OM System OM-3 Astro: Kamera für Astrofotografen soll rote Nebel sichtbar machen

OM Digital Solutions präsentiert mit der OM System OM-3 Astro eine spiegellose Wechselobjektivkamera mit Micro-Four-Thirds-Sensor, die speziell für die Astrofotografie ausgelegt ist. Das Modell basiert auf der regulären OM-3, unterscheidet sich von ihr jedoch in einem entscheidenden Punkt: Der Infrarot-Sperrfilter vor dem 20-MP-Bildsensor wurde so modifiziert, dass er Hα-Strahlen (Wasserstoff-alpha-Strahlen, eine charakteristische Wellenlänge des roten Lichts, das Gasnebel im Weltall aussenden) nahezu vollständig durchlässt – laut Hersteller zu etwa 100 Prozent. Standard-Digitalkameras blockieren diesen Spektralbereich weitgehend, weshalb Nebel auf deren Aufnahmen kaum oder gar nicht sichtbar werden.
Die Kamera kombiniert diesen modifizierten Filter mit dem rückseitig beleuchteten, gestapelten Live-MOS-Sensor der OM-3 sowie dem Bildprozessor TruePic X. Zwei voreingestellte Farbprofile erleichtern die Arbeit: „COLOR1″ ist auf die Darstellung roter Nebel ausgerichtet, „COLOR2″ auf Sternenlandschaften mit natürlichem Himmelsbild. Beide Profile lassen sich über die benutzerdefinierten Modi C1 bis C3 am Moduswahlrad direkt abrufen.
Ein weiteres Merkmal ist der sogenannte High-Res-Shot-Modus: Die Kamera nimmt 12 Einzelbilder auf, erkennt die minimalen Positionsverschiebungen zwischen den Aufnahmen und rechnet sie zu einem einzigen Bild mit rund 50 Megapixeln zusammen. Dabei korrigiert die Software automatisch die scheinbare Eigenbewegung der Sterne am Himmel (die sogenannte Tagesbewegung) sowie Nachführfehler bei Verwendung einer äquatorialen Montierung. Das reduziert gleichzeitig das Bildrauschen – ein Problem, das bei langen Belichtungszeiten in der Astrofotografie regelmäßig auftritt.
Für den Einsatz unter Lichtverschmutzung bietet OM Digital Solutions zwei optionale Gehäusefilter an, die zwischen Objektivbajonett und Sensor eingesetzt werden: den BMF-LPC01 (Lichtverschmutzungsfilter, 299 Euro) und den BMF-SE01 (Weichzeichnerfilter für plastischere Sternendarstellung, 209 Euro). Da die Filter im Kameragehäuse sitzen, wirken sie auch bei Fisheye- oder Weitwinkelobjektiven, an deren Frontlinse sich kein Filter befestigen lässt.
Die OM-3 Astro soll ab Ende Februar 2026 für rund 2200 Euro erhältlich sein. OM Digital Solutions weist ausdrücklich darauf hin, dass die veränderte Filterwirkung die Kamera für den allgemeinen Fotoeinsatz ungeeignet macht: Tageslichtaufnahmen erhalten durch die erhöhte Rotdurchlässigkeit einen deutlichen Farbstich.
Im Sommer 2025 hatte OM System bereits eine Astro-Version der E-M1 Mark III auf den europäischen Markt gebracht. Sie ist eine entsprechende Variante des Spitzenmodells. Die E-M1 Mark III Astro basiert auf einem älteren Kameragehäuse mit herkömmlichem Live-MOS-Sensor und dem Bildprozessor TruePic IX, während bei der neuen OM-3 Astro der aktuellere TruePic-X-Prozessor und ein rückseitig beleuchteter, gestapelter Live-MOS-Sensor zum Einsatz kommt. Beide Astrokameras bieten eine Handheld-High-Res-Shot-Funktion, die aus 16 Einzelaufnahmen ein hochauflösendes Bild mit rund 50 Megapixeln erzeugt, sowie spezielle Funktionen für die Sternenhimmel-Fotografie. Zudem unterstützen sie die gleichen optionalen Einbaufilter BMF-LPC01 (Lichtverschmutzungsfilter) und BMF-SE01 (Weichzeichner).
Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von OM System.








