Michael J. Hußmann

Michael J. Hußmann

Michael J. Hußmann gilt als führender Experte für die Technik von Kameras und Objektiven im deutschsprachigen Raum. Er hat Informatik und Linguistik studiert und für einige Jahre als Wissenschaftler im Bereich der Künstlichen Intelligenz gearbeitet.
  • Photo of Bilder gestalten wie die Alten Meister: Die Netzflickerinnen

    In der dritten Folge meiner Reihe „Bilder gestalten wie die Alten Meister“ zeige ich in der neuen DOCMA anhand von drei Gemälden, welche entscheidende Bedeutung der Hintergrund im Bild spielen kann. Hier stelle ich nun als Zugabe noch ein viertes Bild vor: Max Liebermanns Die Netzflickerinnen. Der unterschätzte Hintergrund, DOCMA 95, Seite 108–110 Wenn ich in der Hamburger Kunsthalle eine Sonderausstellung besuche, schaue ich mir zum Abschluss immer noch einige meiner Lieblingsbilder aus der ständigen Sammlung an. Edvard Munchs Mädchen auf der Brücke beispielsweise, Anita Rées Selbstbildnis von 1930, Philipp Otto Runges Die Hülsenbeckschen Kinder, Caspar David Friedrichs Das Eismeer – und Die Netzflickerinnen von Max Liebermann. Max Liebermann: Die Netzflickerinnen (1887/89) Im 19. Jahrhundert waren Netzflickerinnen ein beliebtes Sujet…

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  • Photo of Informations-Beschaffungs-Maßnahmen: Fotos intelligent skalieren

    Anwendungen wie Sharpen AI und Gigapixel AI von Topaz Labs oder Adobes KI-basiertes Demosaicing-Verfahren »Details verbessern« versprechen, Fotos mehr Detailzeichnung zu geben. Wie ist das überhaupt möglich und was unterscheidet solche Verfahren vom klassischen Nachschärfen? Aus der Perspektive des Informatikers, der ich ja von meiner Ausbildung her bin, ist eine ungenügende Detailzeichnung auf einen Mangel an Informationen in zu viel Daten zurückzuführen. Daten sind einfach eine Menge Zahlen; zu Informationen werden sie erst, wenn sie über etwas informieren. Die nackte Zahl 5 ist ein Datum (die Einzahl von „Daten“). Wenn man aber erfährt, dass ich fünf Äpfel oder fünf Birnen habe, ist das eine Information. Die 24 oder 48 Bit eines RGB-Pixels in einer Bilddatei enthalten Informationen, insofern sie uns…

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  • Photo of Migrationsprobleme

    Nein, hier soll es nicht darum gehen, dass Menschen schon seit jeher fortzogen, wenn das Leben anderswo besser zu werden versprach, sondern um die Migration von einem alten zu einem neuen Computer. Eine Übung, die ich aus leidvoller Erfahrung hasse … Viele lieben es ja, sich immer wieder etwas Neues zu kaufen. Zugegeben, das hat seinen Reiz, aber wenn ich mich an etwas gewöhnt habe und damit vertraut bin, sei es eine Kamera, ein Stabmixer, eine Geschirrspülmaschine oder ein Computer, möchte ich mich am liebsten nie mehr davon trennen. Leider werden einem solche Entscheidungen oft vom Schicksal aus der Hand genommen. Ein neues MacBook Air, ein altes MacBook Air, eine externe 2,5-Zoll-Platte, ein GaN-Netzteil und, ganz wichtig, ein Adapter von…

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  • Photo of Hauptsache breit – Anamorphoten

    In der letzten Zeit stolpere ich immer wieder über das Thema Anamorphose – oder, genauer gesagt, Anamorphoten, also Objektive, die ein Breitwand-Bildfeld auf das Seitenverhältnis üblicher Bildsensoren stauchen. Was steckt hinter diesem Trend in der Fotografie? Kinofilme im Breitwandformat haben Seitenverhältnisse zwischen 2,4 zu 1 und 2,35 zu 1. Das Prinzip der Anamorphose ist seit Jahrhunderten bekannt. Maler haben perspektivisch verzerrte Motive in ihren Bildern versteckt; das vermutlich bekannteste Beispiel ist der aus einem normalen Betrachtungsstandpunkt nicht erkennbare Totenkopf in Hans Holbein des Jüngeren Die Gesandten (1533). Hier geht es aber um etwas anderes, nämlich um das bei Kinofilmen beliebte Breitwandformat, bekannt vor allem unter dem Markennamen Cinemascope. Auf dem heimischen Fernseher mit 16:9-Bildschirm bleiben dann oben und unten schwarze…

