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Was der Nikolaus bringt

Ist es tatsächlich schon fast vier Jahre her, dass ich mir am Nikolaustag Ebenen in Lightroom gewünscht hatte? Also nicht vom Nikolaus natürlich, sondern von Adobe, die ja für solche Wünsche zuständig sind? Die Wunscherfüllung hat dann doch ganz schön lange gedauert …

Ich musste ein bisschen suchen, bis ich meinen Blog-Beitrag vom 6.12.2017 fand – dass mein Wunsch schon so alt war, war mir gar nicht bewusst. Damals hatte ich als Anregung für die Adobe-Entwickler ein Ebenen-und-Masken-Konzept für Lightroom skizziert: „Die Ebenen hätten jeweils eine Maske, mit der sich deren Einfluss auf einzelne Bildteile beschränken lässt. Hier könnte Adobe wieder Funktionen vorsehen, die Pinsel, Radial-Filter und Verlaufsfilter entsprechen, aber auch bewährte Funktionen aus Photoshop übernehmen, etwa um Kanten von Masken zu verbessern – die Technologien und der Programmcode sind ja bereits vorhanden. Allerdings muss hier nicht der Funktionsumfang von Photoshop dupliziert werden; schon mit begrenzten Mitteln könnte man lokale Anpassungen auf einer solchen Basis mächtiger, aber trotzdem einfach anwendbar machen.“ Und das ist ja nun ziemlich genau das, was Adobe mit der neuen Lightroom-Version 11 geliefert hat.

Was der Nikolaus bringt
Mit KI-Funktionen und etwas manueller Feinarbeit lassen sich leicht einzelne Motive auswählen und dann individuell entwickeln.

Aber wie das so ist: Man wünscht sich ein ausgewachsenes Pferd und bekommt ein Pony … Als ich mir wünschte, auf jeder Ebene alle Einstellmöglichkeiten des Entwicklungsmoduls nutzen zu können, muss Adobe weggehört haben; tatsächlich bleibt man weiterhin auf eine Auswahl von Reglern beschränkt. Auch gibt es keine wählbaren Mischmodi oder eine einstellbare Deckkraft für die Ebenen, und ein Export des Ebenenstapels zu Photoshop ist nicht vorgesehen. Aber ich will nicht meckern: Was Adobe bis jetzt realisiert hat, ist schon ziemlich klasse. Dafür habe ich sogar in den sauren Apfel gebissen und auch meinen ältesten Mac wenigstens auf macOS 10.15 gebracht, wie es die neue Lightroom-Version 11 verlangt. Der Preis dafür war, dass manche andere, ältere Software nicht mehr läuft, aber es hilft ja nichts – der Fortschritt verlangt Opfer.

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Michael J. Hußmann

Michael J. Hußmann gilt als führender Experte für die Technik von Kameras und Objektiven im deutschsprachigen Raum. Er hat Informatik und Linguistik studiert und für einige Jahre als Wissenschaftler im Bereich der Künstlichen Intelligenz gearbeitet.

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