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Besuch der Klaus Ender-Ausstellung

Altglas-Report

Die Ausstellung „Akt & Landschaft“ zeigt noch bis zum 29. Oktober 2021 mehr als 180 Werke aus über fünf Jahrzehnten von Klaus Ender im Kulturspeicher Ueckermünde. Das ist nur eine Autostunde von der Urlaubsinsel Usedom entfernt und bietet Abwechslung zum Strandalltag.

Besuch der Klaus Ender Ausstellung

Im urigen Speicher, der aus dem 18. Jahrhundert stammt und mit viel Engagement saniert wurde, erstreckt sich die Ausstellung über zwei Etagen. Enders erste Aufnahmen aus den frühen 1960er Jahren verblüfften die Fachwelt und trafen den Geschmack des DDR-Publikums. 1975 initiierte Ender die erste und wohl größte Wanderausstellung mit Aktaufnahmen in der DDR. Über 100.000 Besucher zog das legendäre Ereignis seinerzeit an. Ein Teil dieser Bilder wird auch in Ueckermünde gezeigt. Es ist die erste Ausstellung nach dem Tod von Klaus Ender, der im März 2021 im Alter von 81 Jahren verstarb.

Besuch der Klaus Ender Ausstellung
Besuch der Klaus Ender Ausstellung

Eindrücke

Über Inhalt und Ausrichtung der Ausstellung kann man geteilter Meinung sein. Gezeigt werden primär weibliche Aktbilder, die meisten davon am Strand aufgenommen. Viele entstanden mit analogen Mitteln. Die überwiegend kleinformatigen Exponate lassen gelegentlich die Präzision einer Mittelformatkamera erahnen und heben sich von späteren Digitalaufnahmen ab. Leider gibt es zu den Bildern kaum weitere Informationen. Ender selbst soll darauf keinen Wert gelegt haben, aus heutiger Sicht wäre es dennoch interessant. Letztlich sind große Teile aus dem Lebenswerk von Klaus Ender zu sehen. Ihre Wirkung ist definitiv anders als eine mehr oder weniger eklektische Zusammenstellung von Fotografien, wie sie beispielsweise im Schloss Kummerow präsentiert wird. Ob der Besuch der Ender-Ausstellung in Ueckermünde lohnt, kann ein Blick ins umfangreiche Online-Archiv klären.

Adresse und Öffnungszeiten

Der Kulturspeicher Ueckermünde informiert auf seinen Webseiten über aktuelle Öffnungszeiten. Vermeiden sollte man den Besuch am Samstag in der Saison. Oder sehr früh losfahren und die Zeit bis zur Öffnung für einen Bummel durchs beschauliche Ueckermünde nutzen.

Tücken der Hauptsaison

Mein erster Insel-Sommer bescherte mir auch hinsichtlich der Verkehrsverhältnisse eine steile Lernkurve. Ist ein Strandtag zu Ende, beginnt das allabendliche Verkehrsrodeo auf den Supermarktparkplätzen. Ebenso kritisch sind Regentage, „wenn der Strand zu hat“. Das sorgt zuverlässig für Stau an üblicherweise unkritischen Stellen. Doch die wichtigste Verkehrsregel lautet: An Samstagen sollte man sich nie nach 10 Uhr auf die Straße wagen. Und schon gar nicht auf die einzig vorhandene Hauptstraße. Denn samstag ist Bettenwechsel in vielen Ferienwohnungen, und sie müssen bis 10 Uhr geräumt sein. Danach stehen ihre bisherigen Bewohner nicht nur im sprichwörtlichen Sinne auf der Straße. Auch sonst hat es sich in der Hauptsaison bewährt, die Insel Richtung Festland möglichst früh zu verlassen.

Blick ins Online-Archiv

Wer keine Gelegenheit zum Besuch in Ueckermünde findet, dem bietet das Online-Archiv von Klaus Ender einen umfassenden Einblick in seine Arbeiten. Dort stellt er unter anderem auch die historischen Verwicklungen der Wanderausstellung von 1975 aus seiner Sicht dar.

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Bernd Kieckhöfel

Bernd Kieckhöfel hat einige Jahre für eine lokale Zeitung gearbeitet und eine Reihe von Fachartikeln zur Mitarbeiterführung veröffentlicht. Seit 2014 schreibt er für Fotoespresso, DOCMA, FotoMagazin sowie c't Digitale Fotografie.

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