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Viel hilft viel: Große Sucher und Augenmuscheln

Mehr Komfort für Altglas

Große und optimal angepasste Sucher sind immer noch eine der wichtigsten Voraussetzungen für treffsicheres manuelles Fokussieren. Zusammen mit gut abschirmenden Augenmuscheln wird die punktgenau gesetzte Schärfe noch besser erkennbar.

Hilfsmittel. Große Sucher und Augenmuscheln

Wer noch mit analogen Kameras fotografiert hat, weiß, wie einfach es gewesen ist, mit Mikroprismenfeld und Schnittbildindikator zu fokussieren. Ihre Sucher waren hell und groß. Gute Augenmuscheln gehörten bei Profi-Modellen zum Lieferumfang oder wurden als Zubehör angeboten.

OM1 OM-D. Große Sucher und Augenmuscheln
Die Olympus OM-1 von 1972 (links) bietet 0,92x Suchervergrößerung und 97 Prozent Sichtfeld, was manuelles Fokussieren einfach macht. Eine Augenmuschel war als Zubehör lieferbar. Eine digitale OM-D 10 II muss mit 0,62-facher Vergrößerung auskommen, die M1 wartet mit 0,74x auf.

Dioptrien-Einstellung

Grundlage für Bilder mit überzeugender Schärfe ist die präzise Anpassung der Dioptrien-Einstellung des Suchers an die eigene Sehleistung. Ein Motiv mit klar erkennbaren Strukturen, beispielsweise gut lesbare Schrift, erleichtert die Einstellung. Auch ältere Modelle mit nur 1,4 Megapixel Sucherauflösung, wie beispielsweise Lumix G3, G6 oder Sony A6000, erlauben treffsicheres Scharfstellen. Entsteht unerwartet kein scharfes Sucherbild, sollte man zuallererst die Dioptrien-Einstellung überprüfen. Sie ist je nach Kamera mehr oder weniger gut gegen unbeabsichtigtes Verstellen geschützt.

Große Sucher und Augenmuscheln
Aufgeschobene Augenmuscheln an Spiegelreflexkameras lassen sich leicht gegen einen besser abschirmenden Ersatz austauschen. Bei spiegellosen Kameras wird man häufiger auf Originalzubehör oder Spezialanbieter zurückgreifen müssen, weil der Augensensor in Suchernähe sitzt und berücksichtigt werden will.
Displaylupen. Große Sucher und Augenmuscheln
Displaylupen sind nicht besonders handlich, aber sie erlauben eine gute Beurteilung der Schärfe auf dem Kameradisplay.

Video: Sucher im Vergleich

Nicht mehr taufrisch, dennoch informativ ist ein Video von Stefan Gross auf seiner Traumflieger-Website. Es vermittelt Eindrücke von insgesamt zehn verschiedenen Kameras und ihren Suchern. Hier geht es zum Video.

Tabelle Sucher
Suchergrößen im Vergleich: Panasonic und Sony bieten nicht nur in Top-Modellen große Sucher. Dafür muss man Abstriche hinnehmen hinsichtlich des Bedienungskomforts beim manuellen Fokussieren.

Suchergrößen verstehen

Technische Daten zur Suchervergrößerung beziehen sich auf den Vergleich mit einer 35-mm-Vollformatkamera und einem 50-mm-Objektiv. Um 3:2 und 4:3 Formate vergleichbar zu machen, wird die Bilddiagonale verglichen. Gelegentlich finden sich Werte größer als 1,0 für Kameras mit kleineren Sensoren. Um vergleichbar zu sein, müssen die Werte aufs Kleinbildformat umgerechnet werden. Als Faustformel kann gelten: Für APS-C Sensoren wird der Wert durch 1,5 (Canon 1,6) und für MFT-Sensoren durch 2 dividiert. Die zu Amazon gehörende Website Dpreview hat verschiedene Suchergrößen grafisch anschaulich einander gegenübergestellt.

Worauf es beim manuellen Fokussieren mit einer Digitalkamera noch ankommt, wie sich vorhandene Hilfsmittel optimal nutzen lassen und welche Vor- und Nachteile verschiedene Kamerasysteme mit adaptierten Fremdobjektiven aufweisen, beschreibt das E-Book „Manuell fokussieren mit Digitalkameras und manuellen Objektiven“ ausführlich. Es zeigt auch, wie man die eine oder andere Einstellung überlistet und bietet Fokus-Übungen für zu Hause und unterwegs. Für 7,99 Euro ist es bei Amazon erhältlich. Mit der kostenlosen Kindle-App für Android, iOS und PC lässt es sich auf fast jedem Gerät lesen.

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Das E-Book liegt in der 2. Auflage vor. Es beschreibt auf über 140 Seiten den Umgang mit Digitalkameras und manuellen Objektiven.

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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

Kommentar

  1. Hallo
    Sehr schöner Artikel, es gibt wichtigeres als Megapixel:
    Und schade, dass die Infos in dem wichtigen Artikel nicht aktualisiert sind.
    Ziemlich vintage.

    Bereits 2015 kam Leica mit der SL und 4,4 MP Sucherauflösung daher.
    Anfang 2019 dann Panasonic mit dem 5,76 MP Sucher, Mitte/Ende 2019 die Sony A7RIV mit dem gleichen.
    Inzwischen sind die 3,69er die Mittelklasse und die 2,36er die Einsteigerklasse.
    Warum Olympus geradezu verbissen auch beim 3000€ Topmodell an dem 2013 mit
    der E-M1 eingeführten 2,36er Sucher festhält versteht niemand, denn
    VIEL HILFT VIEL

    Grüsse

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