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Capture One 16.9 mit neuen Retusche- und Farbwerkzeugen

Capture One hat Version 16.9 seiner Bildbearbeitungssoftware veröffentlicht. Das Update erweitert die KI-gestützte Porträtretusche um die Entfernung abstehender Haare und neue Werkzeuge zur Hautbearbeitung. Außerdem erhält der erweiterte Farbeditor zusätzliche Funktionen für präzise Farbkorrekturen.

Mit der neuen Funktion „Stray Hair Retouching“ lassen sich einzelne abstehende Haare automatisch erkennen und reduzieren. Zwei Regler steuern die Korrektur von Haaren außerhalb und innerhalb der Frisur. So können Fotografen beispielsweise feine Haare entfernen, die sich vor einem ruhigen Studiohintergrund abzeichnen oder ins Gesicht fallen. Bereiche, die unverändert bleiben sollen, lassen sich mit einem Schutzpinsel markieren. Die KI-Berechnung erfolgt lokal auf dem Computer, ohne Bilddaten in die Cloud zu übertragen.

Auch die Hautretusche hat Capture One erweitert. Das neue Werkzeug „Skin Tone Retouching“ gleicht unterschiedliche Hauttöne aus und korrigiert Farbstiche, etwa gerötete Nasen oder verfärbte Hände. Die Software erkennt die Hautbereiche automatisch und schlägt einen einheitlichen Zielhautton vor, den Fotografen bei Bedarf selbst bestimmen können. Temperatur, Farbton, Sättigung und Helligkeit lassen sich anschließend gezielt anpassen.

Mit „Body Skin Retouching“ steht die bereits für Gesichter bekannte Funktion „Even Skin“ nun auch für die Haut am Körper zur Verfügung. Sie gleicht kleinere Kontrastunterschiede aus, wobei sich die Erhaltung der Hautstruktur über einen Regler steuern lässt.

Eine weitere Neuerung betrifft den erweiterten Farbeditor. Über ein neu gestaltetes Farbrad können Anwender ausgewählte Farben direkt in andere Farbtöne umwandeln. Mit einer Pipette lässt sich eine Zielfarbe aus demselben oder einem anderen Bild übernehmen. Alternativ können Fotografen genaue RGB- oder HSL-Werte eingeben, um beispielsweise die Farbe eines Kleidungsstücks an eine Produktvorgabe anzupassen. Die bisher auf Hauttöne beschränkte Funktion „Uniformity“ steht nun für beliebige Farbbereiche zur Verfügung und gleicht Unterschiede innerhalb einer ausgewählten Farbe aus.

Daneben hat Capture One die KI-gestützte Rauschreduzierung „Enhanced Denoise“ überarbeitet. Bei Raw-Dateien mit Bayer-Farbfilter soll sie rund 30 Prozent schneller arbeiten. Außerdem verspricht der Hersteller eine verbesserte Rauschunterdrückung, insbesondere in den Bildecken bei Aufnahmen mit Kameras von Sony, Leica und Panasonic.

Weitere Verbesserungen betreffen die Bildauswahl und die Zusammenarbeit im Studio. Die noch als Beta gekennzeichnete Funktion „Assisted Review“ zeigt nun direkt im Bild an, welche Gesichter unscharf sind oder geschlossene Augen aufweisen. Die Mehrbenutzer-Sitzungen („Multi-User Sessions“) haben die Betaphase verlassen. Beteiligte können Bilder jetzt auf ihren eigenen Computern exportieren und automatisch die jeweils neueste Aufnahme anzeigen lassen. Diese Funktion steht in Capture One Studio unter macOS zur Verfügung.

Capture One 16.9 unterstützt außerdem zusätzliche Kameramodelle, darunter die Nikon Z5IIC, die OM System PEN sowie das iPhone 18 Pro und Pro Max. Parallel ist Capture One mobile 4.2 erschienen, das unter anderem die neue Haarretusche auf iPhone und iPad bringt. Beide Updates sind ab sofort verfügbar.

Weitere Details zu den Updates finden Sie auf der Capture One Website.

Johannes Wilwerding

Johannes Wilwerding hat bereits Mitte der Achziger Jahre und damit vor dem Siegeszug von Photoshop & Co. Erfahrungen in der Digitalisierung von Fotos und in der elektronischen Bildverarbeitung gesammelt. Seit 2001 ist er freiberuflicher Mediengestalter und seit 2005 tätig für das DOCMA-Magazin.

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