Objektive

Lomography erweitert Serie mit Petzval Art Lenses für spiegellose Vollformatkameras

Lomography erweitert die Joseph-Petzval-Art-Lens-Reihe um zwei neue Vollformat-Objektive mit 27 und 135 Millimetern Brennweite für spiegellose Kameras mit Sony-E-, Canon-RF- und Nikon-Z-Bajonett. Die Serie knüpft an das historische Petzval-Objektiv von 1840 an, das als erstes Porträtobjektiv der Fotografiegeschichte gilt, und interpretiert seinen charakteristischen Look für moderne Ansprüche neu. Die Objektive, die sich für Fotografie- und Videoaufnahmen eignen, zeichnen sich durch scharfe Bildzentren und die für Petzval-Objektive typische spiralförmige Bokeh-Struktur aus, die den Rändern der Fotos eine malerische, sanft auslaufende Wirkung verleiht.

Ein besonderes Merkmal der Serie ist die sogenannte „Focus-coupled Bokeh Control“. Hierbei ermöglicht ein zusätzlicher Ring die Einstellung der Bokeh-Intensität in sieben Stufen, ohne dass sich der Fokus verschiebt. Das erlaubt eine fließende und präzise Steuerung der Bildatmosphäre, ohne den Schärfebereich zu verändern – auch beim Filmen. Die Objektive verfügen außerdem über stufenlose Einstellringe für Fokus und Blende. Der Fokusring bietet einen Weg von 180 Grad für feine manuelle Korrekturen beim Scharfstellen. Für den Einsatz im Umfeld professioneller Filmproduktionen sorgt die Kompatibilität mit Follow-Focus-Systemen mit Modul 0.8. Elektronische Kontakte sind nicht vorhanden.

Das Joseph Petzval 27 mm f/1,7 ist das bisher weitwinkligste Modell der Serie eignet sich für Motive, die trotz großem Bildwinkel deutlich vom Hintergrund getrennt werden sollen. Mit einer Naheinstellgrenze von 30 Zentimetern, einem Bildwinkel von 84 Grad und einer Lichtstärke von f/1,7 lässt sich etwa eine Person in Armlänge formatfüllend aufnehmen, während die Umgebung in einem deutlichen Swirl-Bokeh ausläuft. Die optische Konstruktion mit fünf Linsen in vier Gruppen erzeugt eine Bildfeldwölbung, sodass sich Motive in unterschiedlicher Entfernung gleichzeitig scharf abbilden lassen – ähnlich wie bei Tilt-Shift-Aufnahmen, in der etwa ein Porträt im Vordergrund und eine Statue im Hintergrund gleichzeitig im Fokus liegen. Laut Datenblatt ist das Objektiv mit einem 77-Millimeter-Filtergewinde und einer Stativ-Halterung mit Viertelzoll-Gewinde ausgestattet.

Das Joseph Petzval 135 mm f/2,5 ist das bisher längste Tele der Petzval-Serie. Es bietet einen Bildwinkel von 18 Grad, eine Naheinstellgrenze von 1,5 Metern und eine Lichtstärke von f/2,5 und eignet sich für Available-Light-Situationen und für Motive in Bewegung, etwa bei Bühnenaufnahmen oder Sport im Nahbereich. Die Konstruktion aus sechs Linsen in fünf Gruppen soll ein weiches, leicht nostalgisches Bild mit samtigem Bokeh, betonten Lichtern und einem moderaten Swirl zum Rand hin liefern – etwa wenn eine Person vor einer Lichterkette steht und die Punkte im Hintergrund zu drehenden Scheiben verschmelzen. Zur Ausstattung gehört neben einem ein 67-Millimeter-Filtergewinde auch hier eine integrierte Viertelzoll-Objektivstütze.

Die Joseph Petzval 27 f/1.7 Focus-coupled Bokeh Control Art Lens und die Joseph Petzval 135 f/2.5 Focus-coupled Bokeh Control Art Lens sind ab sofort für 499 Euro erhältlich.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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