Adobe bringt den Creativity Connector in Google Gemini

Adobe hat angekündigt, seinen Adobe for creativity connector künftig in Googles KI-Assistenten Gemini zu integrieren. Die Ankündigung erfolgte am 19. Mai 2026 im Rahmen der Entwicklerkonferenz Google I/O. Nutzer sollen mit dem Kreativ-Agenten in den kommenden Wochen Creative-Cloud-Funktionen direkt aus Gemini heraus aufrufen können, ohne zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln zu müssen.
Grundlage der Integration ist eine agentenbasierte Technologie, die Adobe als „Adobe Creative Agent“ bezeichnet. Diese unterstützt den Firefly KI-Assistenten in Adobe Firefly sowie den Adobe for Creativity Connector für Claude. Bei dessen Nutzung beschreiben Anwender in natürlicher Sprache eine gewünschte Aufgabe, etwa die Bearbeitung eines Bildes oder die Generierung von Social-Media-Formaten. Das KI-System koordiniert laut Adobe anschließend verschiedene Adobe-Werkzeuge im Hintergrund und holt bei Bedarf die Freigabe von Zwischenschritten ein.
Adobe demonstriert das Konzept unter anderem am Beispiel eines Fotografen, der Porträts mit Unterstützung des Firefly KI-Assistenten bearbeiten lässt. Nach Vorgaben zu Licht, Bildwirkung und Detailgrad kombiniert dieser Funktionen aus Anwendungen wie Photoshop und Lightroom, um die Bearbeitung schrittweise umzusetzen. Laut Adobe soll dadurch der manuelle Wechsel zwischen einzelnen Programmen reduziert werden. Ein weiteres Beispiel betrifft die Erstellung von Social-Media-Inhalten. Adobe zufolge kann der Connector aus einem einzelnen Bild automatisch verschiedene Formate für Plattformen wie Instagram, YouTube oder X erzeugen.
Nach Unternehmensangaben sollen Gemini-Nutzer künftig Zugriff auf mehr als 50 Adobe-Tools erhalten. Dazu zählen Werkzeuge aus Photoshop, Illustrator, Premiere Pro und Adobe Express. Adobe unterscheidet dabei zwischen den Connector-Funktionen für externe KI-Assistenten und dem umfassenderen Firefly KI-Assistenten, der laut Adobe auf mehr als 60 Werkzeuge zugreift.
Der Workflow soll in Gemini beginnen können und sich anschließend in Firefly Boards oder in Anwendungen der Creative Cloud fortsetzen lassen. Adobe verfolgt damit nach eigenen Angaben die Strategie, Kreativwerkzeuge auch außerhalb der eigenen Plattformen bereitzustellen.
Bereits Ende April hatte Adobe den Adobe for creativity connector in das KI-Modell Claude von Anthropic integriert. Für die Nutzung reicht ein Claude-Konto und die Aktivierung über den Dialog »Anpassen«. Zum Nutzungsumfang schreibt Adobe: „Sie benötigen kein Adobe-Konto, um loszulegen. Gastnutzer können die in diesem MCP enthaltenen kostenlosen Tools (etwa 40 Standard-Tools) sofort direkt im Chat nutzen. Melden Sie sich mit einem kostenlosen oder kostenpflichtigen Adobe-Konto an, wenn Sie weitere Tools, Creative Cloud-Speicherplatz für Ihre Assets, höhere Nutzungslimits und Kontinuität über verschiedene Sitzungen hinweg wünschen. Der „Adobe for Creativity“-Connector ist an drei Orten verfügbar: Claude Chat (Web & Mobil), Cowork (Desktop), Claude Desktop.“
Einen konkreten Veröffentlichungstermin für die Gemini-Integration hat Adobe bislang nicht genannt. Das Unternehmen kündigte lediglich an, weitere Details in den kommenden Wochen bekanntzugeben. Mehr dazu erfahren Sie im Adobe Blog.



