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Affinity Photo 1.10 bringt mehr Leistung und alternative Frequenztrennung

Vor zwei Tagen veröffentlichte der Hersteller Serif das wahrscheinlich letzte Update für Version 1 von Affinity Photo: Version 1.10. Neben kleineren neuen Features widmet sich dieses Update vor allem der Leistungsoptimierung. Damit legt Serif den Grundstein für weitere Versionen. Es gibt aber auch eine Reihe praktischer Funktionserweiterungen.

Affinity Photo 1.10 bringt mehr Leistung und alternative Frequenztrennung
Affinity Photo hat sich in den 10 Updates der ersten Programmversion zu einem sehr leistungsfähigen Bildbearbeitungsprogramm mit vielen praktischen und non-destruktiven Funktionen gemausert. Foto: Olaf Giermann

Das Update 1.10 im Überblick

Die neue Version von Affinity Photo enttäuschte viele Anwender, die sich mehr neue Features erhofft hatten. Meiner Meinung nach hat Serif es aber richtig gemacht und sich auf das Wesentliche konzentriert: Geschwindigkeit. Denn mit einer behäbigen Software mag doch niemand arbeiten, oder? Dementsprechend könnte man die vielen im Feature-Überblick des Herstellers auf dieser Seite detailliert aufgelisteten Verbesserungen im Großen und Ganzen zusammenfassen unter „Performance, Performance, Performance“.

Die meisten Verbesserungen in Affinity Photo 1.10 versprechen einen Geschwindigkeitszuwachs.
Die meisten Verbesserungen in Affinity Photo 1.10 versprechen einen Geschwindigkeitszuwachs.

Dass hier nicht zu viel versprochen wird, sehen Sie im Video auf dieser Seite. Bedenken Sie aber, dass der ganze Spaß auch neue und leistungsfähige Hardware voraussetzt. Die Zeiten, in denen die Grafikkarte für die Bildbearbeitung kaum eine Rolle spielte, gehen in Affinity Photo (und auch Photoshop) zu Ende.

Im Video zeigt Serif-Mitarbeiter, wie leistungsfähig die Affinity-Programme mit dem letzten Update geworden sind.
Im Video zeigt Serif-Mitarbeiter, wie leistungsfähig die Affinity-Programme mit dem letzten Update geworden sind.

Solche Leistungssteigerungen machen sich vor allem bei umfangreicheren Projekten und größeren Dateien bemerkbar. Langsam war Affinity Photo auf meinen Macs vorher auch nicht, und beim kurzen Ausprobieren sind mir deshalb jetzt keine großen Geschwindigkeitssprünge aufgefallen. Auch der Programmstart dauert immer noch so lang wie vorher.

Erweiterte Funktionen im Update 1.10

Es gibt neue Objektivkorrektur-Profile, eine Unterstützung von CR3-Raw-Dateien (zum Beispiel aus der Canon EOS 850D) und eine Verbesserung der Raw-Entwicklungs-Engine (wo ich noch nicht herausgefunden habe, worin diese Verbesserungen bestehen). Die wohl wichtigste Neuerung für Fotografen/Retuscheure von Porträts als auch Objekten ist der neue Modus »Mittelung« bei der Frequenztrennung, der Säume bei dieser Form der Retusche vermeidet. Gemeint ist damit übrigens das Anwenden eines „Median“-Weichzeichners (im deutschen Photoshop: »Helligkeit interpolieren«). Damit können Affinity Photo-Anwender nun endlich (fast 😉) alle Frequenztrennungstechniken nachvollziehen, die ich im großen Premium-Workshop in Heft 87 vorgestellt habe.

Affinity Photo 1.10 bringt mehr Leistung und alternative Frequenztrennung
Die standardmäßig in Affinity Photo eingebaute Frequenztrennung vereinfacht die Retusche von strukturierten Flächen aller Art – wie etwa Haut. Hilfreich ist dabei die geteilte Ansichtsvorschau der High- und Low-Ebene. Foto: nizas – Adobe Stock
Der Modus »Mittelung« ist neu in Affinity Photo 1.10. »Bilateral« lief vorher unter der etwas obskuren Bezeichnung "Schutztoleranz für Gesichtszüge".
Der Modus »Mittelung« ist neu in Affinity Photo 1.10. »Bilateral« lief vorher unter der etwas obskuren Bezeichnung „Schutztoleranz für Gesichtszüge“.

Weitere Verbesserungen betreffen eher speziellere Anforderungen von Astro-Fotografen (unter anderem werden dabei jetzt auch Fujifilm X-Trans-Sensoren unterstützt) sowie Optimierungen des für aufwendige Montagen und Designs praktischen Fensters »Ressourcen verwalten«.

Eine Kleinigkeit macht mich übrigens besonders glücklich: Man kann nun in Affinity Photo auch Emojis verwenden! 😍 (Nein, das ist nicht nur Spielzeugkram, sondern erweitert die Möglichkeiten der Ebenenbeschriftungen enorm!)

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!

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Olaf Giermann

Sein Erstkontakt mit Photoshop erfolgte 2003 an der Uni, an der das Programm als reine Scanner-Software eingesetzt wurde. Inzwischen gilt Giermann sprichwörtlich als das »Photoshop-Lexikon« im deutschsprachigen Raum und teilt sein Wissen in DOCMA, in Video­kursen und in Seminaren.

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