OpenAI stellt Sora ein – Aus für Zusammenarbeit mit Disney?
Nach übereinstimmenden Medienberichten plant OpenAI, die Sora‑Plattform weniger als ein Jahr nach ihrem Start wieder vom Markt zu nehmen. Das Wall Street Journal hatte zuerst über die Entscheidung berichtet, die interne Ankündigung erfolgte demnach durch CEO Sam Altman.

Was konkret eingestellt wird
Von der Einstellung von Sora sind die eigenständige Consumer-App, die Entwickler-API und alle zugehörigen Plattform-Funktionen betroffen. OpenAI will sämtliche Produkte, die direkt auf den Video‑Modellen des Unternehmens basieren, schrittweise beenden. OpenAI hat dies am 24. März 2026 angekündigt, ohne ein genaues Abschaltdatum zu nennen, und verspricht bald Details zu Zeitplänen sowie zum Sichern bestehender Inhalte.
In einem Statement erklärte OpenAI, man habe sich entschieden, Sora in der Consumer‑App und in der API einzustellen. Das Sora‑Forschungsteam werde sich künftig auf „World Simulation“-Forschung konzentrieren, um Robotik‑Anwendungen für reale Aufgaben voranzubringen.
Obwohl OpenAI das Projekt Sora einstellt, teilte das Unternehmen laut CBS News in einer Stellungnahme jedoch mit, dass der KI-Bildgenerator von ChatGPT weiterhin funktioniere. Die Einstellung der Sora-Plattform und App betrifft nicht die Video-Generierung in ChatGPT direkt, da Sora eine separate Anwendung und API war.
Strategische Neuausrichtung
Offiziell begründet das Unternehmen den Schritt mit einer Fokussierung auf andere Geschäftsbereiche und den steigenden Bedarf an Rechenkapazität. Laut Berichten sollen Ressourcen verstärkt in Unternehmenslösungen, Coding‑Werkzeuge und die Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang fließen.
Intern wird Sora demnach als „Nebenquest“ betrachtet, die vom Kerngeschäft ablenke, wie eine von Medien zitierte Memo einer OpenAI‑Managerin nahelegt. Beobachter verweisen zudem auf hohe Betriebskosten bei gleichzeitig nachlassender Nutzung der App-Edition.
Folgen für Disney‑Deal und Branche
Besonders brisant ist die Entscheidung mit Blick auf eine groß angelegte Kooperation mit Walt Disney. Der Medienkonzern hatte eine Beteiligung von rund 1 Milliarde US‑Dollar zugesagt und den Einsatz zahlreicher Disney‑Figuren in Sora‑Videos in Aussicht gestellt, doch die Vereinbarung wird nun nach übereinstimmenden Berichten nicht weiterverfolgt.
Das Aus für Sora kommt in einer Phase, in der der Markt für KI‑Video‑Generatoren schnell wächst und von einer Vielzahl konkurrierender Angebote geprägt ist. OpenAIs Rückzug dürfte die Dynamik in diesem Segment neu ordnen und wirft Fragen nach der langfristigen Produktstrategie des Unternehmens im kreativen Bereich auf.