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  • Photo of Schwieriges Licht

    Wenn die Farben in einem Bild unstimmig erscheinen, liegt es oft an einer Mischlichtsituation – es herrscht »schwieriges Licht« vor. Raw-Konverter wie Lightroom verfügen glücklicherweise über die nötigen Werkzeuge, um auch komplexe Farbstiche zu eliminieren. Die Anregung zu diesem Beitrag bildete ein Thread im Fuji-X-Forum, in dem sich ein Fotograf mit einer Fuji X-T3 deren Farbwiedergabe in bestimmten Situationen monierte. In solchen Fällen ist allerdings fast nie die Kamera das Problem. Die Farben, die verschiedene Kameramodelle produzieren, können sich durchaus unterscheiden; so liefern Canon-Modelle traditionell warme Farben, während Fuji-Kameras kühler abgestimmt sind, aber wer eine andere Farbcharakteristik bevorzugt, kann diese heutzutage mit Kameras jeden Herstellers über eine Feinkorrektur des Weißabgleich erzielen. Der gewünschte Weißpunkt lässt sich in zwei Dimensionen zwischen…

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  • Photo of Magnum: Böse Bilder?

    Magnum Photos, die renommierte, vor 73 Jahren gegründete kooperative Bildagentur, die bis heute im Besitz der von ihr vertretenen Fotografen ist, hat ein Problem, und ihre Bilddatenbank bleibt vorerst offline, bis es gelöst ist. Vor knapp zwei Wochen kritisierte ein Artikel der Website Fstoppers, dass Magnum Fotos verkaufen würde, die sexuellen Missbrauch von Kindern zeigen. Einige davon stammen aus einem Projekt des Magnum-Mitglieds David Alan Harvey aus dem Jahre 1989: „THAILAND. Bangkok. 1989. Thai prostitutes.“ Beispielsweise ist in einem der Bilder ein halbnacktes minderjähriges Mädchen zu sehen, das sich lächelnd dem Fotografen nähert, der anscheinend auf einem Bett sitzt – der Fotograf hatte die Perspektive eines Freiers gewählt. Zu den Schlagwörtern, unter denen man dieses Bild seit vielen Jahren finden…

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  • Photo of Hitzewallungen – Wie lange können Kameras bei 8K cool bleiben?

    Bei hochsommerlichen Temperaturen um 33 Grad kommen wir alle ins Schwitzen, aber was ist mit unseren Kameras, die sich ja im Betrieb selbst aufheizen? Canons neue EOS R5 beispielsweise soll im Videomodus öfter zu Pausen zwingen, um sich abzukühlen. Schnell und hochauflösend, im 8K-Modus aber mit Überhitzungsproblemen: die Canon EOS R5 (Foto: Canon) Vor einem Monat erregte Canon mit der Vorstellung der EOS R5 und R6 einiges Aufsehen, und auch ich war von den neuen Modellen, so weit man sie anhand der Kenndaten beurteilen konnte, gebührend beeindruckt. Zu den besonderen Eigenschaften der EOS R5 zählt ihr 8K-Videomodus, aber auch die Möglichkeit, die 8K-Sensordaten in ein besonders detailreiches 4K-Format herunterzurechnen. Die hohe Sensorauflösung und die große Videobandbreite von bis zu 1880…

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  • Photo of Datenrettung: Oh Schreck, wo sind meine Bilder?

