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Mit der Kamera ins Kostümland – Historical Reenactors

Historical Reenactors sind Menschen, die in ihrer Freizeit historische Szenen nachspielen – in den passenden Kostümen. Michael Hußmann beschreibt in der aktuellen DOCMA 67 die Arbeit des Fotografen Russell Cobb, den die Szene seit Jahren fasziniert.

Mit der Kamera ins Kostümland – Historical Reenactors

Historical Reenactors: Im zweiten Weltkrieg taten auch Frauen Dienst in der Royal Airforce. Zwei weibliche Reenactors im bis zur Frisur historisch getreuen Look posieren in und an einem Lancaster-Bomber, der Teil einer Reenactment-Show ist.

Der Fotograf und Illustrator Russell Cobb hatte den ersten Teil seiner Karriere vor allem der Illustration gewidmet. Mit seinen Arbeiten heimste er fünfmal den „Best of Britain Award“ ein und führte lange den Vorsitz der „UK Association of Illustrators“. Seit 2010 hat er sich nun aber wieder stärker der Fotografie zugewandt, und zwar mit dem Thema des „Historical Reenactment“. Das Nachspielen historischer Ereignisse, vielfach aus den beiden Weltkriegen, ist vor allem in Großbritannien und den USA ein beliebtes Hobby.

Auf die Subkultur der Reenactors war Cobb zufällig gestoßen, als er seinen Vater, der auch mit militärischen Oldtimern handelt, zu einer Reenactment-Show begleitet hatte. Zur perfekten Rekonstruktion gehören ja auch Fahrzeuge und Kulissen, bis hin zum historischen Zug oder einem bis in alle Ausstattungsdetails originalen Pub.

Die Leidenschaft dieser Leute, die auch im für seine Exzentriker berühmten Großbritannien nicht jeder nachvollziehen kann, faszinierte Cobb, und so beschloss er, sich den Reenactors als sozusagen eingebetteter Kriegsreporter anzuschließen. Dabei verbindet sich das Reenactment für ihn weniger mit dem tatsächlichen Krieg als vielmehr mit den Kindheitserfahrungen seiner Nachkriegsgeneration, die durch heroisierende Kriegsfilme, Spielzeugsoldaten und militärische Flugzeugmodelle geprägt waren.


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