Snapseed 3.15.0: Google integriert vollwertige Kamera mit Pro-Modus und Filmemulationen in die iOS-App

Google hat die Fotobearbeitungs-App Snapseed für iPhone mit Version 3.15.0 um eine vollständig integrierte Kamerafunktion erweitert. Technisch handelt es sich dabei nicht um eine völlig neue Funktion: Snapseed hatte die Kamera bereits im Dezember eingeführt, sie war jedoch nur über Umwege wie Sperrbildschirm-Widgets oder das Kontrollzentrum zugänglich – nicht aus der App selbst heraus. Mit dem aktuellen Update ändert sich das: Ein Kamera-Symbol in der oberen rechten Ecke der App öffnet nun direkt den Sucher.

Pro-Modus mit manuellen Belichtungskontrollen
Wer den „PRO“-Schalter oben links im Kamerabildschirm aktiviert, erhält Zugriff auf drei manuelle Parameter: ISO, Verschlusszeit und Fokus. ISO bezeichnet dabei die Lichtempfindlichkeit des Sensors – ein hoher ISO-Wert hellt dunkle Szenen auf, erzeugt aber auch mehr Bildrauschen. Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange der Sensor belichtet wird: kurze Zeiten frieren Bewegung ein, lange Zeiten erzeugen Wischeffekte. Die Bedienung erfolgt über ein haptisch anmutendes Einstellrad.
Filmemulationen in Echtzeit
Das Herzstück des Kamera-Updates sind die Filmemulationen. Die integrierten Stile orientieren sich an klassischen Filmtypen wie Kodak Portra, Kodak Gold und Kodak E200 sowie Fujifilm Superia und Pro 400H. Hinzu kommen Agfa Optima und Scala, Polaroid 600 sowie Technicolor. Wer etwa mit dem Portra-Profil fotografiert, erhält jene warmen Hauttöne und zurückhaltenden Kontraste, für die dieser Diafilm in analogen Tagen bekannt war – das Ergebnis sieht im Sucher bereits vor dem Auslösen so aus, wie es später gespeichert wird.
Entscheidend dabei: Snapseed brennt diese Looks nicht fest in die Bilddatei ein. Jedes aufgenommene Foto behält einen vollständigen Bearbeitungs-Stack – sämtliche Parameter, einschließlich Gradationskurven und Filmemulationsstärke, lassen sich auch nach der Aufnahme noch anpassen oder vollständig zurücksetzen. Das entspricht einem non-destruktiven Workflow, wie ihn Desktop-Programme wie Lightroom seit Jahren etabliert haben.
Benutzeroberfläche und Themes
Die Kamera bietet sechs anpassbare Sucher-Themes: Editor, Dusk, Negative, Steel, Haze und Depth – also unterschiedliche Farbgebungen der Bedienoberfläche, die sich nach persönlichem Geschmack wählen lassen. Das Wechseln zwischen den Filmemulationen begleitet eine subtile Rückspulanimation, die bewusst die Ästhetik analoger Filmkameras aufgreift. Außerdem lassen sich eigene gespeicherte „Looks“ – also selbst angelegte Bearbeitungsvoreinstellungen – direkt beim Fotografieren anwenden.
Plattform und Verfügbarkeit
Version 3.15.1 steht im iOS App Store kostenlos zum Download bereit (Das kurz nach veröffentlichung nachgeschobene Update auf v 3.15.1 . dient primär der Fehlerbehebung und Stabilitätsverbesserung, um einen reibungslosen Start der neuen Kamera-Funktionen zu gewährleisten). Android-Nutzer gehen vorerst leer aus: Die Android-Version von Snapseed hat seit Mai 2024 kein Update mehr erhalten. Google hat laut mehreren Berichten bestätigt, dass eine Aktualisierung der Android-App geplant ist, einen konkreten Termin für die Kamerafunktion nennt das Unternehmen jedoch nicht.
Mehr zur iOS-Version von snapseed finden Sie hier.