    Gerade hat man einige meisterliche Fotos geschossen, hat sie den Models und dem Kunden noch auf dem Kameradisplay gezeigt, und dann sind sie plötzlich weg: 0 Dateien zeigt der Computer an! Während einem der kalte Schweiß ausbricht, fragt man sich, was nun noch zu retten ist. Meist eine ganze Menge, glücklicherweise. Wie gelingt eine Datenrettung? Die Flash- oder EEPROM-Technologie, auf der praktisch alle Speicherkarten basieren, ist glücklicherweise sehr robust. Sie speichert Daten in Form elektrischer Ladungen, die zwischen isolierenden Schichten ohne Stromzufuhr erhalten bleiben – jahrelang. Aber wenn die Speicherkarten auch lange lesbar bleiben, ist die Zahl der Schreibzyklen beschränkt. Wenn eine Karte lange Zeit intensiv genutzt wird, kann es deshalb irgendwann zu Schreib- oder Lesefehlern kommen. Um die Lebensdauer…

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  • Photo of Das 4K-Nano-300-fach-Nachtsicht-Autofokus-Wunderteleskop

    Wollten Sie immer schon mal die Rückseite des Mondes in allen Details sehen, ohne dazu einen Raumflug buchen zu müssen? Ein Wunderteleskop für unter 100 Euro macht es möglich! Wer’s glaubt … Die Zeit, in der wir alle dasselbe Internet sahen, ist ja lange vorbei. Unser Verhalten in der Online-Welt wird aufmerksam verfolgt, woraufhin die Algorithmen von Google, Facebook und anderen entscheiden, was auf den von uns besuchten Seiten zu sehen sein soll. Ich bin demnach schon in der Phase, in der ich mich für preisgünstige Treppenlifte begeistern könnte, aber ich schweife ab, wie es ältere Menschen eben tun … Ein Wunderteleskop zum kleinen Preis, wenn man der Werbung glauben mag. Jedenfalls weiß ich nicht, ob Ihnen in den letzten…

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  • Photo of Buchtipp: Chris Crisman – Women’s Work

    Über Chris Crismans langfristig angelegtes Fotoprojekt „Women’s Work“ hatten wir schon 2017 in DOCMA 76 berichtet. Jetzt ist die seitdem weiter angewachsene Bildserie in Buchform erschienen. Chris Crisman: Women’s Work Frauen können heute prinzipiell jede berufliche Karriere verfolgen, aber wie die aktuellen Debatten über Quotenregelungen zeigen, bleibt die Praxis der beruflichen Gleichberechtigung noch ein ganzes Stück vom Idealzustand entfernt. Der US-amerikanische Fotograf Chris Crisman hat schon vor Jahren begonnen, seinen Beitrag zu leisten, indem er Frauen in vermeintlichen Männerberufen vorstellt. Es begann mit einer ehemaligen Webdesignerin, die in einem Schlachthof arbeitete, und zog dann immer weitere Kreise, auch weil viele Frauen, die Crisman porträtierte, ihrerseits andere Frauen vorschlugen, die für sein Projekt in Frage kämen. Im März ist „Women’s Work.…

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  • Photo of Sensorgeflüster: Neues vom organischen Sensor

    Und täglich grüßt das Murmeltier: Seit Jahren geistert der organische Sensor in verschiedenen Varianten durch die Medien, aber praktisch damit fotografieren kann man noch immer nicht. Jetzt hat die japanische Rundfunkgesellschaft NHK den Prototyp eines teil-organischen Dreischichtsensors vorgestellt. Mit der Entwicklung (teilweise) organischer Sensoren haben sich bereits viele Hersteller beschäftigt, darunter Fuji, Panasonic, Samsung und Sony. Auch das japanische Fernsehen (NHK) entwickelt organische Sensoren für Fernsehkameras. Dabei sollen organische Halbleiterschichten nicht etwa die Siliziumkristalle konventioneller CMOS- oder CCD-Sensoren ersetzen, sondern diese ergänzen. Der neue Dreischicht-RGB-Sensor von NHK, der blaues und grünes Licht in organischen Halbleiterschichten absorbiert. Das rote Licht, das diese Schichten durchdringt, wird von einem konventionellen CMOS-Sensor aufgefangen. (Quelle: NHK) Im klassischen Sensordesign erfüllt der Siliziumchip drei Aufgaben: Die…

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  • Photo of EOS R5 und R6: Canon macht Ernst

    Seit Monaten hat Canon seine Kunden mit immer neuen Andeutungen heiß auf das neue spiegellose Spitzenmodell EOS R5 gemacht. Heute wurde es (zusammen mit dem einfacher ausgestatteten Schwestermodell EOS R6) endlich vorgestellt. Was sagen die neuen Modelle über Canons Produktpolitik aus? Canon EOS R5: 45 Megapixel, 8K-Video, integrierter Bildstabilisator, 20 Bilder pro Sekunde. (Bild: Canon) Nach dem langen Vorlauf der Produktankündigung wird sicherlich jeder, der sich auch nur ein wenig für Canons Systemkameras interessiert, den intensiv beworbenen und heute Mittag per Streaming in alle Welt verbreiteten ReImagine-Event auf YouTube verfolgt haben. Was die neuen Modelle EOS R5 (ab Ende Juli 2020 für rund 4385 Euro erhältlich) und EOS R6 (ab Ende August für rund 2631 Euro im Handel) auszeichnet, ist…

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  • Photo of Olympus: (Wie) geht’s weiter?

