Software

DxO bringt Nik Collection 9 mit KI-Masken, Color-Grading und neuen Effekten

DxO hat die neunte Version der Nik Collection veröffentlicht. Das Update bringt KI-gestützte Maskierungswerkzeuge, ein neues Color-Grading-Werkzeug sowie mehrere kreative Filter. Die Suite ist ab sofort für macOS und Windows erhältlich.

KI-gestützte Masken für präzise lokale Anpassungen

Eine der zentralen Neuerungen sind zwei neue Maskierungswerkzeuge: Tiefenmasken und KI-Masken. Beide stehen in der gesamten Nik Collection zur Verfügung und ergänzen die bereits vorhandene U-Point-Technologie, mit der sich Korrekturen über kontrollpunktbasierte lokale Anpassungen steuern lassen.

Tiefenmasken analysieren ein Bild und berechnen daraus eine Tiefenkarte – also eine Darstellung, in der man sieht, welche Bildbereiche nah und welche weit von der Kamera entfernt sind. Das funktioniert ohne eingebettete Tiefendaten, wie sie etwa neuere Smartphones in ihre Fotos schreiben. Über Schieberegler mit einstellbarem Konturverlauf lässt sich genau festlegen, in welchem Tiefenbereich ein Filter oder Werkzeug wirken soll – vom Vordergrund bis zum Hintergrund. Das soll natürlich wirkende Übergänge ermöglichen, die sich sonst nur durch aufwendige manuelle Maskenarbeit erzielen ließen.

KI-Masken funktionieren anders: Sie wählen Motive pixelgenau aus. Nach dem Anwenden eines Filters genügt ein Klick auf ein Objekt im Bild, oder der Nutzer zieht eine Begrenzungsmarkierung darum. Die KI erkennt dann das Motiv und begrenzt den Effekt darauf.

Neues Color-Grading-Werkzeug in Nik Color Efex

Nik Color Efex erhält ein neues Color-Grading-Werkzeug. Color Grading bezeichnet die gezielte Farbgestaltung eines Bildes – etwa das Einfärben von Schatten in kühle Blautöne und von Lichtern in warme Gelbtöne, wie es aus der Filmproduktion bekannt ist.

Das Werkzeug arbeitet mit einem einzigen Farbrad statt mit mehreren separaten Rädern. Darüber lassen sich Schatten, Mitteltöne, Lichter und die globale Farbgebung unabhängig voneinander anpassen. Bei Bedarf lassen sich einzelne Tonwertbereiche miteinander verknüpfen, sodass Änderungen synchron erfolgen und das relative Verhältnis zwischen den Punkten erhalten bleibt. Zur Feinabstimmung bietet das Werkzeug dedizierte Schieberegler für Farbton, Sättigung und Luminanz sowie Regler für Deckkraft und Tonwertbalance. Zusätzlich lässt sich das gesamte Werkzeug mit Mischmodi kombinieren. Ergebnisse können Anwender als wiederverwendbare Mini-Presets speichern.

Drei neue kreative Filter

Das Update führt drei weitere Filter ein, die analoge und drucktechnische Ästhetiken nachbilden.

Der Filter Lichthof in Nik Color Efex simuliert das Leuchtverhalten älterer analoger Filmemulsionen. Bei diesem Effekt strahlen helle Spitzlichter sanft in die umliegenden dunkleren Bildbereiche aus – oft begleitet von einem leichten Rotstich. Helligkeit, Radius, Intensität, Farbton, Sättigung und Deckkraft lassen sich individuell einstellen. Auch dieser Filter lässt sich lokal anwenden.

Der Filter Chromatische Abweichung in Nik Analog Efex orientiert sich am traditionellen Offsetdruck. Beim Offsetdruck werden verschiedene Farbschichten nacheinander gedruckt, was zu minimalen Versätzen führen kann. Solche Passungenauigkeiten soll dieser imitieren, indem einzelne Farbebenen leicht bis extrem verschoben werden. Hinzu kommt, dass neben einer parallelen Verschiebung die Größe und der Winkel veränderbar sind. Zur Verfügung stehen die Paletten Rot/Cyan, Magenta/Grün und Gelb/Blau. Winkel, Offset-Stärke und Skalierung sind frei regelbar.

Der Filter Glas-Effekt in Nik Analog Efex baut auf den Papiertexturen aus Version 8 auf und ergänzt die Suite um eine Sammlung glasbasierter Verzeichnungseffekte. Verschiedene Glastypen stehen zur Wahl; Skalierung, Verzeichnung und Glättung lassen sich über Regler anpassen.

Mischmodi erweitern das kreative Spektrum

Nik Color Efex und Nik Analog Efex erhalten außerdem Mischmodi. Diese verändern – ähnlich wie in Adobe Photoshop – die mathematische Beziehung zwischen dem angewendeten Effekt und dem Bild darunter. Insgesamt stehen 18 Modi zur Verfügung, darunter Abdunkeln, Multiplizieren, Differenz und Farbe. In Kombination mit den bereits vorhandenen 30 Papiertexturen in Nik Analog Efex ergeben sich so laut DxO bis zu 540 verschiedene Varianten.

Verbesserungen im Arbeitsablauf

Neben den neuen Werkzeugen verbessert DxO auch den allgemeinen Arbeitsablauf. Masken-Overlays zeigen lokale Anpassungen klar an, ohne das Bild zu überlagern. Eine Preset-Vorschau beim Darüberfahren mit der Maus liefert eine Echtzeit-Vorschau der verfügbaren Presets. Eine neue Palette bündelt alle Werkzeuge für lokale Anpassungen an einem Ort. Lokale Anpassungen lassen sich per Tastaturkürzel zwischen Bildern kopieren und einfügen.

Preis und Verfügbarkeit

Nik Collection 9 ist ab sofort auf der DxO-Website erhältlich. Eine neue Lizenz kostet 170 Euro. Wer von Nik Collection 7 oder 8 umsteigt, zahlt 90 Euro. Eine kostenlose Testversion mit einer Laufzeit von 30 Tagen steht unter nikcollection.dxo.com/download zum Download bereit.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"