Altglas

Fotografieren im AKW Lubmin

Mit Altglas unterwegs

In der unmittelbaren Nachbarschaft des beschaulichen Ostseebades Lubmin sollte eine der weltweit größten Atomkraftanlagen entstehen: das AKW Lubmin. 1973 ging der erste Reaktor ans Netz, drei weitere folgten. 1989 stand Block 6 kurz vor seiner Fertigstellung, wurde aber nicht mehr mit radioaktivem Material bestückt. Heute kann dieser Teil der Anlage im Rahmen einer kostenlosen Führung wieder besichtigt werden – inklusive Blick in den Reaktorbehälter.

AKW Lubmin 1. Fotografieren im AKW Lubmin
AKW Lubmin: Links die Rohbauten von Block 7 und 8. Block 6 (Mitte) war nie in Betrieb und kann besichtigt werden. Durch den Rückbau wandelt sich der Anblick fortlaufend.

Üblicherweise beginnt jede Besichtigung im Besucherzentrum. Zum Rahmenprogramm einer Führung gehört ein Multimedia Vortrag, der Bau, Betrieb sowie Rückbau der Anlage erklärt. Aktuell ist das Besucherzentrum geschlossen, aber Führungen finden wieder statt. Und Fotografieren ist ausdrücklich erwünscht.

AKW Ein. Fotografieren im AKW Lubmin
AKW Lubmin: Vor dem Eingang zu Block 6.

Kleiderordnung

Die Temperatur im Block 6 liegt ganzjährig bei 12 Grad. Wie dick die Jacke sein muss, hängt von der eigenen Befindlichkeit ab. Feste Schuhe sind ebenfalls empfehlenswert. Weniger wegen der Temperaturen, sondern für die Trittsicherheit. Im Übrigen besteht Helmpflicht während der Führung. Meistens versteht man recht schnell, warum das so ist.

AKW Lubmin 3. Fotografieren im AKW Lubmin
Lange und spärlich beleuchtete Flure mit Leuchtstreifen auf dem Boden erzeugen eine eigenwillige Atmosphäre.
AKW Lubmin 5. Fotografieren im AKW Lubmin
AKW Lubmin: Die handbeschrifteten Schilder erscheinen heute unwirklich oder einfach nur nostalgisch.

Foto-Equipment

Fürs Fotografieren im Inneren hat sich ein lichtstarkes Weitwinkel bewährt. Mit 24 bis 35 mm Kleinbild-Brennweite ist man gut gerüstet. Noch kürzere Brennweiten ermöglichen eindrucksvolle Perspektiven beim Blick in die Kondensationskammer, im Bereich der Nasskondensation und den engen Fluren. Eine Normalbrennweite eignet sich für Detailaufnahmen. Die Kamera sollte bei ISO 3200 noch akzeptable Bilder liefern, Licht ist im AKW Lubmin Mangelware. Trotz aller Affinität zu manuellen Objektiven ist ein Autofokus-Zoom erwägenswert. Denn durch die aktuell kleinen Gruppen ist die Zeit zum Fotografieren begrenzt. Auf sperriges Gepäck, große Fototaschen und Stative sollte man verzichten, die Durchgänge sind eng und schmal.

AKW 6. Fotografieren im AKW Lubmin
Eine mit Edelstahl ausgekleidete Kondensationskammer.
AKW 8. Fotografieren im AKW Lubmin
Blick ins Herz: Die seltene Gelegenheit, einen Blick ins Innere eines Atomreaktors zu werfen.

Aktuelle Informationen und Anmeldung

Es hat sich bewährt, rechtzeitig anzufragen, wann Führungen stattfinden. Als Einzelperson bestand bisher meistens die Möglichkeit, sich einer Gruppe anzuschließen. Coronabedingt ist die Gruppengröße aber derzeit beschränkt. Auf der EWN-Homepage finden sich alle aktuellen Informationen.

Umgebung

Lohnenswert ist ein Abstecher in das nahe gelegene Dorf Spandowerhagen. Dort beginnt der sogenannte Einlaufkanal, über den Ostseewasser für die Reaktor-Kühlung eingeleitet wurde. Die über den Kanal führende Brücke bietet neue Blickwinkel aufs AKW Lubmin. Dahinter lädt ein ausgedehntes Naturschutzgebiet zum Spaziergang ein. Einige Impressionen:

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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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