Software

Apple bündelt 10 Anwendungen mit KI-Funktionen in einem Abo-Paket zum Creator Studio Pro

Apple kündigt mit dem Creator Studio Pro ein umfassendes Softwarepaket an, das gezielt auf die Bedürfnisse von Fotografen, Videoproduzenten und Musikern zugeschnitten ist. Das Abonnement bündelt zehn Anwendungen, darunter bekannte Programme wie „Final Cut Pro“ für Videoschnitt, „Logic Pro“ für Musikproduktion und „Pixelmator Pro“ für Bildbearbeitung. Die Programme sind sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPad nutzbar und bieten eine enge Verzahnung untereinander. Zwar sind die Anwendungen auch noch einzeln erhältlich, aber in den kostenlosen Versionen der Produktiv-Apps Keynote, Pages und Numbers fehlen die neuen KI-Funktionen. Bei den Profi-Apps (Final Cut Pro & Logic Pro) setzt Apple verstärkt auf KI-gestützte Zeitersparnis, die Abonnenten vorbehalten bleibt.

So analysiert beispielsweise „Final Cut Pro“ Videomaterial automatisch und schlägt passende Schnittfolgen vor. Wer Interviews aufzeichnet, kann mit der Funktion „Transcript Search“ gezielt nach bestimmten Begriffen im gesprochenen Text suchen. Das spart Zeit, wenn etwa ein Fotograf aus einem langen Making-of-Video gezielt die Szene mit dem Begriff „Belichtung“ finden möchte. Auch „Pixelmator Pro“ nutzt KI: Die Funktion „Super Resolution“ vergrößert Fotos verlustfrei, während „Auto Crop“ Motive automatisch zuschneidet. Ein Landschaftsfotograf kann so ein unterbelichtetes RAW-Bild nachträglich schärfen und störende Elemente entfernen, ohne manuell eingreifen zu müssen.

Musiker profitieren von dem virtuellen Sessionmusiker „Synth Player“ in Logic Pro. Die Software erkennt zudem mit „Chord ID“ automatisch gespielte Akkorde und ergänzt passende Synthesizer-Spuren. Wer Live-Auftritte plant, nutzt „MainStage“, das den Mac in ein vielseitiges Instrument verwandelt. Für die Produktion von Bewegtgrafiken und visuellen Effekten steht „Motion“ bereit, während „Compressor“ den Export und die Codierung von Videodateien übernimmt.

Die klassischen Produktivitäts-Apps „Keynote“, „Pages“ und „Numbers“ erhalten als Teil des Abos neue KI-Funktionen wie „Magic Fill“, das Muster in Tabellen erkennt, oder die automatische Generierung von Präsentationen aus Notizen. Damit spricht Apple nicht nur Fotografen, sondern auch Kreative an, die regelmäßig Präsentationen oder Dokumentationen ihrer Arbeit anfertigen. Der Content Hub – verfügbar in Keynote, Pages und Numbers – gibt Nutzern von Apple Creator Studio Zugang zu einer neuen Mediathek mit hochwertigen Inhalten.

Erstmals fürs iPad: Pixelmator Pro

Pixelmator Pro, bisher als Mac-Anwendung für die Bildbearbeitung bekannt, kommt mit Apple Creator Studio erstmals auf das iPad. Die Software nutzt dabei die Rechenleistung aktueller Apple‑Chips und ist speziell auf das aktuelle iPad-Betriebssystem zugeschnitten.

Auf dem iPad präsentiert sich Pixelmator Pro mit einem neu aufgebauten, für Touch optimierten Arbeitsbereich und voller Unterstützung für den digitalen Stift Apple Pencil. Statt mit Maus und Tastatur führt der Anwender Gesten direkt auf dem Bild aus, etwa um Elemente zu verschieben oder Details zu verfeinern – ähnlich wie beim Arbeiten auf einem physischen Zeichenblock. Die Zusammenarbeit zwischen iPad und Mac bleibt erhalten, sodass sich Projekte zwischen beiden Geräten austauschen lassen.

Zentrale Funktionen der Mac-Version stehen auch auf dem Tablet zur Verfügung. In der Ebenen-Seitenleiste lassen sich Bilder, Formen, Text und sogar Videoinhalte kombinieren, bis ein vielschichtiges Layout entsteht. Intelligente Auswahlwerkzeuge helfen dabei, einzelne Bildbereiche präzise zu isolieren, während Bitmap- und Vektor-Masken gezielt Bildteile ausblenden oder sichtbar machen.

Hinzu kommen KI-gestützte Funktionen wie „Super Resolution“ für das Hochskalieren von Fotos oder die Funktion „Auflösen“, die störende Kompressionsartefakte reduziert, wie sie bei stark komprimierten JPEG-Dateien auftreten können. Automatische Kompositionsvorschläge inklusive „automatischem Zuschneiden“ helfen dabei, den Bildausschnitt zu optimieren.

Sowohl auf dem Mac als auch auf dem iPad kommt in Pixelmator Pro ein neues Verkrümmungswerkzeug hinzu. Es erlaubt, Ebenen zu drehen und zu formen, als bestünden sie aus flexiblem Material, das sich in nahezu jede Form bringen lässt. Dazu kommt eine Sammlung vorgefertigter, verkrümmungsbasierter Produktmodelle, mit denen sich beispielsweise Mock-ups oder Verpackungsdarstellungen schnell anpassen lassen.

Das Creator Studio Pro ist ab dem 28. Januar 2026 erhältlich und kostet 12,99 Euro pro Monat oder 129 Euro pro Jahr. Für Studenten und Lehrkräfte liegt der Preis bei 2,99 Euro monatlich. Ein kostenloser Probemonat ist ebenso enthalten wie eine dreimonatige Gratisphase beim Kauf eines neuen Macs oder iPads. Über die Familienfreigabe können bis zu sechs Personen das Abo gemeinsam nutzen. Wer einzelne Programme bevorzugt, kann diese weiterhin separat erwerben.

Weitere Informationen finden Sie in der Ankündigung von Apple.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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