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Inside Trioplan: Einem Klassiker auf die Linsen geschaut

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Inside Trioplan

Triplet ist ein Gattungsbegriff für Objektive mit drei Linsen. Ihr Zusammenspiel basiert auf einem Patent von 1890. Trioplan ist der Markenname für ein Objektiv aus der Manufaktur von Hugo Meyer in Görlitz und wurde zum Synonym. Die Triplet-Konstruktion ist simpel und gleichzeitig genial. Über die Anordnung der Linsen zueinander lässt sich die Brennweite variieren. Die Verwendung verschiedener Glassorten und die Variation der Linsenradien, laienhaft ausgedrückt, ihre Dicke und Wölbung, erlauben eine vergleichsweise wirksame Korrektur von Abbildungsfehlern. Neue Glassorten ermöglichten die Entwicklung von Objektiven mit Lichtstärke f/2.8 für Kleinbildkameras und Projektoren. Lesen Sie hier mehr zum Thema „Inside Trioplan“.

Inside Trioplan
Das Trioplan war über Jahrzehnte das Standard-Objektiv für viele verschiedene Kameras. Heute ist sein einzigartiges Kringel-Bokeh gefragt. Scharf können andere Objektive auch.

Das heute bei Offenblende geschätzte Bokeh ist letztlich nur ein Abbildungsfehler, der durch Schließen der Blende eliminiert werden kann. Es wäre spannend zu erfahren, was Hersteller und Entwickler zur heutigen Popularität dieses Mangels sagen würden. Eines kann als sicher gelten. Der Konstrukteur, der diesen Fehler damals als nützliches Feature gegenüber seinem Auftraggeber gepriesen hätte, hätte vermutlich nicht nur seinen Job riskiert. Einen kleinen Einblick in die unterschiedliche Triplet-Gestaltung ermöglicht dieser Post im Digicamclub. Er zeigt die Seite eines Lehrbuchs aus den 1950er Jahren.

Inside Trioplan
Die Schärfe eines technisch intakten Triplets kann abgeblendet immer noch überzeugen.
Inside Trioplan
Das Innenleben eines Triplets ist ausgesprochen übersichtlich. Diaplan-Projektionsobjektive lassen sich zur Reinigung leicht zerlegen.
Trioplan
Wenn die Schärfe eines Triplets unzureichend bleibt (links), wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit die Mittellinse nach einer Reinigung falsch herum montiert.
Einem Klassiker auf die Linsen geschaut
Auch wenn es im Inneren eines Diaprojektors heiß hergeht, sind Projektionsobjektive nicht unbedingt hitzefest. Wenige Minuten im Backofen bei 100 Grad töteten den vorhandenen Glaspilz – und das Objektiv.

Wer den speziellen Trioplan-Look mag, sollte wissen, wie er erzeugt wird, welche Motive besonders gut geeignet sind und was nötig ist, damit die eigenen Aufnahmen sich vom Üblichen abheben. Das E-Book „Trioplan Fotografie – Historische Objektive digital nutzen“ beschreibt auf über 120 Seiten Objektive, Adapter, Aufnahmetechniken und Motivsuche. Tipps und Tricks unterstützen die praktische Umsetzung. Es ist für 8,99 Euro bei Amazon erhältlich. Mit der kostenlosen Kindle Lese-App für Android, iOS und PC lässt es sich auf fast jedem Gerät lesen.

Einem Klassiker auf die Linsen geschaut
Inside Trioplan: Das E-Book beschreibt auf über 100 Seiten den Umgang mit Digitalkameras und manuellen Objektiven.

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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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