Christoph Künne

Christoph Künne, von Haus aus Kulturwissenschaftler, forscht seit 1991 unabhängig zur Theorie und Praxis der Post-Photography. Er gründete 2002 das Kreativ-Magazin DOCMA zusammen mit Doc Baumann und hat neben unzähligen Artikeln in europäischen Fachmagazinen rund um die Themen Bildbearbeitung, Fotografie und Generative KI über 20 Bücher veröffentlicht.
  • Kürzlich las ich am Rande eines Interviews mit einem führenden KI-Forscher den Satz, die aktuellen Systeme seien vor allem „Meister der kontextfreien Synthese“. Dabei fiel mir eine eigene Erfahrung wieder ein: Für einen Auftrag versuchte ich, die Mannaz-Rune zu generieren. Dieses Zeichen steht nicht nur für den Buchstaben „M“, sondernMehr

  • Warum das Plus bei den Stückzahlen die eigentliche Krise der Branche verschleiert und der Absturz eines Giganten wie Nikon alles sagt. Die Sektkorken dürften in den Konzernzentralen der Kameraindustrie nur sehr verhalten geknallt haben. Auf den ersten Blick verkünden die CIPA-Zahlen für den Kameramarkt 2025 eine Erfolgsgeschichte: 9,44 Millionen weltweitMehr

  • Es ist ein Paradoxon unserer Zeit: Nie zuvor wurde mehr fotografiert, und selten schien das einzelne Bild weniger zu bedeuten. Im endlosen Strom der digitalen Feeds verliert die Fotografie ihre Kontur, ihre Fähigkeit, innezuhalten und zu wirken. Wer in diesen Tagen die Ausstellung »In Love with Photography« des Stern-Fotografen VolkerMehr

  • Ein entschlossener Blick wird zu einem weinerlichen, flehenden Gesicht. Eine Verhaftung wird zur emotionalen Kapitulation. Das ist keine Szene aus einem dystopischen Film, sondern ein realer Vorfall, orchestriert vom Weißen Haus. Nach der Festnahme der Bürgerrechtsaktivistin Nekima Levy Armstrong während Protesten in Minneapolis verbreitete die US-Regierung über ihre Social-Media-Kanäle einMehr

  • Was haben Moral und Ethik mit einem guten Entwurf zu tun? Auf den ersten Blick: nichts. Auf den zweiten: alles. Denn ob es um die Bildauswahl für eine Kampagne geht, die Gestaltung eines Logos oder die Frage, wie viel Wahrheit in einer Infografik steckt – Kreative navigieren täglich durch einMehr

  • Es begann in einer dieser langen Büronächte kurz vor Weihnachten. Am anderen Ende der Leitung war Robin Ochs, der Kopf hinter Picture Instruments, und er erzählte mir mit dem Enthusiasmus eines Missionars von AI Lab, einer Software, die vor allem für jene gedacht sei, die ihre KI-Bilder auf Basis visuellerMehr

  • Das Amt für Verfassungsschutz inszeniert in einer Rekrutierungskampagne ihre „modernen Verteidiger der Demokratie“ mit derart viel Vorabendsereien-Pathos und künstlicher Diversität, dass die Glaubwürdigkeit auf der Strecke bleibt – es ist ein Paradebeispiel für die Absurditäten zeitgenössischer Behördenkommunikation. Als ich kürzlich „Die Zeit“ aufschlug und die Anzeige entdeckte, habe ich mirMehr

  • Stellen Sie sich vor, Sie entdecken Ihre sorgfältig komponierten und bearbeiteten Fotografien in einer gigantischen Futterkrippe für künstliche Intelligenz. Nicht ein Bild, nicht zehn, sondern potenziell Ihr gesamtes online sichtbares Portfolio. Genau das ist der Kern des Rechtsstreits, den der Fotograf Robert Kneschke gegen den Verein LAION e.V. bis vorMehr

  • Das Smartphone ist ein Klotz am Bein. Ein unhandlicher Begleiter, der unsere Taschen ausbeult, unsere Aufmerksamkeit frisst und uns mit seinem leuchtenden Display von der Welt entkoppelt. Die Tech-Industrie, allen voran die Giganten Apple und OpenAI, wittert hier das nächste große Ding: eine diskrete, am Revers getragene KI-Anstecknadel: Der KI-Pin.Mehr

  • Früher war alles einfacher. Nicht unbedingt besser, aber einfacher. Der kreative Prozess in Fotografie und visuellem Storytelling war ein Pfad, der von technischen, materiellen und zeitlichen Leitplanken gesäumt war. Ein Film hatte maximal 36 Aufnahmen, die Dunkelkammer verzieh keine Fehler und eine einmal gedruckte Geschichte war in Stein gemeißelt. DieseMehr

