Michael J. Hußmann

Michael J. Hußmann

Michael J. Hußmann gilt als führender Experte für die Technik von Kameras und Objektiven im deutschsprachigen Raum. Er hat Informatik und Linguistik studiert und für einige Jahre als Wissenschaftler im Bereich der Künstlichen Intelligenz gearbeitet.
  • Photo of EOS R5 und R6: Canon macht Ernst

    Seit Monaten hat Canon seine Kunden mit immer neuen Andeutungen heiß auf das neue spiegellose Spitzenmodell EOS R5 gemacht. Heute wurde es (zusammen mit dem einfacher ausgestatteten Schwestermodell EOS R6) endlich vorgestellt. Was sagen die neuen Modelle über Canons Produktpolitik aus? Canon EOS R5: 45 Megapixel, 8K-Video, integrierter Bildstabilisator, 20 Bilder pro Sekunde. (Bild: Canon) Nach dem langen Vorlauf der Produktankündigung wird sicherlich jeder, der sich auch nur ein wenig für Canons Systemkameras interessiert, den intensiv beworbenen und heute Mittag per Streaming in alle Welt verbreiteten ReImagine-Event auf YouTube verfolgt haben. Was die neuen Modelle EOS R5 (ab Ende Juli 2020 für rund 4385 Euro erhältlich) und EOS R6 (ab Ende August für rund 2631 Euro im Handel) auszeichnet, ist…

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  • Photo of Olympus: (Wie) geht’s weiter?

    Vor wenigen Tagen verunsicherte eine Pressemeldung alle Fans des Micro-FourThirds-Systems: Olympus will seine Imaging-Sparte verkaufen. Was steckt dahinter und was bedeutet es für die Olympus-Kunden? Wenn ein Ereignis lange Zeit erwartet wird und es schließlich so scheint, als sei es tatsächlich eingetreten, dann ist es verführerisch, es genau so zu beschreiben, wie man es sich die ganze Zeit vorgestellt hatte. Auch wenn es am Ende ganz anders sein sollte. In diesem Fall ging das Narrativ so: Der Kameramarkt schrumpft, der zu verteilende Kuchen wird immer kleiner und es wird niemand mehr davon satt. Über kurz oder lang müssen einige der Marktteilnehmer die Runde verlassen, um das Überleben der übrigen zu sichern. Olympus war aus verschiedenen Gründen einer der Player, die…

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  • Photo of Peter Lindbergh: Untold Stories

    Ausstellungseröffnungen sind in den Zeiten von COVID-19 auch nicht mehr, was sie einmal waren, aber immerhin werden jetzt wieder Ausstellungen eröffnet. So wie die Peter-Lindbergh-Retrospektive „Untold Stories“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, die schon seit Februar 2020 im Düsseldorfer Kunstpalast zu sehen ist. Die Rotunde im Museum für Kunst und Gewerbe bietet einzigartige Möglichkeiten, die Werke von Peter Lindbergh zu präsentieren. Das heißt, Peter Lindbergh selbst hatte gar keine Retrospektive gewollt, weil er sich, wie Felix Krämer vom Düsseldorfer Kunstpalast erzählte, dafür noch nicht alt genug hielt. Aber eine „Best of“-Ausstellung, die könne er sich vorstellen. „Untold Stories“ ist die erste Ausstellung seiner Fotos, die Peter Lindbergh selbst kuratiert hat – und es ist auch die letzte, da…

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  • Photo of Die Corona-App ist da

    Vor zweieinhalb Monaten hatte ich hier bereits über die Corona-App geschrieben. Seitdem hat sich das Konzept der App mehrmals geändert, aber die Version, die seit gestern verfügbar ist, erfüllt alle Anforderungen an den Datenschutz, so wie ich es damals skizziert hatte. Tatsächlich sorgt die von SAP und der Telekom entwickelte App sogar für noch mehr Datenschutz, als ich erwartet hatte. Die anonymen IDs, die Smartphone mit anderen Smartphones in der unmittelbaren Umgebung austauschen, werden von den Geräten selbst erzeugt, ändern sich regelmäßig und werden nirgendwo sonst gespeichert. Auch im eigenen Smartphones bleiben sie nicht dauerhaft gespeichert, sondern nur so lange, wie es nötig ist. Die Corona-Warn-App ist damit ein Musterbeispiel für den Datenschutz, wie auch der bekanntermaßen kritische Chaos Computer…

