Technik

Novoflex präsentiert Stacking-Lösung für Produkt-, Industrie- und Objektfotografie

NOVOFLEX führt mit der STACKPRO 1 eine Stacking-Lösung für die professionelle Produkt-, Industrie- und Objektfotografie ein. Das System ist für Motive gedacht, bei denen eine durchgängige Schärfe von der vorderen Kante bis in die Tiefe des Motivs benötigt wird – was ein exaktes Fokus-Stacking ​erfordert. Es ist laut Hersteller mit einer Vielzahl aktueller Kamerasysteme kompatibel, darunter Canon RF, Fujifilm GFX, Nikon Z, L-Mount, Phase One IQ3/IQ4 Rückteile, Hasselblad X und Sony E. Dabei lassen sich Mittel- und Großformatoptiken verwenden, etwa Mamiya-RB/RZ-, Rodenstock-GF- oder Schneider-Kreuznach-GF-Objektive. Die nutzbaren Brennweiten starten bei 50 Millimetern und und können – in Kombination mit Verlängerungstuben – auf bis zu etwa 480 mm ausgeweitet werden, was vom Kleinstobjekt bis zur größeren Maschine einen weiten Einsatzbereich abdeckt.

Die STACKPRO 1 kombiniert Focus-Stacking-Technik mit Mittel- und Großformatobjektiven und deckt eine Schärfenausdehnung von unendlich bis zum Abbildungsmaßstab 1:1 ab. Der Einsatz von Mittel- oder Großformatobjektiven ist wichtig, da diese ein großes Auflagemaß (Bildweite) haben, also für Balgen oder eine Fachkamera konzipiert wurden.

Beim Focus Stacking entstehen mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokuspunkten, die später zu einem Bild mit durchgehender Schärfe über das gesamte Motiv verrechnet werden. Laut Hersteller liegt der Zeitaufwand auf dem Niveau einer klassischen Fachkamera, bietet aber eine deutlich größere Schärfentiefe, ohne in stark abgeblendeten Bereichen Details durch Beugungsunschärfe zu verlieren.

Während die Tilt-Verstellung einer Fachkamera nur eine einzige, gekippte Schärfeebene liefern kann, lässt sich die Schärfenausdehnung bei der STACKPRO 1 über das gesamte Objekt frei gestalten, unabhängig von Form und räumlicher Struktur. Hinter dem fokussierten Objekt bleibt der natürliche Unschärfeverlauf der gewählten Blende erhalten, was Freistellungseffekte weiterhin ermöglicht.

In der Produktvorstellung hebt Novoflex insbesondere die Perspektivtreue hervor: Während des gesamten Stackingprozesses verändert sich der Aufnahmestandpunkt nicht. Dadurch wandern Lichtreflexe auf reflektierenden Oberflächen nicht über das Motiv, wie es bei Fokusverlagerungen im Objektiv oder minimalen Kamerabewegungen auftreten kann. Gerade bei spiegelnden Metallteilen, Glasobjekten oder komplexen Lichtsetzungen verspricht das System reproduzierbare Ergebnisse ohne störende Reflexverschiebungen. Da sich die Perspektive zwischen den Einzelbildern nicht verändert, eignet sich das System besonders für wiederholbare technische Produktfotografie, etwa Serienaufnahmen von Bauteilen für Kataloge oder Dokumentationen.

Falls nötig lässt sich mit dem optional erhältlichen Adapter „PROSHIFT+“ eine Shift-Verstellung für Canon RF, Nikon Z, L-Mount und Sony E realisieren. Die Shift-Funktion dient dazu, stürzende Linien – etwa an Gehäusekanten oder Architekturfassaden – schon in der Aufnahme zu korrigieren, ohne auf nachträgliche, qualitätsmindernde Perspektivkorrekturen angewiesen zu sein.

Die STACKPRO 1 lässt sich wahlweise stationär am Netzteil oder mobil per 12V-Powerbank betreiben.

NOVOFLEX plant, die Universal-Stackingkamera ab Mitte Januar 2026 direkt ab Werk zu liefern. Auf der Novoflex-Website steht ein technisches E-Book mit Funktionsbeschreibungen, Setup-Varianten und Praxisbeispielen bereit; zusätzlich können Interessenten Beispielbilder in voller Auflösung herunterladen, um die Bildqualität im Detail zu prüfen.

Novoflex bietet die Stackinglösung in verschiedenen Set-Varianten mit und ohne Objektiv an. Die Preise beginnen je nach Kamerasystem bei rund 2700 Euro ohne Objektiv und reichen bis zu 4300 Euro mit Objektiv (Schneider Kreuznach Pyrite 4.5/90).

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

Schreibe einen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"