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Gastbeitrag: Minis für die Spiegellosen

 

Bei Experimenten mit altem Glas (Squeezerlens lässt grüßen) stieß ich auf das wohl am weitesten entwickelte Mini-Spiegelreflex-System. Es handelt sich um die analoge Pocket-Kamera Pentax Auto 110 mit diversen Wechselobjektiven. Mein erster Eindruck: „klein und fein“. Eine Recherche ergab, dass Asahi Pentax diese Minikamera mit anfangs drei Wechselobjektiven 1978 für das Kodak Pocket 110-Filmformat auf den Markt brachte und bis 1983 verkaufte. Das System war damals kein Schnäppchen, denn die Preise bewegten sich für die Kamera-Grundausrüstung zwischen 350 DM und immerhin 1000 DM für den kompletten Systemkoffer.

Wichtig: Die Blende für die Objektive ist wie der Verschluss Teil der Kamera, was bedeutet, dass die insgesamt 6 Wechselobjektive adaptiert an „Fremdkameras“ mit Offenblende 1:2.8 arbeiten.

Das Negativformat des Pocket-Films beträgt etwa 17 x 13,7 mm – im Vergleich dazu beträgt die Sensorgröße spiegelloser Digitalkameras mit Micro 4/3 Anschluss 17,3 x 13 mm und beim Crop-Format 23,6 x x 15,6 mm (Sony E und Fuji X).

Hier die Aufstellung der verfügbaren Pentax 110-Objektive (Crop-Faktor 2,0 bei Micro 4/3 und 1,5 für das Crop Format):

•    18 mm f/2.8 Weitwinkel (0,25 m bis Unendlich)
•    24 mm f/2.8 Normal  (0,35 m bis Unendlich)
•    50 mm f/2.8 Tele (1,5 m bis Unendlich)
•    70 mm f/2.8 Tele  (1,5 m bis Unendlich)
•    20–40 mm f/2.8 Zoom (0,7 m bis Unendlich)
•    18 mm „Pan Focus“ (ohne Entfernungseinstellung, fester Schärfebereich von circa 2 m bis Unendlich)

Es gibt für die drei genannten spiegellosen digitalen Kamerasysteme (Micro 4/3, Fuji X und Sony E) Adapter für den Anschluss der Pentax Auto 110-Objektive. Die Vignetierung ist bei Micro 4/3 kaum und beim Crop-Format etwas vorhanden. Da bei der Adaption immer mit offener Blende 2.8 fotografiert wird, entsteht ein geringfügiger Schärfenabfall zu den Rändern hin. Für mich allerdings kein Problem, das ich kein Schärfenfanatiker bin und die Vignettierung ein durchaus willkommener kreativer Effekt ist. Fotografieren bedeutet für mich letztlich Malen mit der Kamera – siehe auch Piktorialismus hier in DOCMA.

Nachdem ich die einzelnen Objektive mit meiner Fuji X-T10 ein wenig getestet hatte, blieb ich beim Pentax Auto 110-Teleobjektiv mit der Brennweite 70 mm und der festen Blende 2.8 hängen. Grund: Das Swirly-Bokeh, das ich bereits bei DSLR Kameras mit dem Helios 40-2 und dem Helios 44-2 kennen und schätzen lernte (das Helios 44-2 gibt es übrigens als Crop Squeezerlens mit Tilt-Möglichkeiten auch für spiegellose Systemkameras).

Preislich gesehen sind die Pentax Auto 110-Objektive ein Schnäppchen und liegen bei Ebay zwischen 20 und 70 Euro. Den Adapter gibt es für circa 25 Euro – ebenfalls bei Ebay oder auch Amazon, hier eher Amazon.com.

Zoom-Objektiv Fujinon 16-50mm1:3.5-5.6 (50mm f5.6)

Pentax 110 1:2.8 70mm (Offenblende 2.8)

Zoom-Objektiv Fujinon 16-50mm1:3.5-5.6 (50mm f5.6)

Pentax 110 1:2.8 70mm (Offenblende 2.8)

Pentax 110 1:2.8 70mm (Offenblende 2.8)

Pentax 110 70mm-Objektiv, Fuji XT-10, f2.8

 

Technischen Daten des Pentax Auto 110 70mm

Länge min. 51 mm
Filtergewinde 49 mm
Durchmesser kameraseitig 43 mm
Gewicht 165 g
keine Blende (in Kamera integriert)
konstante Öffnung f/2.8
Naheinstellgrenze 1.5 m
Optischer Aufbau: 6 Linsen in 5 Gruppen

pentax_auto_110.70

 

 

 

 

 

 

 

 


Frank Baeseler – www.squeezerlens.com

 

  1. pfaelzer

    Hallo
    Die Objektive sollten ja dann auch auf eine Crop Pentax wie die K20D passen. Oder liege ich da falsch?

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