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  • Photo of Colourclass Namibia

    Foto: Stephan Klein Zwei Jahre nach der Colourclass „Lofoten“ machte sich Christian Ohlig, Fotograf und Farbmanagement-Experte bei EIZO, erneut auf die Reise. Zusammen mit dem Fotocoach Alexander Heinrichs und dem Kameramann Stephan Klein ging es nach Namibia, das zwischen der Küste des Süd­atlantiks und der Wüste im Landesinneren vielfältige Foto- und Filmmotive bereithält. Von den Lofoten am nörd­lichen Polarkreis (siehe DOCMA 84, Seite 82 f.) zum südlichen Afri­ka – größer könnte ein Gegensatz kaum sein, und so versprach die zweite Colourclass völlig neue Motive. In Namibia gibt es Savannenlandschaften mit einer Tierwelt wie in Kenia oder Tansania, aber auch die Wüste Namib. Das Gebiet zwischen Küste und Wüste ist aufgrund der trockenen Luft und der minimalen Lichtverschmutzung auch ideal für die Astrofotografie…

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  • Photo of Fotos mit Brief und Siegel

    Ein Projekt von Associated Press, Hearst, der New York Times, dem Wall Street Journal und IBM soll die Authentizität und Provenienz von Digitalfotos mittels der Blockchain-Technologie überprüfbar machen. Ist das nun endlich die erste Blockchain-Anwendung, die wirklich nützlich ist? Die Technik der Blockchain wurde in den letzten Jahren vor allem als Grundlage von Krypto-Währungen wie Bitcoin bekannt, deren große Zeit längst wieder vorbei ist. Die Blockchain erschien seitdem als Lösung auf der Suche nach einem Problem. Aber vielleicht ist ja das News Provenance Project genau das? Ein Hai auf der überfluteten Autobahn in Houston, Texas? Nicht wirklich … Die Probleme mit Fotos, die einen Bericht über irgendein Ereignis illustrieren sollen, sind deren bisweilen zweifelhafte Authentizität sowie die ebenso zweifelhafte Provenienz.…

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  • Photo of Babys und Bellys fotografieren

    Babys und Bellys fotografieren. Foto: Barbara Schuckmann Von Sachbüchern erhofft sich der Leser Antworten auf konkrete Fragen, und in dieser Reihe befragt Michael J. Hußmann Fachbücher darauf, welche Antworten sie geben können. In „Babys und Bellys fotografieren“ geht es um eine ganz besondere Lebensphase eines Menschen: die Monate vor und nach der Geburt. Das erste Lebensjahr ist vermutlich die Zeit, in der sich der Mensch am schnellsten verändert, und die neun Monate einer Schwangerschaft bringen erhebliche Veränderungen für die werdende Mutter. Während die Babyfotografie schon lange etabliert ist, sind Neugeborene erst seit einigen Jahren zum populären Sujet geworden. Heute wollen Eltern oft alle Phasen der Schwangerschaft und des ersten Lebensjahres dokumentieren lassen, und so haben sich Fotografinnen wie Marion Hassold…

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  • Photo of Gezeichnete Fotos

    Wenn man ein Bild nicht nach der Natur, sondern nach einem Foto zeichnet, ist es im Ergebnis immer noch eine Zeichnung und kein Foto. Kann es dennoch sein, dass solche Bilder weiterhin die Charakteristik des Fotos behalten? Zu dieser Frage inspirierte mich ein Zufallsfund. Beim Flanieren durch die City kam ich bei Felix Jud vorbei, Hamburgs wohl schönster Buchhandlung, die auch die interessanteste Grabbelkiste hat. Darin fand ich ein Buch mit dem wenig verkaufsfördernden Titel „Ungewisses Manifest 2“. Kein Wunder, so gesehen, dass es in der Grabbelkiste gelandet war. Es war auch nicht sein Titel, sondern das Porträt von Walter Benjamin auf dem Cover, das mein Interesse geweckt hatte. Frédéric Pajak: Ungewisses Manifest 2. Edition Clandestin, Biel 2017. Der französisch-schweizerische…

