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DOCMA Award: Kein Tuch drüber!

DOCMA Award
Die Idee für das Bild „Rotes-Tuch“ entstand bei der wunderbaren Aussicht vom Main-Tower auf das Finanzzentrum von Frankfurt am Main. Die „bösen Banken“ unter ein rotes Tuch zu hüllen, lag für mich nahe, zumal das Thema recht aktuell ist, und ich fand es passend zum DOCMA Award 2017.

Beim diesjährigen DOCMA Award gab es viele tolle Einsendungen, die es zu keiner Platzierung auf den vorderen Plätzen geschafft haben. Manche hatten schlicht und ergreifend das Thema „Super Short Story Telling“ völlig verfehlt und schieden deshalb schnell aus. Andere konnten trotz handwerklicher Qualität oder guter Idee den Großteil der Jury nicht überzeugen. Olaf Giermann stellt in der neuen DOCMA-Ausgabe einen Bildermacher und seine Arbeitsweise vor, dessen Bild er persönlich gerne weiter vorne gesehen hätte.

 

Udo Lehmann über sich


 

DOCMA AwardDie Fotografie hat mich schon seit meiner Jugend begeistert. Aber mein Durchbruch kam erst, als ich vor circa 16 Jahren auf die Digitalfotografie umsattelte. Anfangs begeisterte mich vor allem, wie einfach nun Fotos aufzunehmen und ohne vorheriges Einscannen zu verändern waren.

Der Spaß wuchs mit der Einarbeitung in Photoshop, und die Erkenntnis, dass man durch gezielte Bildbearbeitung den Bildausdruck, die Bildstimmung und so die gesamte Bildaussage verändern kann. Das hat für mich bis heute nichts an Faszination verloren. Letztlich soll mein Bild Emotionen wecken, sei es ein Schmunzeln oder ein „Huch, das geht doch gar nicht!“

Um dieses Ziel zu erreichen, sind rein technische Aspekte wie Brennweite, Position und Blickwinkel in der ersten Stufe – dem Fotografieren – wichtig. In der zweiten Stufe – am Computer – füge ich gerne digitale Effekte hinzu. Entweder übersteigere ich schon vorhandene Lichtstimmungen und verändere die Farben und die Kontraste, oder ich füge neue Objekte hinzu, die die ursprüngliche Bildaussage verändern. Das hat meine Arbeitsweise und auch meine Bilder vollkommen umgekrempelt.

Denn die Möglichkeit, ganze Welten digital aus dem Nichts zu erschaffen, ist für mich das Nonplusultra der digitalen Bildkreation. Hierzu war und ist es allerdings notwendig, sich in neue Software einzuarbeiten, die weit über die Möglichkeiten von Photoshop hinausgeht. In der sogenannten 3D-Welt gibt es keine so marktbeherrschende Software wie es Photoshop in der 2D-Welt ist. Ich habe mich hier schon früh für Cinema 4D entschieden und brauchte einige Anläufe, um mich in die 3D-Denkweise einzufinden.

Hat man es einmal geschafft, wird man durch die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten belohnt, mit 3D-Techniken die eigenen Werke zu ergänzen.

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„Bon Appetit“: Auf diese Bildidee kam ich, als ich in einer Zeitschrift eine Nudel­gerichtwerbung sah – die herrlich rote Sauce ergoss sich erwartungsgemäß über die Nudeln. Aber was wäre, wenn der Teller ein Cabriolet und dann auch noch ein schöner alter Cadillac wäre?
DOCMA Award
Mit diesem Bild „Neulich am Flughafen“ erlaubte ich mir einen kleinen Spaß. Zufällig bin ich in einem Forum auf „Plane spotter“ gestoßen, also Personen, die sich an Flughäfen auf die Lauer legen, um – auf mich oft beliebig wirkende – Flugzeugbilder zu schießen. Also entwarf ich ein realistisch anmutendes 3D-Bild, das ­begeistert aufgenommen wurde. Als ich ­allerdings das Geheimnis lüftete und mich als „3D-Foto­pimper“ outete, entdeckten auf einmal alle viele Fehler in meinem Bild. Naja, der Spaß war es wert.
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Nach einer Fototour durch eine Ruine fehlte mir bei der Bildentwicklung am PC das entscheidende Etwas. Das Hinzufügen von zu dem „Lost Place“ konträren Gegenständen erschien mir interessant. In diesem Beispiel („Konzertsaal“) passte wunderbar ein Konzert­­­­­­­­f­lügel mit Bestuhlung. So ein Sujet real umzusetzen, wäre sehr aufwendig geworden – glück­licher­weise gibt es 3D-Software.

 


Wie sein Wettbewerbsbeitrag „Rotes Tuch“ entstanden ist, erklärt Udo Lehmann Schritt für Schritt in der neuen DOCMA 81 (Ausgabe März/April 2018).


 

Das DOCMA-Heft bekommen Sie im gut sortierten Zeitschriftenhandel, an Bahnhöfen und Flughäfen sowie bei uns im DOCMA-Shop. Dort (und nur dort) können Sie zwischen der ePaper-Ausgabe und dem gedruckten Heft wählen. Jetzt gibt es auch beides zusammen im Kombi-Abo.

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3 Kommentare

    1. Kann man die Anmeldung nicht einfach schon viel früher und viel sichtbarer auf der Seite machen?! Ich krieg das Heft und den Newsletter, aber auf der Webseite kann man sich auch jetzt noch nur für den 2017er Award anmelden. Ich wünschte man könnte sich jetzt schon für den 2019er anmelden, dann würde ich das nämlich tun….nicht, dass ich so gut wäre, aber Ihr habt ja verschiedene Kategorien. 😉

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