid gegenüber einem Standardadapter mehr Spielraum beim Fokussieren sowie zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten für den Grad der Verfremdung.Die Bandbreite der Bildwirkung von Cambo-Optiken ist oft kaum vorhersagbar. Weitere Cambo-Aufnahmen bietet dieser Beitrag im Altglas-Blog (3er-Set Cambo, Cosina 50/1.7, Nikon Z6).Mit der Kombination Cambo + Pancolar entsteht diese Bildwirkung. Der Grad der Verfremdung lässt sich zusätzlich mit dem Helicoid variieren.
Vom gleichen Standpunkt aus sieht die Realität mit einem 135er-Tele so aus.
Wie mit groben Pinselstrichen gemalt: 3er-Set Cambo, Pancolar 50/1.8 Mid-Mod, Nikon Z6.
Die klaren Flächen und Linien dieses Motivs wirken sich vorteilhaft auf die Verfremdung aus.
Die erzielbaren Effekte unterscheiden sich deutlich – und genau hier setzt der Modding-Guide an: Er bietet fundierte Informationen, praxisnahe Empfehlungen und konkrete Anleitungen zur Auswahl, zum Kauf, zur Adaption und zur Handhabung erprobter Optiken. Über 250 Abbildungen ergänzen den Text, machen Ergebnisse sichtbar und Unterschiede unmittelbar nachvollziehbar. Links und Fußnoten führen gezielt zu weiterführenden Kapiteln und sorgfältig ausgewählten externen Quellen. Frei nach Karl Valentin ließe sich sagen: Alles ist schon fotografiert worden – nur noch nicht mit diesen Objektiven.
Der Modding-Guide bietet auch detaillierte Informationen und Anleitungen zu Modding, Montage und Handhabung der hier vorgestellten Objektive.
Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.