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Concept to Vector – Mit KI in Adobe Illustrator von grober Skizze zur Vektorgrafik

Adobe hat für Adobe Illustrator die neue Funktion Concept to Vector vorgestellt. Sie soll grobe Skizzen, Referenzbilder und Fotos geringer Auflösung per KI in saubere, bearbeitbare Vektorgrafiken umwandeln – also in skalierbare Grafiken, die aus mathematisch definierten Linien und Kurven bestehen und sich ohne Qualitätsverlust auf beliebige Größen skalieren lassen.

Vom Strich zur skalierbaren Grafik

Das Kernversprechen der Funktion: Was bislang viel manuelle Nacharbeit erforderte, soll künftig in Sekunden erledigt sein. Beispielsweise kann ein Designer ein Logo-Konzept zunächst auf Papier skizzieren, die Skizze mit dem Smartphone fotografieren und den Entwurf in Illustrator platzieren. Mit Concept to Vector entsteht aus der Vorlage eine saubere Vektorgrafik, die mehr oder weniger nah am Original liegt. Über einen Schieberegler lässt sich die gewünschte Übereinstimmung zwischen „More“ und „Less“ einstellen. Das Ergebnis ist sowohl für Vektor- als auch für Rasterformate geeignet und damit für Druck- und Produktionsabläufe in allen Größen verwendbar.

Stilistische Variationen aus einer Vorlage

Neben der reinen Umwandlung bietet Concept to Vector eine Variationsfunktion. Diese werden nicht automatisch beim ersten Durchgang angeboten, sondern kosten extra Credits. Über Textprompts und Anpassungsoptionen lassen sich so aus einer einzigen Skizze oder einem einzigen Ausgangsbild mehrere stilistische Variationen ableiten. Die ursprüngliche Struktur des Motivs bleibt dabei erhalten. Ein Branding-Team kann so ausgehend von einem einzigen Konzept verschiedene Richtungen für ein Logo nebeneinanderstellen und vergleichen, bevor es in die eigentliche Ausarbeitung geht.

Weniger Ankerpunkte, weniger Nacharbeit

Laut Adobe liefert die neue Illustrator-Funktion Vektorpfade mit weniger unnötigen Ankerpunkten als herkömmliche Nachzeichenmethoden. Ankerpunkte sind die Steuerpunkte, die einen Vektorpfad definieren – je mehr davon vorhanden sind, desto aufwändiger ist die spätere manuelle Bearbeitung. Weniger Ankerpunkte bedeuten sauberere Kurven und einen direkteren Weg zur fertigen Grafik.

Adobe beschreibt Concept to Vector als Teil einer Reihe neuerer KI-gestützter Erweiterungen in Illustrator, die Kreativen schnellere Arbeitsabläufe ermöglichen sollen. Die Funktion ergänzt damit bestehende KI-Features wie die generative Farbgebung per Textprompt oder das automatische Generieren von Mustern und Formengruppen.

Ein kurzer Text auf einem Redaktions-Mac zeigte, dass die Ergebnisse noch nicht wirklich zufriedenstellen und sehr vom verwendeten KI-Modell abhängen. So wurden bei der Vektorisierung einer fotografierten Uhr mit der Vorgabe maximaler Übereinstimmung mit dem Ausgangsbild von Gemini 3.0 viele Details wie die Minutenteilung des Ziffernblatts, der Schriftzug „Esprit“ und die Punkte im Muster auf dem Armband weggelassen, während GPT-Image mehr Details übernahm, aber Schwierigkeiten mit Text und Ziffern hatte. Außerdem konnte das Punktmuster auf dem Armband nicht korrekt umgesetzt werden, aber dafür erfand GPT-Image eine akkurate, im Original nicht vorhandene Naht.

Umsetzung mit Nano Banana Pro (Gemini 3.0)
Umsetzung mit GPT Image 1.5

Aktuell steht Concept to Vektor nur in der Betaversion von Adobe Illustrator zur Verfügung. Sie ist in die kontextbezogene Taskleiste integriert. Die technische Dokumentation ist bereits im Adobe-Hilfe-Center einsehbar.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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