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Hasselblad Phocus Mobile jetzt auch für Android-Geräte

Hasselblad hat Phocus Mobile jetzt auch für Android veröffentlicht. Viele Anwender hatten sich eine entsprechende Version seit längerem gewünscht. Zum Start unterstützt die Android-App in Version 1.0.0 die Kameras X2D II 100C, X2D 100C sowie die 907X & CFV 100C. Bislang bot Hasselblad die Anwendung ausschließlich für iOS mit der Bezeichnung Phocus Mobile 2 an.

Phocus Mobile fungiert als offizielle Begleitsoftware für Hasselblads digitale Mittelformatkameras und bringt die „Hasselblad Natural Colour Solution“ (HNCS) – Hasselblads hauseigenes Verfahren für Farbwiedergabe und Tonwertabstufung – erstmals vollständig auf Android-Geräte. Fotografen sichten, bearbeiten, organisieren und exportieren Bilder damit direkt auf dem Smartphone oder Tablet, ohne den Umweg über den Desktop-Rechner zu nehmen.

Farbtreue und HDR-Unterstützung

HNCS bildet den Kern der App: Farben, Tonwertabstufungen und Lichterzeichnung bleiben laut Hasselblad von der Vorschau bis zum finalen Export konsistent. Auf HDR-fähigen Android-Geräten zeigt die App mit der X2D II 100C aufgenommene HDR-Bilder im vollen HNCS-HDR-Farbraum an. Die App erlaubt zudem eine gezielte Anpassung der HDR-Lichter. HDR-Aufnahmen exportiert die App als Ultra-HDR-JPG, einem erweiterten JPEG-Format mit HDR-Informationen. Raw-Dateien lassen sich wahlweise als Ultra-HDR-JPG oder verlustfrei als HDR-TIFF ausgeben.

KI-Rauschreduzierung für High-ISO-Aufnahmen

Mit der Android-Version führt Hasselblad auch die „Hasselblad Natural Noise Reduction“ (HNNR) ein, ein Verfahren zur Rauschminderung in Raw-Dateien, das auf künstlicher Intelligenz basiert. Es soll bei hohen ISO-Werten in Low-Light- und Nachtaufnahmen sauberere Ergebnisse liefern, ohne dabei feine Bilddetails zu verlieren. HNNR soll das Rauschen in 100-MP-Raw-Bildern in etwa 15 bis 20 Sekunden reduzieren. Laut Hasselblad wurde das Verfahren mit Hunderttausenden eigenen Aufnahmen trainiert.

Die App bietet dafür zwei Modi an: Der Modus „Purity“ setzt auf maximale Rauschunterdrückung, „Detail“ bewahrt bewusst mehr Luminanzrauschen zugunsten feiner Texturen. Beide Modi stimmt Hasselblad mit HNCS ab, sodass Farbwiedergabe und Tonwerte auch nach der Rauschreduzierung erhalten bleiben sollen.

Besonders interessant ist die Funktion für Nutzer der 907X und CFV 100C. Anders als die X2D-Modelle verfügen diese Kameras über keine kamerainterne Bildstabilisierung. HNNR soll hier soll hier Freihandaufnahmen bei wenig Licht erleichtern.

Bearbeitung und Fotoverwaltung

Für die Bildbearbeitung stellt Phocus Mobile ein umfangreiches Werkzeugpaket bereit: Belichtung, Gradationskurven, Weißabgleich, Monochromkorrektur, Objektivkorrektur, Rauschreduzierung, Schärfung, Zuschnitt, Drehung und Perspektivkorrektur. Fotografen kopieren Einstellungen und wenden sie auf mehrere Bilder gleichzeitig an, was den Workflow bei größeren Bildmengen beschleunigen soll.

Der Bildimport läuft per WLAN oder, bei kompatiblen Kameras, kabelgebunden über USB-C. Nach dem Import sortieren Fotografen Aufnahmen per Sternebewertung und Favoriten, bevor sie diese als JPG, TIFF, HEIF oder 3FR-Raw (Hasselblads natives Rohdatenformat) exportieren.

Voraussetzungen

Phocus Mobile für Android benötigt mindestens 12 Gigabyte Arbeitsspeicher und Android 12. Für die optimale Farbdarstellung empfiehlt Hasselblad Android 16 sowie einen Snapdragon-8-Gen-3-Prozessor oder neuer. Diese Prozessorgeneration setzt der Hersteller auch für HNNR voraus. Die kabelgebundene USB-C-Verbindung funktioniert derzeit ausschließlich mit der X2D II 100C ab Firmware-Version 1.3.16.1.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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