    Vor wenigen Tagen verunsicherte eine Pressemeldung alle Fans des Micro-FourThirds-Systems: Olympus will seine Imaging-Sparte verkaufen. Was steckt dahinter und was bedeutet es für die Olympus-Kunden? Wenn ein Ereignis lange Zeit erwartet wird und es schließlich so scheint, als sei es tatsächlich eingetreten, dann ist es verführerisch, es genau so zu beschreiben, wie man es sich die ganze Zeit vorgestellt hatte. Auch wenn es am Ende ganz anders sein sollte. In diesem Fall ging das Narrativ so: Der Kameramarkt schrumpft, der zu verteilende Kuchen wird immer kleiner und es wird niemand mehr davon satt. Über kurz oder lang müssen einige der Marktteilnehmer die Runde verlassen, um das Überleben der übrigen zu sichern. Olympus war aus verschiedenen Gründen einer der Player, die…

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  • Photo of Peter Lindbergh: Untold Stories

    Ausstellungseröffnungen sind in den Zeiten von COVID-19 auch nicht mehr, was sie einmal waren, aber immerhin werden jetzt wieder Ausstellungen eröffnet. So wie die Peter-Lindbergh-Retrospektive „Untold Stories“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe, die schon seit Februar 2020 im Düsseldorfer Kunstpalast zu sehen ist. Die Rotunde im Museum für Kunst und Gewerbe bietet einzigartige Möglichkeiten, die Werke von Peter Lindbergh zu präsentieren. Das heißt, Peter Lindbergh selbst hatte gar keine Retrospektive gewollt, weil er sich, wie Felix Krämer vom Düsseldorfer Kunstpalast erzählte, dafür noch nicht alt genug hielt. Aber eine „Best of“-Ausstellung, die könne er sich vorstellen. „Untold Stories“ ist die erste Ausstellung seiner Fotos, die Peter Lindbergh selbst kuratiert hat – und es ist auch die letzte, da…

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  • Photo of Die Corona-App ist da

    Vor zweieinhalb Monaten hatte ich hier bereits über die Corona-App geschrieben. Seitdem hat sich das Konzept der App mehrmals geändert, aber die Version, die seit gestern verfügbar ist, erfüllt alle Anforderungen an den Datenschutz, so wie ich es damals skizziert hatte. Tatsächlich sorgt die von SAP und der Telekom entwickelte App sogar für noch mehr Datenschutz, als ich erwartet hatte. Die anonymen IDs, die Smartphone mit anderen Smartphones in der unmittelbaren Umgebung austauschen, werden von den Geräten selbst erzeugt, ändern sich regelmäßig und werden nirgendwo sonst gespeichert. Auch im eigenen Smartphones bleiben sie nicht dauerhaft gespeichert, sondern nur so lange, wie es nötig ist. Die Corona-Warn-App ist damit ein Musterbeispiel für den Datenschutz, wie auch der bekanntermaßen kritische Chaos Computer…

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  • Photo of Colourclass Namibia

    Foto: Stephan Klein Zwei Jahre nach der Colourclass „Lofoten“ machte sich Christian Ohlig, Fotograf und Farbmanagement-Experte bei EIZO, erneut auf die Reise. Zusammen mit dem Fotocoach Alexander Heinrichs und dem Kameramann Stephan Klein ging es nach Namibia, das zwischen der Küste des Süd­atlantiks und der Wüste im Landesinneren vielfältige Foto- und Filmmotive bereithält. Von den Lofoten am nörd­lichen Polarkreis (siehe DOCMA 84, Seite 82 f.) zum südlichen Afri­ka – größer könnte ein Gegensatz kaum sein, und so versprach die zweite Colourclass völlig neue Motive. In Namibia gibt es Savannenlandschaften mit einer Tierwelt wie in Kenia oder Tansania, aber auch die Wüste Namib. Das Gebiet zwischen Küste und Wüste ist aufgrund der trockenen Luft und der minimalen Lichtverschmutzung auch ideal für die Astrofotografie…

