Viltrox bringt erstes L-Mount-Objektiv

Im September letzten Jahres hatte Viltrox den beitritt zur L-Mount-Allianz bekannt gegeben und die Entwicklung von zwei Weitwinkel-Objektiven mit L-Bajonett angekündigt. Das erste der beiden Autofokusobjektive für Kameras von Leica, Panasonic und Sigma steht ab sofort zur Verfügung. Dabei handelt es sich um das Viltrox AF 16mm F1.8, dass in einer Version für E-Mount seit Juni 2023 und für Nikon Z seit April 2024 erhältlich ist. Das Ultraweitwinkelobjektiv eignet sich vor allem für Landschafts-, Architektur- und Nachtfotografie sowie für dynamische Videoanwendungen. Der Preis liegt bei rund 600 Euro, aktuell bietet Viltrox das Objektiv für wenige Tage zum Einführungspreis von 569 Euro an.
Das AF 16mm F1.8 L deckt am Kleinbildsensor einen diagonalen Bildwinkel von 105,6 Grad ab. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,27 Metern, die maximale Vergrößerung bei etwa 0,1:1. Trotz des großen Bildwinkels verspricht Viltrox eine kontrollierte Verzeichnung sowie geringe chromatische Aberration und Koma – letzteres ist insbesondere für Astrofotografen relevant, die punktförmige Sterne bis in die Ecken des Bildfelds anstreben. Die optische Konstruktion besteht aus 15 Linsen in 12 Gruppen, darunter drei asphärische Elemente und vier ED-Elemente. Letztere sind Spezialgläser, die Farblängsfehler und Farbsäume reduzieren sollen. Die große Offenblende von F1.8 ermöglicht Aufnahmen mit geringer schärfentiefe und ein weiches Bokeh, dass die räumliche Kompression verstärkt.
Der Autofokus unterstützt Augen- und Gesichtserkennung moderner L-Mount-Kameras und wird von einem Schrittmotor angetrieben, der schnell und leise scharfstellt. Laut Hersteller zeigt das Objektiv nur geringes Fokus-Breathing, was vor allem bei Videoaufnahmen auffällt: Zieht man die Schärfe von einem Gesprächspartner im Vordergrund auf eine Person am weit entfernten Fenster, bleibt der Bildausschnitt weitgehend stabil.
Das Gehäuse des AF 16mm F1.8 L besteht aus Metall und ist laut Hersteller gegen Staub und Spritzwasser abgedichtet. Mit einem Durchmesser von rund 85 Millimetern, einer Baulänge von etwa 103 Millimetern und einem Gewicht von rund 550 Gramm bleibt das Objektiv noch transportabel, fällt an kompakten L-Mount-Gehäusen aber deutlich ins Auge. Vorne nimmt es Schraubfilter mit 77 Millimetern Durchmesser auf.
Charakteristisch für diese Viltrox-Baureihe ist das kleine, etwa 0,96 Zoll große Farbfeld-Display auf dem Tubus. Es zeigt je nach Einstellung Informationen wie Fokusentfernung, Schärfentiefe und Arbeitsblende an. Außerdem sind zwei frei belegbare Funktionstasten (Fn-Tasten), ein Schalter für den Wechsel zwischen Autofokus und manueller Fokussierung vorhanden. Der Blendenring lässt sich per Schiebeschalter von einrastender auf stufenlose Verstellung umschalten – eine Funktion, die vor allem bei Videoaufnahmen nützlich ist.
Optisch entspricht die L-Mount-Version nach Angaben von Viltrox den bereits eingeführten Varianten für Sony E und Nikon Z; der Hersteller überträgt damit ein bestehendes Konzept in das L-Mount-System. Für Kreative, die mit Leica-, Panasonic- oder Sigma-Kameras im L-Mount-System arbeiten, ergänzt das Objektiv das Angebot an lichtstarken Ultraweitwinkeln um eine vergleichsweise preisgünstige Option im Drittanbieter-Segment. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von Viltrox.





