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DxO veröffentlicht PhotoLab 9.6 mit DeepPRIME XD3 für Bayer-Sensoren, besseren KI-Masken und mehr

DxO hat Version 9.6 der Raw-Software PhotoLab mit erweiterten KI-Funktionen und neuer DNG-Komprimierung vorgestellt. Die Aktualisierung bringt drei zentrale Neuerungen: DeepPRIME XD3 steht nun auch für Kameras mit Bayer-Sensor zur Verfügung, KI-Masken erhalten einen Schieberegler für die Übergangshärte und der DNG-Export nutzt eine High-Fidelity-Komprimierung für deutlich kleinere Dateien.

DeepPRIME XD3 – die leistungsfähige der in PhotoLab integrierten Entrauschungsmethoden – war bislang X-Trans-Sensoren vorbehalten. Sie ist in erster Linie für schwierige Raw-Dateien mit hohem Rauschen gedacht. Ab der neuen Version 9.6 lässt sich der Algorithmus auch bei Bayer-Sensoren einsetzen, die in den meisten Spiegelreflex- und spiegellosen Kameras verbaut sind. Die Funktion kombiniert Rauschminderung und Demosaicing, um feine Details herauszuarbeiten, natürliche Texturen zu erhalten und Farben präzise zu interpretieren – etwa bei Nachtaufnahmen mit hohen ISO-Werten oder sehr detaillierten Landschaften. In Verbindung mit den DxO-Modulen, die objektiv- und kamerabezogene Korrekturen liefern, entsteht eine durchgängige Verarbeitungskette von unverarbeiteten Sensordaten bis zum fertigen Bild.

Die KI-Masken in PhotoLab erhalten mit Version 9.6 einen zusätzlichen Schieberegler, mit dem sich die Weichheit der Maskenkante einstellen lässt. Somit können Anwender bestimmen, wie sanft Korrekturen in angrenzende Bildbereiche auslaufen. Das erleichtert zum Beispiel weiche Übergänge in Hauttönen, dezente Abdunklungen in Landschaften oder differenzierte Anpassungen in Motiven mit feinen Tonwertabstufungen. Die Masken werden weiterhin automatisch erzeugt.

Als dritte Neuerung führt PhotoLab 9.6 die High-Fidelity-Komprimierung für den Export in das DNG-Format ein. Laut DxO fallen die so erzeugten Dateien bis zu viermal kleiner aus als unkomprimierte Standard-DNGs, behalten aber Raw-Qualität. Grundlage sind lineare DNG-Dateien, also Bilddateien, bei denen das Demosaicing bereits erfolgt ist, die Werte aber weiterhin in einem sehr flachen, linearen Tonwertverlauf gespeichert sind, sodass der volle Dynamikumfang und die Bearbeitungsflexibilität erhalten bleiben. Die intelligente Komprimierung soll den Speicherbedarf reduzieren und die Stapelverarbeitung, Archivierung und Langzeitspeicherung beschleunigen, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen.

DxO PhotoLab 9.6 steht ab sofort für macOS und Windows zur Verfügung. Eine neue Lizenz kostet 240 Euro, das Upgrade von PhotoLab 7 oder 8 liegt bei 120 Euro. Besitzer von PhotoLab 9 erhalten das Update kostenlos. Zum Ausprobieren steht eine 30-tägige Testversion auf der DxO-Website bereit.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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