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  • Photo of Die Geschichte des Semikolons

    Lohnt es sich, ein ganzes Buch über ein Satzzeichen zu schreiben? Die Historikerin und Wissenschaftstheoretikerin Cecelia Watson hat es getan und ihr „Semicolon – The Past, Present, and Future of a Misunderstood Mark“ lässt einen nicht nur das Semikolon, sondern die Zeichensetzung insgesamt mit anderen Augen sehen. In Pietro Bembos „De Aetna“ wurden 1494 erstmals Semikolons verwendet. Die menschliche Sprache gibt es vermutlich seit hunderttausenden von Jahren und die Schrift seit immerhin mehreren tausend Jahren, während eine Zeichensetzung, wie wir sie kennen, erst rund 500 Jahre alt ist. Das Semikolon wurde 1494 von dem venezianischen Drucker Aldus Manutius (1449–1515) erfunden. Seine Ausgabe von Pietro Bembos „De Aetna“ (ein Essay über eine Besteigung des Ätna) verwendete erstmals dieses Satzzeichen, um Teilsätze…

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  • Photo of Gedankenfotografie

    Können Sie die geplante Location für den Foto-Shoot wegen der aktuellen Reisebeschränkungen nicht erreichen? Genügen Ihre Photoshop-Fertigkeiten nicht, um das Bild zu faken? Kein Problem: Konzentrieren Sie sich auf das gewünschte Bild, projizieren Sie Ihre Gedanken auf den Sensor, und voilà – da ist das Bild auch schon auf der Speicherkarte! Glauben Sie nicht? Zugegeben: Ich glaube es auch nicht. Aber fünf italienische Psychologen haben jüngst eine wissenschaftliche Arbeit („Modern Thoughtography: Mind Interaction at a distance with digital camera sensors: a pilot study“) auf einem Preprint-Server veröffentlicht, die die Möglichkeit einer solchen Gedankenfotografie beweisen soll. Nun ist die Gedankenfotografie ein alter Hut. In den 60er Jahren machte ein arbeitsloser Hotelpage namens Ted Serios von sich reden, der per Gedankenkraft Bilder…

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  • Photo of Menschen fotografieren

    Foto: Lisa Hafeneger Von Sachbüchern erhofft sich der Leser Antworten auf konkrete Fragen, und in dieser Reihe befragt Michael J. Hußmann Fachbücher darauf, welche Antworten sie geben können. In „Menschen fotografieren“ geben fünf Fotografen Fallbeispiele für eines der beliebtesten Genres: das Porträt. Der Weg zu besseren Bildern führt stets über Versuche, Experimente, und das Lernen aus Erfahrung; das gilt für jede Art der Fotografie. Während es Landschaften oder Gebäuden aber gleichgültig ist, wie lange ein Fotograf braucht und wie geschickt er es macht, stellt die Porträtfotografie eine zusätzliche Herausforderung: Fotograf und Motiv müssen miteinander interagieren. Kreative Ideen und technische Kompetenz sind wichtig, aber in diesem Genre kommt es auch darauf an, die zu porträtierenden Personeneinerseits sicher zu führen, ihnen aber…

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  • Photo of David Hockney: Kreative Perspektiven

    Wochenlang frustrierte der Anblick von Ausstellungsplakaten, weil die damit werbenden Museen während des Lockdown geschlossen blieben. Dass deren Türen nun wieder offen sind, habe ich genutzt, um mir die David-Hockney-Ausstellung im Hamburger Bucerius Kunst Forum anzuschauen. David Hockney: Die Tate zu Gast (Bucerius Kunst Forum, Foto: Ulrich Perrey) Eigentlich sollte diese Ausstellung schon am Sonntag enden, aber die Londoner Tate Britain, die die Gemälde und Zeichnungen David Hockneys ausgeliehen hatte, will sie nun doch erst nach dem 13. September zurück. Die britischen Museen sind schließlich bis zum 1. Juni geschlossen und bleiben es möglicherweise noch länger. In Großbritannien, das nach den USA und Russland die meisten COVID-19-Fälle verzeichnet, ist die Ausbreitung des Virus noch nicht wirksam eingedämmt. Über David Hockneys…

