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Sonnenaufgang, Milchstraße, Polarlichter: Atmos App sagt die Fotochancen voraus

„Lohnt sich die Fahrt zum See für den Sonnenaufgang? Ziehen die Wolken genau richtig auf – oder macht Nebel das Motiv zunichte? Und wie stehen die Chancen auf eine klare Milchstraße statt einer grauen Wolkendecke?“ Solche Fragen stellen sich viele Fotografen, die ihre Aufnahmen gezielt nach Licht- und Wetterbedingungen planen. Die iOS-App Atmos for Weather & Photo setzt genau hier an: Sie analysiert Wetterdaten danach, wie gut sich ein Ort zu einer bestimmten Zeit zum Fotografieren eignet.

Der Entwickler und Fotograf Matthew Raifman bewirbt die App als Antwort auf das ständige Wechseln zwischen mehreren Wetterdiensten vor einem Shooting. Atmos soll relevante Informationen bündeln und daraus einen „Shootability Score“ berechnen, der die fotografische Eignung eines Zeitfensters bewertet. Für Sonnenauf- und -untergänge fließen unter anderem Bewölkung, Luftfeuchte, Sichtweite, Wind, Niederschlag, Sonnenstand und Gelände in die Analyse ein. Die Bewertung orientiert sich daran, wie der Himmel voraussichtlich aussehen wird – nicht nur daran, ob es trocken bleibt.

Für die Nachtfotografie berücksichtigt Atmos zusätzlich Faktoren wie Temperaturentwicklung, Taupunkt, atmosphärische Transparenz und Mondphase, um die Chancen auf gute Sternenhimmel- und Milchstraßenfotos einzuschätzen. Ergänzend fließen Weltraumwetterdaten der US-Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) ein, darunter der Kp-Index, die Geschwindigkeit des Sonnenwinds und die Ausrichtung des interplanetaren Magnetfelds. Wer Polarlichter fotografieren möchte, erkennt damit schneller, ob sich eine nächtliche Tour in dunklere Regionen lohnen könnte.

Die App erstellt eigene Bewertungen für zwölf Fotogenres, darunter Landschaft, Wildlife, Makro, Langzeitbelichtung, Milchstraße und Infrarotfotografie. Dabei gewichtet Atmos die Wetterparameter laut Anbieter je nach Genre unterschiedlich. Wind spielt bei Langzeitbelichtungen eine andere Rolle als bei Tieraufnahmen, während Nebel für Landschaftsfotos reizvoll sein kann, bei der Astrofotografie jedoch meist stört. Statt Wetterdaten lediglich aufzubereiten, übersetzt Atmos sie in fotografische Chancen – etwa für Nebel über dem See, markante Wolkenformationen oder einen klaren Sternenhimmel.

Wie hilfreich und zuverlässig die App im fotografisch Alltag ist, lässt sich noch nicht beurteilen. Die ersten Nutzerbewertungen fallen jedoch positiv aus: Im App Store erreicht Atmos aktuell die Höchstwertung, wobei die Zahl der Rezensionen bislang noch überschaubar ist.

„Atmos for Weather & Photo“ ist derzeit ausschließlich für iOS verfügbar und für das iPhone optimiert. Die App kann kostenlos heruntergeladen werden und bietet eine zweiwöchige Testphase. Nach deren Ablauf werden 3,99 US-Dollar pro Monat fällig. Nach Angaben des Entwicklers dient das Abonnement dazu, die laufende Weiterentwicklung der App sowie die Nutzung kostenpflichtiger Wetter-APIs zu finanzieren.

Weitere Informationen finden Sie im App Store.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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