  • 180 Megapixel in einer Kamera sind für die meisten Fotografen so sinnvoll wie ein Lastwagen für den Weg zum Bäcker – technisch beeindruckend, praktisch grotesk. Wer braucht das? Außer Pixel-Peepern, Angebern und vielleicht dem Louvre vermutlich niemand. Moderne KI macht aus 24 Megapixeln ohnehin alles, was das Herz begehrt. InMehr

  • Haben Sie vor, Ihr Wissen über Bildbearbeitung, Fotografie oder KI-gestützte Workflows in einem Online-Kurs gegen Honorar zu teilen? Wer heute digitale Weiterbildung gegen Geld anbieten will, sollte besser einen Seminarraum mieten – alles andere ist gerade ein juristisches Glücksspiel mit Spielregeln aus der Zeit der ersten Taschenrechner.Ein Urteil des BundesgerichtshofsMehr

  • Die Nachricht schlägt in der Szene ein wie – nun ja, wie ein Blitz. Multiblitz, jene deutsche Traditionsmarke, die für Generationen von Fotografen ein Synonym für unverwüstliche Studiotechnik war, kehrt zurück. Nach neun Jahren der Stille wagt die Marke unter dem Dach der Walser GmbH einen Neustart im Premium-Segement. WasMehr

  • Man muss sich Sokrates nicht zwangsläufig mit einem VR-Headset vorstellen, um zu erkennen, dass seine Methode heute relevanter ist denn je. Der alte Grieche, der auf dem Athener Marktplatz durch hartnäckiges Fragen die Gewissheiten seiner Mitbürger erschütterte, würde im Zeitalter der generativen KI vermutlich triumphieren. Denn die Kommunikation mit einerMehr

  • Ist die Party schon vorbei? Der Hype um die allmächtige Kreativ-KI, die uns Fotografen und Bildbearbeiter bald alle in die wohlverdiente oder gefürchtete Rente schicken sollte, bekommt einen Dämpfer – und zwar von der Realität selbst. Eine neue Studie namens „Remote Labor Index“ (RLI) hat die klügsten KI-Agenten nicht imMehr

  • Simona Smrčková inszenierte das Anybody Hotel in Brünn für eine Kampagne. Zehn Zimmer, inspiriert von Kultfilmen, wurden zu lebendigen Kulissen. Christoph Künne hat mit ihr vor Ort über ihre Arbeit gesprochen. Ich stehe im Flur des Anybody Hotels im tschechischen Brünn, umgeben von einer Atmosphäre, die mich sofort in ihrenMehr

  • Ein Plädoyer für strategisches Farbmanagement jenseits von Glaubenskriegen um sRGB, Adobe RGB und Display P3. Wer die Logik der Farbräume beherrscht, bewahrt seine Bilder vor dem schleichenden Tod durch Konvertierung und beweist wahre Professionalität. Es ist ein Moment, den jeder ambitionierte Bildgestalter kennt und fürchtet: Das am eigenen, kalibrierten MonitorMehr

  • Seit sich die Werkzeuge und Techniken der digitalen Bildbearbeitung beinahe täglich wandeln, wird eine Konstante immer wertvoller: fundiertes, kuratiertes und verlässliches Wissen. Während Algorithmen neue Bildwelten erschließen und Software-Aktualisierungen etablierte Arbeitsweisen herausfordern, wächst das Bedürfnis nach einer Orientierung, die über den flüchtigen Klick auf ein Online-Tutorial hinausgeht. Der komplette DOCMA-JahrgangMehr

  • Die Empörung war groß, als Grok begann, auf Zuruf Bilder zu liefern, die Menschen entkleidet zeigten. Doch die eigentliche Brisanz liegt nicht in der längst bekannten Tatsache, dass eine Maschine dies vermag. Die wirklich spannende Entwicklung ist die gesellschaftliche Reaktion darauf: der reflexhafte Griff zum „Pornografie“-Vorwurf, selbst bei Darstellungen, dieMehr

  • Die Flut an Nachrichten über Künstliche Intelligenz ist zu einem steten Rauschen geworden. Fast täglich werden neue Modelle, Werkzeuge und angebliche Revolutionen angekündigt. Doch inmitten dieses Lärms gibt es Signale, die man nicht überhören sollte. Der jüngst veröffentlichte „State of Enterprise AI“-Report von OpenAI für das Jahr 2025 ist einMehr

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