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Update: Feindetails verbessern in Camera Raw & Lightroom

Am Mittwoch (13.02.2019) erschienen Updates für Camera Raw, Lightroom Classic CC und Lightroom CC. Die Kernverbesserung ist hier die neue Adobe Sensei-basierte „Details verbessern“-Funktion, die ein besseres Demosaicing verspricht: Feindetails!

Schnellüberblick zu den Updates

Update: Feindetails verbessern in Camera Raw & Lightroom
Die beiden wichtigsten Neuerungen in Lightroom Classic werden direkt nach dem Start vorgestellt: Details verbessern und schnelleres Tethering für Nikon-Cameras

Die meisten Verbesserungen bekam Lightroom CC spendiert (Details) – jedoch wurde damit im Grunde nur der Vorsprung von Lightroom Classic CC ausgeglichen. Denn nun gibt es auch in Lightroom CC die Möglichkeit, Fotoserien zu HDRs oder Panoramen beziehungsweise HDR-Panoramen. zusammenzufügen. Mit dem Zielkorrektur-Werkzeug können Sie nun auch für Änderungen an der Gradationskurve oder dem Farbmischer die gewünschten Farbwerte im Bild anklicken und durch Ziehen ändern: ins Bild klicken und ziehen. Tiefen- und Lichterbeschnitt lassen sich nun auch hier durch blaue beziehungsweise rote Farbüberlagerung im Bild einblenden.

Nachdem beim letzten Update von Lightroom Classic CC das Thethering für Canon-Kameras beschleunigt wurde, ist das „Rechner-verbundene Arbeiten“ dank diesem Update nun auch mit Nikon-Kameras schneller und stabiler. Ob demnächst auch Besitzer anderer Kameramarken von ähnlichen Verbesserungen profitieren dürfen, steht noch in den Sternen.

Die durch die Updates neu unterstützten Kameras finden Sie unter diesem Link.

Feindetails verbessern

Camera Raw, Lightroom CC als auch Lightroom Classic CC enthalten jetzt die Möglichkeit, Bild-Details KI-basiert verbessern zu lassen. KI-basiert bedeutet, dass Adobe den Umwandlungsalgorithmus mit ihrem Künstlichen Intelligenz-System Adobe Sensei anhand einer Vielzahl von Fotos durch maschinelles Lernen trainiert und so deutlich verbessert hat. Zuvor aufgrund des Farbmusters des Sensors verpixelte Linien können dadurch wieder zu feinen Linien aufgelöst und Moiré-Effekte vermieden werden.

Wählen Sie in Lightroom beziehungsweise Camera Raw die Funktion „Details verbessern“, dann wird eine DNG-Kopie des Fotos mit optimiertem Demoasicing erzeugt, so dass feine Details glatter/feiner und ohne Farbfehler (wie beispielsweise Moiré) abgebildet werden.

Die so erzeugten DNGs sind keine Raw-Dateien mehr, sondern unter der Haube linearisierte 12 Bit Raster-Dateien. Aus diesem Grund ist die Dateigröße auch um ein Vielfaches (etwa 4 × so groß) größer als die des Raws. Um den Unterschied dann tatsächlich zu sehen, müssen Sie jedoch weit in das Bild hineinzoomen. Deshalb wählte ich hier bewusst die Bezeichnung „Feindetails“. Auf einem hochauflösenden Display (Retina/High-DPI) ist der Unterschied übrigens deutlich besser zu sehen, als auf einem normalen Monitor.

Update: Feindetails verbessern in Camera Raw & Lightroom
Feindetails: Man muss schon sehr weit hineinzoomen (hier: 400%!) und auch genau hinschauen, um den Unterschied zu erkennen. Hier ein mit dem iPhone aufgenommenes Beispiel.

Die Praxisrelevanz hält sich meiner Meinung nach in Grenzen – zumal die Umwandlung je nach Fotogröße, Hardware und Treiber-Unterstützung eine Weile dauern kann (von ein paar Sekunden bis hin zu mehreren Minuten, falls Ihre Grafikkarte nicht genutzt wird). Ich empfehle daher, die Funktion „Details verbessern“ nur auf Ihre besten Fotos anzuwenden aus denen Sie wirklich das letzte Quäntchen Bildqualität herausquetschen und die Sie sehr großformatig ausdrucken wollen. Nur dann spielt der neue, zeitaufwendige Algorithmus seine Vorteile gegebenenfalls aus.

Mir fällt es ehrlicherweise sehr schwer, in meiner Bilddatenbank (Canon, Nikon, Sony, Hasselblad, Phase One, iPhone) irgendein Foto zu finden, das von »Details verbessern« praxisrelevant deutlich profitieren würde. Aber ich bin auch überhaupt kein Freund des Pixelpeepings, der sich an Zoomstufen über 100 bis 200 % erfreut. 😉 Adobe erwähnt jedoch ausdrücklich verbesserte Ergebnisse der Raws aus Fujifilm-Kameras per »Details verbessern«, so dass Sie als Fuji-User mal einen Blick in die „Feindetails“ riskieren sollten.

Update: Feindetails verbessern in Camera Raw & Lightroom
Feindetails: Ich begrüße diese Weiterentwicklung und bin für bessere Entwicklungsqualität immer zu haben. »Details verbessern« ist für mich Erbsenzählerei, obwohl die Details ja in der Tat verbessert werden.

Einschränkungen und Probleme

„Details verbessern“ lässt sich ausschließlich auf Raw-Dateien anwenden und stellt hohe Anforderungen an Ihren Rechner. Sie benötigen einen aktuellen Mac mit High Sierra oder höher oder einen aktuellen PC mit Windows 10 (Update Oktober 2018 oder höher) sowie eine schnelle GPU, da die Berechnung über die Grafikkarte erfolgt.

Genau Letzteres sorgt vor allem auf Windows-Systemen derzeit noch für Probleme. Viele Anwender berichten davon, dass die Umwandlung bloß schwarze DNG-Dateien erzeugt (Beispiel-Quelle). Als Mac-Anwender kann ich berichten, dass die Onboard-GPU meines 13″-Macbook Pro genutzt wird und die Konvertierung nur wenige Sekunden benötigt, während die deutlich leistungsfähigere – von der Software eigentlich erkannte – Grafikkarte hier unbenutzt bleibt, so dass die Konvertierung Minuten dauern würde. Da habe ich dann zusätzlich den Spaß am Pixelpeeping verloren. 😉

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

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Olaf Giermann

Olaf Giermann gilt heute mit 20 Jahren Photoshop-Erfahrung sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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Kommentar

  1. Hallo Herr Giermann
    Detail verbessern funktioniert auf meinem PC gar nicht und dies bei Camera RAW und LR
    Die Fehlermeldung lautet:
    Systemaktualisierung erforderlich mit dem Text
    So ein Blödsinn.
    Mein Windows ist auf dem aktuellsten Stand: Windows 10 Pro, Version 1803, Build 17134.619
    Ihrer Meinung nach ist dies eine Option die man nicht zwingend braucht aber funktionieren sollte sie trotzdem.
    Habe noch nirgends einen diesbezügliche Kommentar gefunden.
    Freundliche Grüsse
    Markus Colussi

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