Altglas

Foto-Tour auf Zeche Zollverein

Modding-Report

Schon aus der Ferne fällt das markante Doppelbock-Fördergerüst der Zeche Zollverein ins Auge. Spätestens an den farbenprächtigen Rolltreppen zur ehemaligen Kohlenwäsche wird klar: Dieser Ort ist ein Paradies für Fotografen. Für mich ist der weitläufige Komplex der zweite Stopp meiner NRW-Tour – mit einem ganzen Arsenal gemoddeter Objektive.

Modding-Guide
Die Rolltreppe zum Besucherzentrum, aufgenommen mit drei Polaroid-Objektiven: Eins fokussiert auf den Besucher, die beiden anderen überlagern das Bild mit Lichtreflexen.
Zeche Zollverein
Deutlich mehr Drama bietet der Blick auf die abwärtsführende Treppe mit einem Weitwinkelobjektiv. 20 Millimeter Brennweite am Vollformat sollten es schon sein. Hier gilt: Weniger Brennweite steigert die Wirkung (Nikon AiS 20/2.8).
Der Modding-Guide
Die Zeit auf dem weitläufigen Gelände der Zeche Zollverein vergeht wie im Flug. An den grün markierten Punkten wurden die hier gezeigten Bilder aufgenommen (Bild: Stiftung Zollverein).

Die Zeche Zollverein galt als größte und modernste Steinkohlenzeche der Welt. Heute zählt sie zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein Ankerpunkt auf der Europäischen Route der Industriekultur. Ob sie die schönste Zeche ist? Nun ja, darüber gehen die Meinungen im Ruhrpott auseinander. Den Titel muss sie sich wohl mit der im Vergleich winzigen Zeche Zollern in Dortmund teilen. Ein Jugendstil-Portal ziert dort den Zugang zur Maschinenhalle, auch „Kathedrale der Arbeit“ genannt.

Zeche Zollverein
Eine begehbare ehemalige Transportstrecken beginnt neben dem Bistro Schacht XII (Punkt A12) und eröffnet weitere Perspektiven.
Modding-Guide
Polaroid-Optiken erschließen auf der höher gelegenen Transportstrecke mittags im harten Licht eigenwillige Blickwinkel. Das Bild mag auf den ersten Blick verwirren, doch die Handhabung des Objektivs ist einfach. Für die ersten Schritte eignen sich auch illuminierte Motive mit wenigen klaren Linien, die hier zusammen mit verschiedenen Polaroid-Kombinationen vorgestellt werden.
Der Modding-Guide
Das Oscillio-Paragon 75/1.9 feierte seine Premiere auf Zollverein. Es wurde in den 1960er-Jahren für die Oszillogramm-Fotografie entwickelt und eignet sich auch als Makro-Objektiv. Darüber hinaus bietet es ein einzigartiges Bokeh.
Der Modding-Guide
Die Kokerei auf Zollverein beeindruckt durch ihre Größe und zählt zu den Highlights. Hier aufgenommen mit dem Oscillio-Paragon. Mehr zu diesem außergewöhnlichen Objektiv, der Adaption und Handhabung gibt es hier.
Vom Außenbereich des Cafés „die Kokerei“ bietet sich mit dem Oscillio-Paragon dieser Blick, wenn die Sonne morgens noch sehr flach einfällt.
Die 3er-Polaroid-Kombination liefert durch Überlagerungen einen deutlich anderen Look.
Zeche Zollverein
Weiches Licht bei bedecktem Himmel bietet einen eher nüchternen Blick auf die Batterie der Koksöfen. Im Rahmen einer Führung gelangt man auch ins Innere der Kammern (Nikon 55/2.8 Micro).
Der Modding-Guide
Cambo lizenzierte das Polaroid-Verfahren und brachte 1966 eine Studiokamera mit sehr ungewöhnlich aufgebauten Objektiven auf den Markt.
Der Moding-Guide
Die Batterie der Koksöfen, aufgenommen mit den oben abgebildeten Cambo-Optiken. Wenngleich das frühe Morgenlicht eine entscheidende Rolle spielt, unterscheidet sich der Bild-Look – und ist für eine Cambo-Aufnahme vergleichsweise unaufgeregt.

Für die eigene Planung

Die vorgestellten Foto-Spots lassen sich innerhalb eines Tages erschließen. Im Hinblick auf das Licht ist ein früher Start empfehlenswert, so bleibt auch Zeit für einen handfesten Imbiss mit dem obligatorischen Pott-Kaffee zur Wiederbelebung. Spielt das Wetter mit, laden leuchtend rote, im Gelände verstreute Liegebänke zu einer weiteren Pause ein. Doch das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Möglichkeiten. Zollverein ist kein Ort für einen einmaligen Besuch – eher einer, zu dem man zurückkehrt. Einen interaktiven Geländeplan und eine Übersicht angebotener Führungen gibt es hier.

Der Modding-Guide
Ausführliche Informationen zu den verwendeten Objektiven gibt es hier.

Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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