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Stillleben mit Kugelfisch

64_82-83: Stillleben

Stillleben mit Kugelfisch

Der französische Digital Artist Julien Morel alias Joolz liebt es, andere ebenso wie sich selbst zu überraschen. Als er von Fotolia den Auftrag erhielt, für die „Ten Collection“ das Thema „Food“ zu interpretieren, servierte er den giftigen Kugelfisch und ließ sich dabei vom Stil flämischer Stillleben des 16. und 17. Jahrhunderts inspirieren.

Der Begriff Stillleben irritiert bis heute, auch wenn er seit der Rechtschreibreform mit dreifachem „l“ geschrieben wird. Schließlich sind für dieses Genre gerade tote oder unbelebte Motive charakteristisch. Das niederländische stil leven steht aber für „unbewegtes Dasein“; die Assoziation mit „Leben“ führt in die Irre. Der Digital Artist Julien Morel, bekannt unter seinem Künstlernamen Joolz, ist Franzose und würde das Sujet als nature morte bezeichnen; dennoch entschied er sich für höchst lebendige Motive, als er für Foto­lias TEN Collection das Thema „Food“ interpretieren sollte: Als Hauptmotiv fischte er einen Fugu aus dem Microstock-Bestand, der seinem tödlichen Gift zum Trotz das Interesse einer abgemagerten Katze weckt.

Joolz kam über die Musik zum Grafikdesign. Mit seiner Schülerband war er so erfolgreich, dass er 10 Jahre von der Musik leben konnte, bis sich die Gruppe auflöste. Nachdem er sich dem Grafikdesign zugewandt hatte, entwarf er zunächst vor allem Album-
Cover und arbeitete für Projekte aus dem kulturellen Bereich; heute ist er auch in der Werbung und Unternehmenskommunikation aktiv. Obgleich er seine Bilder am Mac entwickelt, liebt er die handwerklichen Verfahren wie den Siebdruck oder die Gestaltung mit Bleilettern.

Das vorgegebene Thema „Food“ ließ ihn an die flämischen Meister des Barock denken, die das Genre des Stilllebens geprägt haben, obschon es Vorläufer gibt, die bis in die Antike zurück­reichen. Joolz’ modernisierte Interpretation eines flämischen Still­lebens enthält allerdings Elemente, wie man sie in der Kunst des Barock noch nicht findet. Seine Vorgehensweise beschreibt Joolz in diesem Artikel.

Der_Kugelfisch: Stillleben1. Der Kugelfisch

Nachdem mir das Thema „Food“ zugefallen war, wollte ich es nicht allzu direkt umsetzen; ich strebte ein Bild an, das vielfältig interpretierbar sein würde. Die Grundidee war die eines Gegensatzes – zwischen jenen, die zu wenig, und denen, die zu viel haben (aber besser weniger essen sollten). Bei Fotolia fand ich das Bild eines Fugu, eines Kugelfisches, der zu dieser Bildidee passte. Ich stellte ihn frei (a), zeichnete seine Haut gezielt weich und hellte die Stacheln auf, um sie besser hervorzutreten zu lassen (b).

Extras: Stillleben2. Extras

Zur Verfremdung tauschte ich das Auge aus, ließ den Fisch einen Käfer verspeisen – dazu bekam er zusätzlich Zähne – und schmierte ihm Ketchup ums Maul (a). Mit mehreren Dodge & Burn-Ebenen verstärkte ich den Körperschatten des Fugu und erhöhte den Kontrast. Mit einer Einstellungsebene des Typs »Selektive Farbkorrektur« hob ich schließlich noch die Cyantöne deutlich an (b).

 

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