Objektive

Ultraweitwinkel-Zoom für Sony E und Nikon Z: Tamron 12–20 mm f/2.8

Tamron baut sein Angebot an Objektiven für spiegellose Vollformatkameras aus. Mit dem 12–20mm F2.8 (Modell A084) bringt der Hersteller ein Ultraweitwinkel-Zoom für Sony-E- und Nikon-Z-Kameras auf den Markt. Das Objektiv bietet eine durchgehende Lichtstärke von 1:2,8 und führt zugleich ein neues Gehäusedesign sowie eine vereinfachte Produktbezeichnung ein. Die Sony-Version soll ab dem 30. Juli 2026, die Nikon-Ausführung ab dem 27. August 2026 erhältlich sein.

Mit einer Anfangsbrennweite von 12 Millimetern erreicht das Zoom einen diagonalen Bildwinkel von rund 122 Grad. Der Brennweitenbereich eignet sich insbesondere für Architektur-, Landschafts-, Innenraum- und Astrofotografie. Die konstante Lichtstärke von 1:2,8 erleichtert zudem Aufnahmen bei wenig Licht.

Die optische Konstruktion umfasst 17 Linsen in 12 Gruppen. Darunter befinden sich mehrere asphärische Elemente sowie LD-Gläser („Low Dispersion“) mit geringer Dispersion zur Reduzierung chromatischer Aberrationen und Verzeichnungen. Besonderes Augenmerk legt Tamron auf die Korrektur der sagittalen Koma, damit punktförmige Lichtquellen wie Sterne bis in die Bildecken möglichst präzise wiedergegeben werden. Die Naheinstellgrenze beträgt 15 Zentimeter bei 12 Millimetern beziehungsweise 30 Zentimeter bei 20 Millimetern; der maximale Abbildungsmaßstab liegt bei 1:4. Dadurch lassen sich Motive aus nächster Nähe aufnehmen, während gleichzeitig ein großer Teil der Umgebung im Bild bleibt.

Trotz des großen Bildwinkels fällt das Objektiv vergleichsweise kompakt aus. Die Sony-Version wiegt 570 Gramm und misst 119,3 Millimeter, die Nikon-Ausführung bringt 585 Gramm auf die Waage und ist 121,3 Millimeter lang. Die stark gewölbte Frontlinse erlaubt allerdings kein herkömmliches Frontfiltergewinde. Stattdessen integriert Tamron einen Filterhalter an der Rückseite des Objektivs für Gelatine- oder Folienfilter.

Mit dem 12–20 mm f/2.8 führt Tamron zugleich eine neue Gestaltung der Objektive ein. Auf der Front erscheinen künftig nur noch Brennweite und Lichtstärke; bisherige Bezeichnungen wie „Di III“ für spiegellose Vollformatkameras oder Hinweise auf den Autofokusantrieb entfallen. Auch das Gehäuse wurde überarbeitet. Nach Angaben des Herstellers soll die neue matte Oberfläche griffiger sein und Fingerabdrücke weniger deutlich sichtbar machen. Zudem hat Tamron die Form der Einstellringe überarbeitet.

Das Objektiv verfügt über eine reichhaltige Ausstattung mit manuellen Bedienelementen, die sich an unterschiedliche Arbeitsweisen anpassen lassen. Dazu zählen ein AF/MF-Schalter, eine frei belegbare Funktionstaste, ein Custom-Schalter für individuell definierbare Objektivfunktionen sowie ein MF-Lock-Schalter, der ein versehentliches Verstellen des Fokusrings verhindert, was beispielsweise bei Astrofotografie oder Langzeitbelichtungen hilfreich sein kann. Ein Click-ON/OFF-Schalter deaktiviert die Rastung des Blendenrings für eine stufenlose Blendenverstellung im Videoeinsatz. Der Zoomring lässt sich bei 12 oder 20 Millimetern verriegeln. Hinzu kommt ein USB-C-Anschluss, über den sich das Objektiv direkt mit der Software Tamron Lens Utility verbinden lässt. Dadurch können Funktionen wie Fokusbegrenzungen, Fokusvoreinstellungen oder die Belegung einzelner Tasten ohne separate Dockingstation angepasst werden.

Je nach Bajonett unterscheidet sich die Ausstattung im Detail. Die Sony-Version ist mit einem Iris-Lock-Schalter ausgestattet, der den Ring wahlweise in der Automatikstellung (Steuerung über die Kamera) oder im manuellen Blendenbereich (Einstellung am Blendenring) verriegelt. Die Nikon-Version verfügt stattdessen über einen frei belegbaren Einstellring, der sich beispielsweise für ISO-Empfindlichkeit oder Belichtungskorrektur nutzen lässt. Ein Control-Lock-Schalter sperrt diesen Ring bei Bedarf, wenn die Steuerung über die kamera erfolgen soll.

Beim Autofokus setzt Tamron auf einen linearen VXD-Antrieb („Voice-coil eXtreme-torque Drive“). Er soll eine schnelle und präzise Scharfstellung ermöglichen und unterstützt kameraseitige Funktionen wie Augen- und Motivautofokus.

Das Gehäuse ist an kritischen Stellen gegen Feuchtigkeit abgedichtet, während eine Fluorvergütung der Frontlinse Wasser und Schmutz abweisen soll. Einen optischen Bildstabilisator besitzt das Objektiv nicht; Kameras mit sensorbasierter Bildstabilisierung (IBIS, „In-Body Image Stabilization“) können diese Funktion jedoch nutzen.

Das Tamron 12–20 mm f/2.8 für E-Mount kostet rund 1700 Euro, die Z-Mount-Version rund 1800 Euro. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von Tamron.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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