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Bilder von Illustratoren

Im Jahresabstand erscheinen die großen Sammelbände mit jenen Illustrationen, die die verschiedenen Jurys als vorstellungswürdig ausgewählt haben. Doc Baumann hat sich für DOCMA 61 vier davon näher angesehen.

Illu NowDie Konzepte unterscheiden sich: Die traditionsreiche „Illustrators“-Reihe, inzwischen in der 55. Ausgabe, präsentiert die besten Bilder, „Illustration Now!“ des deutschen Taschen-Verlags stellt im 5. Jahresband dagegen 150 Illustratoren aus 30 Ländern auf jeweils mindestens einer Doppelseite mit ihren Arbeiten vor; ähnlich geht „200 Best Illustrators Worldwide“ als Special von Lürzers Archiven vor. Die Besonderheit der „Spectrum“-Reihe ist ihre Schwerpunkt­setzung auf den Bereich der phantastischen Kunst; man findet dort also überwiegend Bilder aus Genres wie Science-Fiction, Fantasy oder Horror.
Mit Ausnahme des personenbezogenen Lürzer-Bandes sind die Abbildungen nach Medien- und Anwendungsbereichen gegliedert, also etwa Anzeigenwerbung, redaktionelle Illustrationen, Buchillustrationen und anderes mehr.
In jedem Jahr aufs Neue ärgerlich ist bei allen Bänden die unerfreulich grobe Kategorisierung der illustrativen Techniken. Während „Illustrators“ vor Jahren – und leider einmalig – sogar einen zweiten Teilband herausbrachte, der ausschließlich digital produzierte Werke vorstellte, verzichtet man bei der renommierten Society of Illustrators inzwischen bedauerlicherweise ganz auf entsprechende Angaben, obwohl man es gerade dort eigentlich besser wissen sollte.
Die drei anderen geben wenigstens noch an „digital“ – das war’s dann aber auch schon. Während sonstige künstlerische Medien relativ differenziert benannt werden (Öl auf Leinwand, Bleistift, Tusch-/Federzeichnung und so fort), muss man sich bei den Digitalproduktionen mit einem Begriff begnügen. Das ist etwa so, als würde man den ganzen Rest grob unter „traditionell“ zusammenfassen.
Auch mehrfache Hinweise an die Herausgeber haben da in den letzten Jahren nichts gebracht. Vielleicht befürchtet man ja den Vorwurf der Schleichwerbung, weil Software nun einmal immer herstellerspezifisch ist; bei Acrylfarben – so könnte man argumentieren –schreibt ja auch niemand dazu, aus welcher Fabrik die stammen.
Bedauerlich ist diese Zurückhaltung dennoch, denn man muss sich fragen, für welche Zielgruppe diese Bände letztlich hergestellt werden. Überwiegend dürften das doch Menschen „vom Fach“ sein, und die interessiert nun einmal, wie die Kolleg/innen gearbeitet haben.

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