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  • Photo of COVID-19: Was uns die Zahlen sagen

    Die Nachrichten versorgen uns täglich mit Zahlen zur COVID-19-Pandemie, und wem das nicht reicht, kann jederzeit die Webseiten des Robert-Koch-Instituts und der Johns Hopkins University aufrufen. Was aber können uns Fallzahlen, Verdopplungsraten und die Reproduktionszahl wirklich sagen? Als sich COVID-19 (im Volksmund Corona genannt, aber das ist ja nur die Familie, der das auslösende Virus SARS-CoV-2 entstammt) etwa ab März 2020 in Deutschland auszubreiten begann, starrten wir gebannt auf die Fallzahlen, also die Zahl der Menschen, die sich bereits infiziert hatten, und die Zahl, die täglich hinzu kam. Die vom bundesweit zuständigen Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Statistiken zeigten allerdings ein verwirrendes Bild: An den Wochenenden schien die Ausbreitung des Virus zu stoppen, um dann werktags wieder zu starten. Wie es sich…

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  • Photo of CIPA, Corona und die Zukunft der Kameraindustrie

    Auch in diesem Jahr sehen die Verkaufszahlen auf dem Kameramarkt wenig erfreulich aus, aber diesmal schlagen auch noch die Auswirkungen der Pandemie durch. Die Spiegelreflexkamera könnte zum Corona-Opfer werden. Wie sieht die Zukunft der Kameraindustrie aus? Kameraindustrie – Die Kamera-Verkaufszahlen im ersten Quartal dieses Jahres: Der jahreszeitlich übliche Aufschwung im März blieb diesmal aus. (Quelle: CIPA) Januar und Februar sind traditionell schwache Monate für die Kamerahersteller, aber im März ziehen die Verkaufszahlen normalerweise an; in den letzten drei Jahren war es noch so, auch wenn die Verkäufe im Jahresmittel von Jahr zu Jahr zurückgingen. Nicht so in diesem Jahr, wie die jetzt veröffentlichten CIPA-Zahlen für das erste Quartal zeigen. Die Gründe sind offensichtlich: Erst mussten einige der chinesischen Produktionsstätten während…

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  • Photo of Neues von den Lightroom-Vorgaben

    Im Dezember 2019 hatte ich an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Vorschau bei Lightroom-Vorgaben in Lightroom Classic manchmal in die Irre führt. Dieser Fehler ist jetzt behoben – allerdings nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Das Problem trat auf, wenn man in einem Bild im Querformat lokale Korrekturen wie einen »Verlaufsfilter« oder ein »Radial-Filter« anlegte, diese als Vorgabe speicherte und die Vorgabe dann auf ein Bild im Hochformat anwandte (oder umgekehrt). Die Korrektur wurde dann an einer anderen Stelle im Bild vorgenommen als die Vorschau zunächst vorgegaukelt hatte. Dieser Fehler ist jetzt behoben, und zwar so, dass die Vorschau unverändert arbeitet, die Vorgabe nun aber auch wirklich genau so angewandt wird. Mir wäre es umgekehrt lieber gewesen,…

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  • Photo of DOCMA gegen Corona – Ich tue was!

    COVID-19: Wir brauchen dringend eine Therapie und Impfstoff Die vielen Klagen über die Krise haben sicher alle von Euch genauso satt wie ich. Daher finde ich, dass es an der Zeit wäre, die Sache anzupacken und den Wissenschaftlern buchstäblich unter die Arme zu greifen. Die für Therapie oder Impfung notwendigen organischen Molekülketten können zwar im Labor synthetisiert werden – ob sie gegen das Virus tatsächlich wirksam sind, hängt jedoch von deren sogenannter Faltung ab. Denn diese Proteine liegen nicht als geradlinige Aminosäure-Ketten vor, sondern „verklumpt“, oder „gefaltet“ wie der Humanbiologe sagt. Die Faltung kann berechnet werden, benötigt dafür jedoch extreme Rechenleistung. Da im Moment leider kaum noch Supercomputer auf Amazon zu haben sind, sind folglich leider für den jetzigen Bedarf zu wenige…

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  • Photo of Corona und das liebe Geld: Wie der Laden weiter läuft