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  • Photo of Fotos mit Brief und Siegel

    Ein Projekt von Associated Press, Hearst, der New York Times, dem Wall Street Journal und IBM soll die Authentizität und Provenienz von Digitalfotos mittels der Blockchain-Technologie überprüfbar machen. Ist das nun endlich die erste Blockchain-Anwendung, die wirklich nützlich ist? Die Technik der Blockchain wurde in den letzten Jahren vor allem als Grundlage von Krypto-Währungen wie Bitcoin bekannt, deren große Zeit längst wieder vorbei ist. Die Blockchain erschien seitdem als Lösung auf der Suche nach einem Problem. Aber vielleicht ist ja das News Provenance Project genau das? Ein Hai auf der überfluteten Autobahn in Houston, Texas? Nicht wirklich … Die Probleme mit Fotos, die einen Bericht über irgendein Ereignis illustrieren sollen, sind deren bisweilen zweifelhafte Authentizität sowie die ebenso zweifelhafte Provenienz.…

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  • Photo of Babys und Bellys fotografieren

    Babys und Bellys fotografieren. Foto: Barbara Schuckmann Von Sachbüchern erhofft sich der Leser Antworten auf konkrete Fragen, und in dieser Reihe befragt Michael J. Hußmann Fachbücher darauf, welche Antworten sie geben können. In „Babys und Bellys fotografieren“ geht es um eine ganz besondere Lebensphase eines Menschen: die Monate vor und nach der Geburt. Das erste Lebensjahr ist vermutlich die Zeit, in der sich der Mensch am schnellsten verändert, und die neun Monate einer Schwangerschaft bringen erhebliche Veränderungen für die werdende Mutter. Während die Babyfotografie schon lange etabliert ist, sind Neugeborene erst seit einigen Jahren zum populären Sujet geworden. Heute wollen Eltern oft alle Phasen der Schwangerschaft und des ersten Lebensjahres dokumentieren lassen, und so haben sich Fotografinnen wie Marion Hassold…

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  • Photo of Gezeichnete Fotos

    Wenn man ein Bild nicht nach der Natur, sondern nach einem Foto zeichnet, ist es im Ergebnis immer noch eine Zeichnung und kein Foto. Kann es dennoch sein, dass solche Bilder weiterhin die Charakteristik des Fotos behalten? Zu dieser Frage inspirierte mich ein Zufallsfund. Beim Flanieren durch die City kam ich bei Felix Jud vorbei, Hamburgs wohl schönster Buchhandlung, die auch die interessanteste Grabbelkiste hat. Darin fand ich ein Buch mit dem wenig verkaufsfördernden Titel „Ungewisses Manifest 2“. Kein Wunder, so gesehen, dass es in der Grabbelkiste gelandet war. Es war auch nicht sein Titel, sondern das Porträt von Walter Benjamin auf dem Cover, das mein Interesse geweckt hatte. Frédéric Pajak: Ungewisses Manifest 2. Edition Clandestin, Biel 2017. Der französisch-schweizerische…

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  • Photo of Die Geschichte des Semikolons

    Lohnt es sich, ein ganzes Buch über ein Satzzeichen zu schreiben? Die Historikerin und Wissenschaftstheoretikerin Cecelia Watson hat es getan und ihr „Semicolon – The Past, Present, and Future of a Misunderstood Mark“ lässt einen nicht nur das Semikolon, sondern die Zeichensetzung insgesamt mit anderen Augen sehen. In Pietro Bembos „De Aetna“ wurden 1494 erstmals Semikolons verwendet. Die menschliche Sprache gibt es vermutlich seit hunderttausenden von Jahren und die Schrift seit immerhin mehreren tausend Jahren, während eine Zeichensetzung, wie wir sie kennen, erst rund 500 Jahre alt ist. Das Semikolon wurde 1494 von dem venezianischen Drucker Aldus Manutius (1449–1515) erfunden. Seine Ausgabe von Pietro Bembos „De Aetna“ (ein Essay über eine Besteigung des Ätna) verwendete erstmals dieses Satzzeichen, um Teilsätze…

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