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Hasselblad und Capture One kooperieren: Native Raw-Unterstützung startet, Tethering folgt

Hasselblad und Capture One haben eine langfristige Partnerschaft angekündigt. Den Auftakt bildet die native Unterstützung aktueller Hasselblad-Mittelformatkameras in Capture One. Raw-Dateien im Hasselblad-Format (.3FR) lassen sich damit erstmals ohne Konvertierung direkt importieren, organisieren und entwickeln. Im Laufe des Jahres 2026 soll außerdem Tethered Capture folgen, das die Kamera direkt mit der Software verbindet.

Native Unterstützung für aktuelle Hasselblad-Kameras

Die Unterstützung steht ab den gerade veröffentlichten Versionen Capture One 16.8.3 für macOS und Windows sowie in Capture One Mobile 3.3.4 zur Verfügung. Zum Start werden die Hasselblad X2D II 100C, die X2D 100C sowie das digitale Rückteil CFV 100C unterstützt.

Fotografen können ihre Raw-Dateien direkt in Capture One importieren, organisieren und bearbeiten. Dabei stehen sämtliche Werkzeuge der Software zur Verfügung, darunter Ebenen, Masken, Farbwerkzeuge und lokale Anpassungen.

Für die drei unterstützten Modelle stellt Capture One zudem eigene Farbprofile bereit, die auf die jeweilige Sensorcharakteristik abgestimmt sind. Dadurch entfällt die bisher notwendige Konvertierung der Hasselblad-Dateien, bevor sie in Capture One entwickelt werden konnten.

Objektivprofile für 19 XCD-Objektive

Zusätzlich integriert Capture One Objektivprofile für 19 Hasselblad-XCD-Objektive. Sie korrigieren Verzeichnung, chromatische Aberration – also Farbsäume an kontrastreichen Kanten – sowie Vignettierung, den Helligkeitsabfall zu den Bildecken, automatisch bei der Entwicklung der Raw-Dateien.

Tethered Capture folgt später

Als nächsten Ausbauschritt kündigen beide Unternehmen Tethered Capture für das Jahr 2026 an. Dabei werden Aufnahmen unmittelbar nach der Auslösung an Capture One übertragen und erscheinen direkt auf dem angeschlossenen Computer. Das erleichtert insbesondere im Studio die Kontrolle von Schärfe, Belichtung, Bildaufbau und Farbe auf einem großen Monitor.

Welche Kameramodelle die Tethering-Funktion zunächst unterstützt und welche technischen Voraussetzungen dafür gelten, haben Hasselblad und Capture One bislang nicht bekannt gegeben.

Schrittweiser Ausbau der Zusammenarbeit

Mit der Partnerschaft erweitert Capture One die Unterstützung um aktuelle Mittelformatkameras von Hasselblad. Den Anfang macht die native Verarbeitung von Hasselblad-RAW-Dateien; weitere gemeinsame Funktionen sollen im Laufe des Jahres 2026 folgen.

Dass Hasselblad erst jetzt nativ von Capture One unterstützt wird, gilt in der Branche als bemerkenswert. Die Software Capture One wurde ursprünglich von Phase One, dem langjährigen Konkurrenten von Hasselblad im digitalen Mittelformat, entwickelt. Nach der Trennung von Capture One und Phase One im Jahr 2019 entfiel diese enge Unternehmensbindung. Warum eine Zusammenarbeit mit Hasselblad dennoch erst jetzt zustande kam, kommentieren die beteiligten Unternehmen nicht. Capture One spricht jedoch von einer seit Jahren häufig geäußerten Nachfrage aus der Fotografen-Community. Hasselblad betont zugleich, dass die eigene Software Phocus trotz der neuen Partnerschaft weiterentwickelt wird und die Zusammenarbeit mit Capture One kein Ersatz für das hauseigene Programm ist.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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