    Große Teile der Wirtschaft stehen derzeit still, aber unter Lockdown-Bedingungen können Selbstständige nicht beliebig lange von der Substanz leben. Und dennoch: Geld kann man auch ohne physischen Kundenkontakt verdienen, so lange die Kaufkraft noch nicht vollständig ausgetrocknet ist. Corona und das liebe Geld: Wer hat, was andere brauchen, kann damit auch in der Krise ein bisschen Geld verdienen. Wer Produkte herstellt, die man kaufen kann, steht sich in diesen Zeiten besser da als viele Dienstleister, die ihren Job nur beim oder am Kunden vollbringen können. Hochzeitsfotografen beispielsweise haben nur noch ein begrenztes Tätigkeitsfeld, aber Bilder, die ein breites Publikum ansprechen könnten, bieten sich weiterhin als Einnahmequelle an. Photoshop-Schulungen beim Kunden können zwar nicht stattfinden, aber Videos gehen immer und vielleicht…

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  • Photo of Künstliche Intelligenz: Geht’s noch voran?

    Die Künstliche Intelligenz hat uns in den vergangenen Jahren mit immer neuen Leistungsbeweisen überrascht, was Hoffnungen ebenso wie Befürchtungen weckte. Aber geht die Entwicklung künftig im gleichen Tempo weiter, oder geraten wir in eine Phase, in der immer geringere Fortschritte immer höhere Kosten verursachen? Das Ende des US-Startups Starsky Robotics wirft Fragen auf. Scheiternde Unternehmer finden natürlich immer Gründe für ihr Scheitern, die nichts mit eigenen Fehlern zu tun haben, aber was Starsky-CEO Stefan Seltz-Axmacher über das Ende seines lange Zeit erfolgreichen Startups in seinem Blog schrieb, sollte man durchaus ernst nehmen. Selbstgesteuert auf dem Highway: ein autonomer Truck von Starsky Robotics (Quelle: Starsky Robotics) Starsky Robotics arbeitete seit 2015 an der Entwicklung fahrerloser LKWs und schien darin große Fortschritte…

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  • Photo of Corona-App: Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden …?

    Eine Smartphone-App, die Begegnungen mit anderen Menschen protokolliert und den Benutzer warnt, wenn er oder sie sich längere Zeit in der Nähe eines Infizierten aufgehalten hat, gilt als aussichtsreiches Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Manche finden diesen Ansatz einer „Corona-App“ so attraktiv, dass sie dafür sogar ihre informationelle Selbstbestimmung aufgeben würden. Dabei wäre das gar nicht nötig. Benjamin Franklin sagte einmal: „Wer eine wesentliche Freiheit aufgeben würde, um sich eine gewisse zeitweilige Sicherheit zu erkaufen, verdient weder Freiheit noch Sicherheit“ (1775). Als die Diskussion über eine Corona-App begann, wurde ihre Funktionsweise teilweise so beschrieben, als ob eine staatliche Stelle detaillierte Bewegungsprofile der Bürger speichern würde, um durch deren Auswertung herauszufinden, ob man seinen Weg mit einem Infizierten gekreuzt hat. Aus…

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  • Photo of Acht Wochen Corona-Epidemie

    Man erinnert sich ja kaum noch, wie die Welt vor dem neuartigen Corona-Virus SARS-CoV-2 aussah, aber es sind tatsächlich erst gut acht Wochen vergangen, seit die erste Infektion in Deutschland festgestellt wurde. Was ist in diesen acht Wochen der Corona-Epidemie passiert? Acht Wochen Corona-Epidemie: Die Entwicklung der COVID-19-Fallzahlen in Deutschland. (Quelle: Statista, WHO, Johns Hopkins University) In China begann sich das Virus SARS-CoV-2 ab dem Dezember 2019 auszubreiten; der erste in Deutschland festgestellte Fall wurde am 27. Januar 2020 bekannt – ein Mitarbeiter eines bayerischen Unternehmens war von einer Chinesin infiziert worden, die sich zu einer Dienstreise in Bayern aufgehalten hatte. Wie sich bald darauf herausstellte, hatte er bereits seinerseits Kollegen angesteckt. Die Kontaktpersonen wurden isoliert und getestet, so wie…

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