Technik

Frisch von Leica: Hybridkamera SL3-P und zwei SL-Objektive

Leica erweitert sein spiegelloses Vollformatsystem um die SL3-P. Die Kamera basiert technisch weitgehend auf der SL3, ergänzt das Modell jedoch um Funktionen für die Authentifizierung digitaler Inhalte und professionelle Produktions-Workflows. Außerdem hat Leica drei neue Kamera-Objektiv-Kits vorgestellt und die beiden Festbrennweiten Summilux-SL 1:1,4/50 ASPH. und APO-Macro-Elmarit-SL 1:2,8/100 angekündigt.

Innerhalb des aktuellen SL-Systems ordnet sich die SL3-P zwischen klassischer Fotokamera und professionellem Produktionswerkzeug für hybride Foto- und Videoprojekte ein. Während Leica mit der SL3 mit 60-Megapixel-Sensor bereits ein hochauflösendes Universalmodell und mit der SL3-S (24 MP) eine stärker auf Geschwindigkeit und Video ausgerichtete Variante anbietet, richtet sich die SL3-P insbesondere an Anwender, die neben Foto- und Videofunktionen auch Wert auf nachvollziehbare Produktionsabläufe und Herkunftsnachweise digitaler Inhalte legen.

44 Megapixel, Hybrid-Autofokus und 8K-Video

Die SL3-P nutzt einen neuen, rückseitig belichteten 44-Megapixel-Vollformatsensor ohne Tiefpassfilter und einem von Leica angegebenen Dynamikumfang von bis zu 14 Blendenstufen. Ein Multishot-Modus ermöglicht Aufnahmen mit bis zu 176 Megapixeln. Mit den anderen SL3-Modellen teilt sich die Kamera das Gehäuse-Design inklusive des kippbaren Displays und IP54-Schutz, den Maestro-IV-Prozessor sowie den modernen Hybrid-Autofokus.

Der Empfindlichkeitsbereich reicht beim Fotografieren von ISO 50 bis ISO 200.000. Für die Scharfstellung kombiniert das neue Hybrid-Autofokussystem die drei Fokus-Technologien Phasendetektion (PDAF), Tiefenkarte (Object Detention AF) und Kontrasterkennung (Kontrast Detention AF). Laut Leica bietet der Autofokus eine verbesserte Tracking-Leistung mit 819 AF-Punkten und intelligenter Motiverkennung. Serienaufnahmen sind mit bis zu 40 Bildern pro Sekunde bei kontinuierlichem Autofokus möglich.

Im Videobereich ermöglicht das neueste Mitglied der SL3-Familie Aufnahmen bis hin zu einer Auflösung von 8K. Dazu zählen 8.1K Open Gate im 3:2-Format mit bis zu 24p bei voller Ausnutzung der Sensorfläche, HDMI-RAW 8K Open Gate sowie 8K bei 30p. Für die Aufzeichnung bietet Leica unter anderem Apple ProRes bis 5,8K sowie den L-Log-Farbraum mit den neuen LUTs „Leica Pure“ und „Leica Cine“ an.

Workflow, Konnektivität und Content Credentials

Ein Schwerpunkt der SL3-P liegt auf der Integration in professionelle Produktionsumgebungen. Die Kamera unterstützt natives Tethering mit Adobe Lightroom Classic und Capture One sowie eine direkte Camera-to-Cloud-Anbindung über Frame.io. Für die Anbindung an mobile Arbeitsabläufe stehen WLAN, Bluetooth und USB-C zur Verfügung. Über die Leica-FOTOS-App lassen sich Bilder und Videos auf Smartphones oder Tablets übertragen, darunter DNG-, JPEG- und Videodateien. Die App ermöglicht zudem die Fernsteuerung der Kamera einschließlich zentraler Aufnahmefunktionen. Kamerainterne Bildstile („Leica Looks“) können bereits bei der Aufnahme angewendet und anschließend sowohl in der Kamera als auch über die App angepasst werden.

Darüber hinaus kann die SL3-P Content Credentials nach dem Standard der Content Authenticity Initiative (CAI) in Bilddateien integrieren. Diese Metadaten dokumentieren Herkunft und Bearbeitungsschritte digitaler Inhalte und sollen die Nachvollziehbarkeit von Bildproduktionen verbessern.

Das Gehäuse besteht aus Metall und ist nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Der neigbare Monitor unterstützt eine automatische Anpassung der Benutzeroberfläche zwischen Hoch- und Querformat. Foto- und Videomenüs sind farblich getrennt organisiert – Rot für Foto und Gelb für Video.

Neue SL-Festbrennweiten geplant

Mit dem Summilux-SL 1:1,4/50 ASPH. erweitert Leica Ende des Jahres das Angebot lichtstarker Standardbrennweiten für das L-Mount-System. Das Objektiv wiegt 584 Gramm und verfügt über zwei asphärische Elemente, elf Blendenlamellen sowie eine Naheinstellgrenze von 50 Zentimetern. Das Gehäuse ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

Das neue APO-Macro-Elmarit-SL 1:2,8/100 knüpft an frühere Leica-Makroobjektive an und bietet einen Abbildungsmaßstab von 1:1 bei einer Naheinstellgrenze von 30 Zentimetern. Die apochromatische Korrektur soll Farbsäume minimieren. Das Objektiv eignet sich sowohl für Makroaufnahmen als auch für Aufnahmen im kurzen Telebereich.

Kits und Preise

Die Leica SL3-P ist ab sofort für 5.990 Euro erhältlich. Das Summilux-SL 1:1,4/50 ASPH. soll für 4.500 Euro, das APO-Macro-Elmarit-SL 1:2,8/100 für 2.450 Euro Ende 2026 auf den Markt kommen.

Zum Marktstart bietet Leica die SL3-P auch in drei Kits mit Vario-Elmarit-Zoomobjektiven an. Verfügbar sind Kombinationen mit den Brennweitenbereichen 28–70 Millimeter, 24–70 Millimeter sowie 24–70 und 70–200 Millimeter.

Das SL3-P Vario Kit 28-70 inklusive Vario-Elmarit-SL 1:2,8/28-70 ASPH. kostet 6.990 Euro, das SL3-P Vario Kit 24-70 inklusive Vario-Elmarit-SL 1:2,8/24-70 ASPH. 7.490 Euro und das SL3-P Vario Kit 24-70 & 70-200 inklusive Vario-Elmarit-SL 1:2,8/24-70 ASPH. und dem Vario-Elmarit-SL 1:2,8/70-200 ASPH. 9.790 Euro. Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von Leica.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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