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Vortrag von Doc Baumann: Die Enzyklika von Papst Leo XIV. zur künstlichen Intelligenz / Gute Analysen und Forderungen – problematische Begründungen

Die Enzyklika von Papst Leo XIV. zu „Künstlicher Intelligenz und ihrer Bedrohung der menschlichen Würde“ findet auch außerhalb der katholischen Kirche breite Zustimmung, durchaus zu recht. Bei näherer Betrachtung der Begründungen jedoch ergeben sich Kritikansätze politischer, gesellschaftlicher und auch theologischer Natur.

Die Enzyklika von Papst Leo XIV. zur künstlichen Intelligenz wird fast einhellig gelobt. Sie analysiert die möglichen Gefahren von KI: Diese führt zu einer Machtkonzentration einflussreicher Firmen und Gruppen, deren technokratisches Denken primär auf Effizienz und Gewinn gerichtet ist. Das führt zu einer Entmenschlichung, weil KI keine moralischen Grenzen kennt. Selbst die Implementierung ethischer Normen durch Algorithmen ist fragwürdig, weil diese Normen von den Herstellern definiert werden.

Neben zahlreichen sozialen und wirtschaftlichen Folgen droht zudem der Einsatz autonomer Waffensysteme ohne klare Zuweisung von Verantwortung, was Tötungen und Kriege erleichtert,  sowie totale staatliche Überwachung. Hinzu kommen die starken Umweltbelastungen, die durch das Training und den Gebrauch von KI verursacht werden.

Daraus leitet Leo XIV. eine Liste von Forderungen ab, wie sie ähnlich auch die EU formuliert hat: Die Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen und unabhängiger Kontrolle, klare Zuweisung von Verantwortlichkeit, die sich an sozialer Gerechtigkeit orientiert, das Verbot autonomer Tötungsentscheidungen, allgemeine Verfügbarkeit über Daten, die nicht den Konzernen, sondern allen Menschen gehören, Orientierung des KI-Einsatzes am Gemeinwohl, Schutz der Wahrheit.

Dabei ignoriert der Papst keineswegs die Chancen, die KI bietet  – sie ist kein Feind, muss aber dem Menschen dienen und „entwaffnet“ werden.

Aber wie begründet der Papst das, insbesondere seine zentralen Gedanken zur Bedrohung der Würde des Menschen? Vieles an dieser Enzyklika (und er selbst)  erinnert an die seines Vorgängers Leo XIII., dessen Sozial-Enzyklika von 1891 zur Lage der Arbeiter seinerzeit ebenso breite Zustimmung fand – und deren Begründungen ebenso problematisch waren.

Im Anschlus geht Doc Baumann noch kritisch auf das Konzept der aktuellen KI-Ausstellung „The World Through AI“ in der Frankfurter Schirn ein.

Der Vortrag mit Bildern findet am Mittwoch, den 29. Juli 2026 in der Buch-Oase in der Germaniastraße 14 in Kassel statt.

Doc Baumann

Doc Baumann befasst sich vor allem mit Montagen (und ihrer Kritik) sowie mit der Entlarvung von Bildfälschungen, außerdem mit digitalen grafischen und malerischen Arbeitstechniken. Der in den Medien immer wieder als „Photoshop-Papst“ Titulierte widmet sich seit 1984 der digitalen Bildbearbeitung und schreibt seit 1988 darüber.

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